Vertiefung

Musik-Lizenz und Recht: AKM und LSG in Österreich, GEMA und GVL in Deutschland, SUISA in der Schweiz und in Liechtenstein

Audiotechniker misst mit Messmikrofon den Nachhall in einem Raum für die DSP-Einmessung

Musik im Betrieb hat rechtlich zwei getrennte Ebenen: die Quelle deiner Musik und die Bewilligung für die öffentliche Wiedergabe. SOUNDTRACK und GMG sind beide für die Nutzung im Geschäft lizenziert und lösen damit die erste Ebene; die Aufführungsbewilligung bei AKM und LSG (Österreich), GEMA und GVL (Deutschland) beziehungsweise SUISA (Schweiz und Liechtenstein) bleibt wie bisher Sache des Betriebs. Die MULTIMEDIAFABRIK erklärt dir diese Trennung so, wie sie tatsächlich gilt, Land für Land.

Diese Seite ist der Ratgeber zur Rechtslage im Vier-Länder-Eck. Sie beantwortet die Frage getrennt für Österreich, Deutschland sowie die Schweiz und Liechtenstein, weil sich die zuständige Stelle je Land unterscheidet, auch wenn die Musikquelle dieselbe bleibt.

Zwei Ebenen, die nicht dasselbe sind

Wer die Quelle der Musik mit der Bewilligung für die öffentliche Wiedergabe gleichsetzt, verwechselt zwei unterschiedliche Dinge. Beide Ebenen bestehen unabhängig voneinander, und beide gehören zu einem vollständigen Bild.

EbeneWas gemeint istWer sie löst
Quelle der Musikaus welchem Dienst die Titel kommen und ob dieser Dienst die Wiedergabe im Geschäft überhaupt erlaubtSOUNDTRACK oder GMG, beide für die Nutzung im Geschäft lizenziert
Öffentliche Wiedergabedie Bewilligung dafür, dass in deinen Räumen für Gäste Musik läuftbleibt wie bisher Sache des Betriebs

Die MULTIMEDIAFABRIK führt SOUNDTRACK und GMG gleichrangig. Keine der beiden ist Standard, gewählt wird je Objekt. Wie sich die zwei Plattformen im Detail unterscheiden, steht auf der Seite SOUNDTRACK oder GMG.

Warum ein privater Streaming-Account nicht reicht

Spotify, Apple Music und YouTube Music sind laut ihren eigenen Nutzungsbedingungen ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Nutzung bestimmt. Spotify schreibt dazu, die Wiedergabe in Bars, Restaurants und Geschäften ist nicht zulässig. Das ist die Position des Anbieters selbst, und er verweist Geschäftskunden inzwischen an Business-Dienste.

Wer im Lokal einen privaten Account laufen lässt, handelt damit vertragswidrig und ohne die nötigen Rechte an der Quelle. Das betrifft ausschließlich die erste Ebene, die Musikquelle. Die zweite Ebene, die Aufführungsbewilligung, ist davon unabhängig und bleibt in jedem Fall bestehen, ganz gleich, welche Musikquelle im Betrieb läuft.

Stilvolle Hotellobby im Alpenraum mit unsichtbar eingebauter, gleichmäßiger Beschallung

Österreich: AKM und LSG

In Österreich sind zwei Stellen zuständig, und beide bleiben Sache des Betriebs, unabhängig von der gewählten Musikquelle.

StelleWofür sie zuständig ist
AKMAufführungsbewilligung für die öffentliche Wiedergabe urheberrechtlich geschützter Musik
LSGVergütung für die Nutzung der Aufnahmen von Interpretinnen, Interpreten und Tonträgerherstellern

Bei nicht gemeldeter Musiknutzung darf die AKM das doppelte Entgelt verrechnen, gemäß Paragraf 87 Absatz 3 des österreichischen Urheberrechtsgesetzes, zuzüglich Kontrollkosten. Das gilt unabhängig davon, ob die Musik über einen privaten Account oder eine für das Geschäft lizenzierte Quelle läuft.

Ersetzt SOUNDTRACK oder GMG die AKM? Nein, und das behaupten wir auch nicht. SOUNDTRACK lizenziert die Musik für die Nutzung im Geschäft direkt bei Labels und Verlagen. GMG nennt laut eigenen Vertragsbedingungen Vereinbarungen mit Austro Mechana und LSG. Die Bewilligung für die öffentliche Wiedergabe holst du bei beiden Plattformen wie bisher bei AKM und LSG. Neu ist: Die Quelle deiner Musik ist damit wirklich fürs Geschäft zugelassen.

Deutschland: GEMA und GVL

In Deutschland übernimmt die GEMA die Aufführungsbewilligung für die öffentliche Wiedergabe. Auch hier gilt dieselbe Trennung wie in Österreich: Die Musikquelle und die Bewilligung für die öffentliche Wiedergabe sind zwei getrennte Vorgänge.

EbeneZuständigkeit in Deutschland
MusikquelleSOUNDTRACK oder GMG, für die Nutzung im Geschäft lizenziert
Öffentliche WiedergabeGEMA und GVL, bleibt wie bisher Sache des Betriebs

Für Betriebe mit Standorten in mehreren Ländern des Vier-Länder-Ecks bedeutet das: eine Musikquelle, aber je Standort die jeweils zuständige Verwertungsgesellschaft für die Aufführungsbewilligung.

Detailaufnahme eines bündig in die Decke eingebauten Invisible-Lautsprechers

Deutschland: GVL als zweite Stelle neben der GEMA

Genau wie in Österreich AKM und LSG parallel nebeneinander stehen, ist die GEMA in Deutschland nicht die einzige Stelle mit Bezug zur Musiknutzung im Betrieb. Neben ihr steht die GVL, Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten. Beide Gesellschaften decken unterschiedliche Rechte ab und ersetzen sich nicht gegenseitig.

StelleWofür sie zuständig ist
GEMAUrheberrechte an Komposition und Text eines Musikstücks
GVLLeistungsschutzrechte der ausübenden Künstlerinnen und Künstler, Labels und Tonträgerhersteller an einer konkreten Aufnahme

Diese Zwei-Körperschaften-Logik zeigt sich auch bei den Plattformen. GMG Gastro Media GmbH aus Graz unterhält laut eigenen Vertragsbedingungen in Deutschland eine Vereinbarung mit der GVL, in Österreich mit Austro Mechana und LSG. Die GEMA ist darin nicht enthalten. Ein Betrieb mit Standort in Deutschland behält deshalb beide Stellen im Blick, GEMA und GVL. Das gilt bei SOUNDTRACK genauso wie bei GMG.

Schweiz und Liechtenstein: SUISA

In der Schweiz und in Liechtenstein übernimmt die SUISA die Aufführungsbewilligung für die öffentliche Wiedergabe. Die Logik bleibt identisch zu Österreich und Deutschland, nur die zuständige Stelle wechselt.

EbeneZuständigkeit in der Schweiz und in Liechtenstein
MusikquelleSOUNDTRACK oder GMG, für die Nutzung im Geschäft lizenziert
Öffentliche WiedergabeSUISA, bleibt wie bisher Sache des Betriebs
Belebte Bar am Abend im Alpenraum mit lebendigem, zonengerechtem Sound-Ambiente

Der Vergleich auf einen Blick

LandMusikquelleAufführungsbewilligung
ÖsterreichSOUNDTRACK oder GMGAKM und LSG
DeutschlandSOUNDTRACK oder GMGGEMA und GVL
Schweiz und LiechtensteinSOUNDTRACK oder GMGSUISA

Genau diese Trennung ist im Vier-Länder-Eck Gold wert. Ein Betrieb mit Standorten in Vorarlberg, im Allgäu und in der Ostschweiz hat drei zuständige Stellen für die Aufführungsbewilligung und eine Musikquelle, wenn sie richtig gewählt ist.

Was die MULTIMEDIAFABRIK an dieser Stelle tut

Die MULTIMEDIAFABRIK wählt mit dir die passende Plattform, richtet die Musikquelle ein und ordnet sie deinen Zonen zu. Die Aufführungsbewilligung bei AKM und LSG, GEMA und GVL oder SUISA meldest du wie bisher selbst, wir erklären dir aber transparent, welcher Posten wofür steht.

AufgabeWer sie übernimmt
Auswahl der Plattform, SOUNDTRACK oder GMGMULTIMEDIAFABRIK, gemeinsam mit dir je Objekt
Einrichtung und Zonen-Zuordnung der MusikquelleMULTIMEDIAFABRIK
Meldung bei AKM und LSG, GEMA und GVL oder SUISABetrieb, wie bisher
Transparente Erklärung beider PostenMULTIMEDIAFABRIK
Ruhiger Spa-Bereich eines Hotels mit dezenter Klangwelt und feuchtraumtauglicher Technik

GEMA-frei ist nicht anmeldefrei

Ein weit verbreitetes Missverständnis lohnt sich, hier ausdrücklich richtigzustellen: GEMA-freie Musik befreit einen Betrieb nicht automatisch von der Anmeldepflicht bei der GEMA. Die Anmeldung selbst bleibt Pflicht, unabhängig davon, ob die konkret gespielten Titel im Repertoire der GEMA liegen oder nicht. Was bei nachweislich GEMA-freier Musik entfällt, ist ausschließlich die Vergütungspflicht für die tatsächlich gespielten Titel, nicht die Meldung als solche.

BegriffWas gilt
Anmeldung bei der GEMAbleibt Pflicht, auch bei ausschließlich GEMA-freier Musik
Vergütung an die GEMAentfällt nur für die Titel, die nachweislich GEMA-frei sind

Diese Nuance ist bei KI-generierter Musik wichtig. GMG bietet sie als eigene Musiklinie neben dem klassisch lizenzierten Repertoire an und bewirbt sie als GEMA-frei und AKM-frei. Wer eine solche Quelle einsetzt, bleibt trotzdem zur Anmeldung verpflichtet, auch wenn am Ende für diese Titel keine Vergütung anfällt.

Zwei weitere Punkte gehören zur ehrlichen Einordnung. Laut GMG sind die KI-Titel nicht urheberrechtsfrei, sie werden nur im Rahmen des GMG-Vertrags zur Wiedergabe freigegeben, und GMG übernimmt keine Gewähr für Ähnlichkeiten mit bestehenden Werken. Gekennzeichnet sind sie nach dem EU AI Act. Die KI-Musik ist damit eine zusätzliche Option, kein Freibrief.

Quick-Reference

  • Musik im Betrieb hat zwei getrennte Ebenen: Musikquelle und Aufführungsbewilligung
  • SOUNDTRACK und GMG sind beide für die Nutzung im Geschäft lizenziert und lösen die erste Ebene, die MULTIMEDIAFABRIK wählt je Objekt
  • Die Aufführungsbewilligung bleibt Sache des Betriebs, in Österreich bei AKM und LSG, in Deutschland bei GEMA und GVL, in der Schweiz und in Liechtenstein bei SUISA
  • GMG nennt laut Anbieter Vereinbarungen mit Austro Mechana, LSG und GVL, die Meldung des Betriebs ersetzt das nicht
  • Private Dienste wie Spotify sind laut eigenen Nutzungsbedingungen nur für die private Nutzung bestimmt
  • Bei nicht gemeldeter Musiknutzung darf die AKM in Österreich das doppelte Entgelt verrechnen, gemäß Paragraf 87 Absatz 3 UrhG
  • Im Vier-Länder-Eck genügt eine Musikquelle für drei zuständige Stellen
  • In Deutschland steht neben der GEMA die GVL, zuständig für die Leistungsschutzrechte von Künstlerinnen, Künstlern, Labels und Tonträgerherstellern
  • GEMA-frei ist nicht anmeldefrei, das gilt auch für die KI-Musik von GMG
Aufgeschlagener Hintergrundmusik-Leitfaden neben einem Laptop auf einem hellen Schreibtisch

Inline-FAQ Musik-Lizenz und Recht

Ersetzt SOUNDTRACK oder GMG die AKM? Nein, und das behaupten wir auch nicht. Beide Plattformen lizenzieren die Musikquelle für die Nutzung im Geschäft. Die Bewilligung für die öffentliche Wiedergabe holst du wie bisher bei AKM und LSG, in Deutschland bei GEMA und GVL, in der Schweiz und in Liechtenstein bei SUISA.

Welche Plattform ist rechtlich die bessere? Beide sind für die Nutzung im Geschäft lizenziert. Die MULTIMEDIAFABRIK führt SOUNDTRACK und GMG gleichrangig und wählt nach Objekt, Katalog-Anspruch, Hardware und Vertragsmodell.

Warum reicht mein privater Spotify-Account nicht? Spotify schreibt, die Wiedergabe in Bars, Restaurants und Geschäften ist nicht zulässig. Private Dienste sind laut eigenen Nutzungsbedingungen ausschließlich für die private Nutzung bestimmt. Wer sie trotzdem im Lokal nutzt, handelt vertragswidrig und ohne die nötigen Rechte.

Gilt in der Schweiz und in Liechtenstein dieselbe Trennung wie in Österreich? Ja. Die Musikquelle löst SOUNDTRACK oder GMG, die Aufführungsbewilligung übernimmt dort die SUISA, in Österreich AKM und LSG, in Deutschland GEMA und GVL.

Was passiert bei nicht gemeldeter Musiknutzung in Österreich? Die AKM darf gemäß Paragraf 87 Absatz 3 des Urheberrechtsgesetzes das doppelte Entgelt verrechnen, zuzüglich Kontrollkosten.

Meldet die MULTIMEDIAFABRIK die Aufführungsbewilligung für mich? Nein. Die Meldung bei AKM und LSG, GEMA und GVL oder SUISA bleibt wie bisher Sache des Betriebs. Wir erklären dir transparent, welcher Posten wofür steht, und richten die Musikquelle ein.

Ist die GVL dasselbe wie die GEMA? Nein. Die GEMA vertritt Urheberrechte an Komposition und Text, die GVL die Leistungsschutzrechte von Künstlerinnen, Künstlern, Labels und Tonträgerherstellern. Beide Stellen bestehen unabhängig nebeneinander.

Muss ich GEMA-freie Musik trotzdem bei der GEMA anmelden? Ja. Die Anmeldepflicht bleibt bestehen, nur die Vergütungspflicht für die konkret gespielten, nachweislich GEMA-freien Titel entfällt. Das gilt auch für die als GEMA-frei beworbene KI-Musik von GMG.

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Der Hintergrundmusik-Guide

  • Warum private Streaming-Abos laut eigenen AGB nicht für Geschäftsräume zugelassen sind
  • AKM, GEMA und SUISA erklärt: was beim Betrieb bleibt, was SOUNDTRACK oder GMG übernehmen
  • Zonen und Zeitprofile: die richtige Musik je Raum und Tageszeit, automatisch
  • Playlists, Spotify-Import und zentrale Steuerung für einen oder viele Standorte
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