› Konferenz & Seminar
Konferenz- und Seminarräume ausstatten: Bild, Ton, Bedienung, Barrierefreiheit

Das Raumpaket für Konferenz- und Seminarräume der MULTIMEDIAFABRIK fasst Bildfläche, Beschallung, Mikrofonierung, Bedienung, Raumteilung, Hybrid-Technik und induktive Höranlage zu einem Set je Raum zusammen. Für dich als Objektausstatter wird daraus eine kalkulierbare Position je Tagungsraum, statt einer offenen Liste, deren Umfang erst im Betrieb sichtbar wird.
Tagungsräume sind die Räume, an denen ein Haus gemessen wird. Sie werden vom Kunden des Betreibers benutzt, nicht vom Betreiber selbst, und sie müssen ohne Einschulung funktionieren, an einem Montagmorgen, mit einem fremden Notebook.
Was im Raumpaket steckt
| Baustein | Was drin ist | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Bildfläche | Display oder Projektion, Größe nach Raumtiefe und Sitzreihe, Anschlussfeld am Tisch, drahtlose Bildübergabe | die letzte Reihe entscheidet über die Bildgröße; Restlicht und Fensterfront entscheiden zwischen Display und Projektion |
| Beschallung | Lautsprecher nach Raumgeometrie, gleichmäßiger Pegel über alle Plätze, Einmessung bei der Inbetriebnahme | Sprachverständlichkeit wird über den STI nach EN 60268-16 beurteilt, nicht über Wattangaben |
| Mikrofonierung | Deckenmikrofone, Tischmikrofone oder drahtlose Mikrofone je nach Nutzung, Rückkopplungssicherheit im Raum | wer spricht wo und wie oft: eine Podiumsrunde braucht andere Mikrofonie als ein Schulungsraum |
| Bedienung | ein Panel mit wenigen, klar benannten Funktionen, Startknopf für die Standardnutzung, getrennte Profile für Laien und Technik | wenn eine Fernbedienung im Raum liegt, hat die Bedienung versagt |
| Raumteilung | gekoppelte Steuerung für teilbare Räume, automatische Zusammenschaltung von Bild und Ton bei geöffneter Trennwand | die Trennwand ist ein Bedienereignis, kein Möbelstück: Bild, Ton und Panel müssen mitziehen |
| Hybrid-Meetings | Kamera mit Blick auf Sprecher und Raum, Raummikrofonie für Zugeschaltete, Anschluss an gängige Konferenzsoftware | Zugeschaltete müssen den Raum hören, nicht nur den Redner am Notebook |
| Induktive Höranlage | Schleifenanlage nach EN 60118-4, Einmessung bei der Abnahme, Kennzeichnung mit dem vorgeschriebenen Piktogramm | Feldstärke von 100 mA/m mit einer Toleranz von ±3 dB, maximal 400 mA/m, Übertragungsbereich 100 bis 5.000 Hz |
Sprachverständlichkeit ist das eigentliche Qualitätsmerkmal
Ein Tagungsraum wird nicht daran gemessen, wie laut er kann, sondern daran, ob man in der letzten Reihe mühelos zuhört. Dafür ist der Speech Transmission Index nach EN 60268-16 der übliche Maßstab, und er hängt an drei Dingen: Raumakustik, Lautsprecherplatzierung und Mikrofonie. Ein Raum mit langer Nachhallzeit lässt sich mit keiner Anlage retten, weshalb die Raumakustik zuerst kommt.
Für Räume, die dem Sprechen dienen, gibt DIN 18041 Sollwerte der Nachhallzeit vor. In der Gruppe Unterricht und Kommunikation ergibt sich der Sollwert aus dem Raumvolumen nach der Beziehung 0,32 x lg(V) – 0,17 s, in inklusiv genutzten Räumen mit erhöhten Anforderungen nach 0,26 x lg(V) – 0,14 s. In Österreich gilt dazu ÖNORM B 8115. Praktisch heißt das: Absorberflächen gehören ins Ausstattungskonzept, als Deckensegel, Wandpaneel oder bedruckte Fläche, und nicht als Reparatur nach der ersten Veranstaltung.
Ein wichtiger Hinweis zur Abgrenzung: Sprachalarmierung ist ein eigenes Gewerk mit eigenen Normen. Die MULTIMEDIAFABRIK plant und liefert die Beschallung und stimmt sich mit dem Brandschutzgewerk ab, übernimmt aber keine Brandschutzleistung.

Bedienung entscheidet über die Zufriedenheit
Die häufigste Reklamation in Tagungsräumen betrifft nicht die Technik, sondern die Bedienung. Deshalb bekommt jeder Raum ein Panel mit wenigen, klar benannten Aktionen: Präsentation starten, Ton laut oder leise, Bild aus, Raum ausschalten. Alles Weitere liegt in einem geschützten Technikprofil. Das Personal an der Rezeption braucht dafür keine Schulung, sondern eine Kurzanleitung, und genau die gehört zur Übergabe. Wie das im Rollout abläuft, steht auf der Seite So läuft die Zusammenarbeit ab.
Teilbare Räume sind der häufigste Kalkulationsfehler
Fast jedes Haus mit Tagungsbereich hat mindestens einen Raum, der sich mit einer mobilen Trennwand teilen lässt. In der Ausschreibung steht dann eine Trennwand, in der Praxis stehen dahinter zwei Räume, die jederzeit einer werden können. Bild, Ton, Mikrofonie und Bedienung müssen diesen Wechsel mitmachen, ohne dass jemand einen Techniker ruft.
Kalkuliert wird das als eigene Variante des Raumpakets: zweite Bild- und Tonzone, gekoppelte Steuerung, Erkennung des Wandzustands, getrennte oder zusammengeschaltete Mikrofonstrecken. Wer diese Variante in der Angebotsphase vergisst, liefert später zwei Räume, die einzeln funktionieren und gemeinsam nicht. Genau deshalb steht die Raumteilung im Mengengerüst und nicht in der Montagewoche.

Barrierefreiheit im Tagungsraum
Seit dem 28. Juni 2025 gelten das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Deutschland und das Barrierefreiheitsgesetz in Österreich. Für Tagungs- und Seminarräume ist die induktive Höranlage der sichtbarste Punkt: Sie wird bei der Abnahme eingemessen, dokumentiert und mit dem vorgeschriebenen Piktogramm gekennzeichnet. Dazu kommt das Zwei-Sinne-Prinzip nach DIN 18040, also Information über Hören und Sehen, sowie eine Raumakustik, die inklusives Zuhören überhaupt erst möglich macht. Den vollständigen Rahmen inklusive Übergangsfristen findest du auf der Seite Signage und Gästeinformation.
Quick-Reference
- Ein Set je Raum: Bildfläche, Beschallung, Mikrofonierung, Bedienung, Raumteilung, Hybrid, Höranlage
- Sprachverständlichkeit nach STI gemäß EN 60268-16, Raumakustik nach DIN 18041 und ÖNORM B 8115
- Teilbare Räume brauchen eine gekoppelte Steuerung, sonst wird die Trennwand zum Störfall
- Bedienpanel mit wenigen klaren Aktionen, Technikfunktionen im geschützten Profil
- Induktive Höranlage nach EN 60118-4, eingemessen und gekennzeichnet zur Abnahme
- Sprachalarmierung bleibt ein eigenes Gewerk, die Beschallung wird damit abgestimmt

Inline-FAQ Tagungsräume
Display oder Projektion? Entscheidend sind Raumtiefe, Deckenhöhe und Restlicht. In hellen Räumen mit Fensterfront gewinnt fast immer das Display, in tiefen Räumen mit abdunkelbarer Fensterfront die Projektion.
Was kostet ein teilbarer Raum zusätzlich? Der Aufschlag steckt in der Steuerung und der zweiten Bild- und Tonzone, nicht in der Trennwand. Kalkuliert wird er als eigene Variante des Raumpakets.
Brauchen wir wirklich eine Höranlage? Wenn der Raum öffentlich genutzt oder vermietet wird, ist sie Stand der Dinge und Teil der Barrierefreiheit. Nachträglich eingebaut kostet sie ein Vielfaches, weil die Schleifenführung in den Bodenaufbau gehört.
Funktioniert Hybrid mit dem Notebook des Gastes? Ja, sofern der Raum eine eigene Kamera- und Mikrofonstrecke hat, die sich als Gerät anmelden lässt. Ohne Raummikrofonie hören Zugeschaltete nur die Person direkt am Notebook.

Technik-Gewerk in der Objektausstattung
- Die Pakete je Raumtyp: Hotelzimmer, Seminar, Empfang, Gastronomie
- Das Hotelzimmer-Paket im Detail und warum es die Kalkulation vereinfacht
- Signage und Gästeinformation, gepflegt vom Haus selbst
- Barrierefreiheit nach BFSG und BaFG mit allen Übergangsfristen
- Rollout und Termine bis zum Eröffnungstag
- Betrieb nach der Übergabe: Wartung, Fernwartung, Reaktionszeiten
Das passt dazu
Gratis-ePaper · PDFTechnik-Gewerk in der ObjektausstattungDie Pakete je Raumtyp: Hotelzimmer, Seminar, Empfang, GastronomieePaper laden
ProduktProduktseite medientechnik-fuer-objektausstatterAlle Funktionen, Technik und Anwendungsfälle im Überblick.Produkt ansehen Im Detail
Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Was kostet das Technik-Gewerk je Raumtyp?
- Wie schnell läuft ein Hotel-Rollout?
- Was gehört in ein Hotelzimmer-Technikpaket?
- Wer betreut die Technik nach der Übergabe?
- Wie wird die Beschallung im Objekt geplant?
- Welche Technik braucht ein Seminarraum?
- Was fordert das Barrierefreiheitsgesetz im Objekt?
- Wie läuft die Zusammenarbeit mit Objektausstattern?
