★ Höranlage oder Auracast: wie du Barrierefreiheit in der Beschallung zukunftssicher entscheidest

Story

Höranlage oder Auracast: wie du Barrierefreiheit in der Beschallung zukunftssicher entscheidest

Heller, akustisch optimierter Saal mit Rednerpult und Publikum — Sprachverständlichkeit und Höranlage

Die MULTIMEDIAFABRIK plant und installiert Multiroom-Audio- und Mehrzonen-Beschallung als schlüsselfertige Komplettlösung zum Kauf — inklusive barrierefreier Höranlage für Hörgeräteträger, geplant nach der internationalen Referenznorm EN/IEC 60118-4 oder als modernes Auracast-Setup. In Versammlungsstätten und öffentlich zugänglichen Bereichen ist eine Höranlage oft Pflicht. Die schwierigere Frage ist nicht ob, sondern welche — und genau hier entscheidet sich, ob eine Investition zukunftssicher ist.

Einleitung

Die MULTIMEDIAFABRIK plant und installiert Multiroom-Audio- und Mehrzonen-Beschallung als schlüsselfertige Komplettlösung zum Kauf — inklusive barrierefreier Höranlage für Hörgeräteträger, geplant nach der internationalen Referenznorm EN/IEC 60118-4 oder als modernes Auracast-Setup. In Versammlungsstätten und öffentlich zugänglichen Bereichen ist eine Höranlage oft Pflicht. Die schwierigere Frage ist nicht ob, sondern welche — und genau hier entscheidet sich, ob eine Investition zukunftssicher ist.

Diese Story stellt die beiden Wege gegenüber: die etablierte induktive Höranlage (Telecoil) und Auracast als neueren Standard ohne Induktionsschleife. Sie erklärt, was beide leisten, warum sie noch einige Jahre koexistieren und wie man heute entscheidet, ohne sich morgen zu ärgern.

Der rote Faden: Barrierefreiheit ist kein Häkchen auf einer Liste, sondern eine Technik-Entscheidung mit langer Lebensdauer — sie gehört herstelleroffen beraten und mit einem Messprotokoll belegt.

Warum eine Höranlage Pflicht wird

Öffentlich zugängliche Bereiche — Säle, Versammlungsstätten, Gemeinde-Gebäude, Veranstaltungshäuser — brauchen eine Höranlage, damit Hörgeräteträger dem Geschehen folgen können. Eine normale Beschallung reicht dafür nicht: Sie überträgt den Schall durch den Raum, mit allem Hall und Störgeräusch. Eine Höranlage überträgt das Signal direkt ins Hörgerät.

Ohne HöranlageMit Höranlage
Schall über den Raum, mit Hall und StörgeräuschSignal direkt ins Hörgerät
Hörgeräteträger verstehen wenigklares, störungsarmes Signal
keine Compliance im öffentlichen Bereichnachweisbare Barrierefreiheit

Die Pflicht trifft vor allem Betreiber öffentlich zugänglicher Versammlungsstätten — und sie wird ernster genommen, je mehr Barrierefreiheit zum Standard wird.

Helle Hotellobby im alpinen Vorarlberg-Stil mit unsichtbarer Beschallung — keine sichtbaren Lautsprecher

Der etablierte Weg: induktive Höranlage (Telecoil)

Die induktive Höranlage ist der bewährte Standard. Eine Induktionsschleife im Raum erzeugt ein Magnetfeld, das Hörgeräte mit Telecoil direkt empfangen — ohne zusätzliches Gerät. Die internationale Referenznorm ist EN/IEC 60118-4.

EigenschaftBewertung
Reifeetabliert, seit Jahrzehnten im Einsatz
Kompatibilitätfunktioniert mit jedem Hörgerät mit Telecoil
Nachweismessbar nach EN/IEC 60118-4
InstallationInduktionsschleife im Boden oder in der Decke
Grenzebegrenzte Klangqualität, Übersprechen zwischen Räumen möglich

Der große Vorteil: Telecoil ist überall verbreitet und braucht kein zusätzliches Empfangsgerät. Wer heute eine Höranlage nach Norm nachweisen muss, ist mit EN/IEC 60118-4 auf der sicheren Seite.

Der neue Weg: Auracast (Bluetooth LE Audio Broadcast)

Auracast ist der moderne Nachfolger ohne Induktionsschleife. Das Audio wird per Bluetooth LE Audio als Broadcast gesendet, den kompatible Hörsysteme und Empfänger direkt empfangen. Die Bluetooth SIG erwartet, dass bis Ende 2026 rund 75 % neuer Hörsysteme den Standard unterstützen [Bluetooth SIG, 2025].

EigenschaftBewertung
Klangqualitätdigital, hochwertig
Installationkeine Induktionsschleife nötig
Skalierbarkeitmehrere Broadcasts parallel möglich
Kompatibilitätwächst schnell, aber noch nicht flächendeckend
Norm-Standdedizierter Höranlagen-Standard IEC 60118-17 final erst 2027 erwartet

Der Haken liegt im Timing: Auracast ist die Zukunft, aber der dedizierte Höranlagen-Standard IEC 60118-17 ist erst für 2027 final erwartet — und nicht jeder Hörgeräteträger hat heute schon ein kompatibles Gerät.

Elegantes Hotelrestaurant mit Bar am Abend, stimmige Atmosphäre durch unsichtbare Mehrzonen-Beschallung

Die ehrliche Entscheidung: beide koexistieren noch

Die wichtigste Erkenntnis: Es ist kein Entweder-oder für die Ewigkeit. Telecoil und Auracast werden mehrere Jahre nebeneinander bestehen [Ampetronic, 2025]. Wer heute baut, entscheidet nicht zwischen „alt” und „neu”, sondern wählt den Weg, der zum Objekt, zum Zeithorizont und zum Nutzerkreis passt.

SituationEmpfohlene Richtung
Compliance heute zwingend nachweisenEN/IEC 60118-4 (Telecoil) als sichere Basis
Neubau mit langem ZeithorizontAuracast einplanen, ggf. parallel zu Telecoil
gemischter Nutzerkreisbeide Wege koexistieren lassen
reine Zukunftssicherheit, PilotAuracast, im Bewusstsein der noch wachsenden Verbreitung

Genau deshalb berät die MULTIMEDIAFABRIK herstelleroffen: Wir empfehlen nicht das Produkt, das wir gerade verkaufen wollen, sondern den Weg, der über die Lebensdauer der Anlage trägt — und liefern in beiden Fällen ein Messprotokoll.

Wie das in die Beschallung passt

Die Höranlage ist kein isoliertes Gewerk, sondern Teil des Gesamtsystems. Sie greift in die Beschallung und die Sprachverständlichkeit ein und wird zusammen mit ihnen geplant und eingemessen.

BausteinZusammenhang
RaumakustikNachhall (RT60) zuerst beruhigen, sonst leidet jede Übertragung
SprachverständlichkeitSTI nach IEC 60268-16 messen und kalibrieren
Notfall-DurchsageEN 54-16 mit STI ≥ 0,50 als Minimum
HöranlageEN/IEC 60118-4 oder Auracast, mit Messprotokoll
Servicejährliches Nachmessen, regionale Wartung
Techniker der MULTIMEDIAFABRIK misst die Raumakustik in einem hellen Restaurant mit Mess-Mikrofon und Tablet

Quick-Reference

  • Öffentlich zugängliche Bereiche brauchen oft eine Höranlage für Hörgeräteträger
  • Telecoil (EN/IEC 60118-4) ist etabliert, flächendeckend kompatibel und sicher nachweisbar
  • Auracast (Bluetooth LE Audio) ist der Nachfolger ohne Induktionsschleife, mit wachsender Verbreitung
  • Der dedizierte Auracast-Höranlagen-Standard IEC 60118-17 wird final erst 2027 erwartet
  • Beide Systeme koexistieren noch mehrere Jahre — die Wahl hängt von Objekt und Zeithorizont ab
  • Die MULTIMEDIAFABRIK berät herstelleroffen und liefert in beiden Fällen ein Messprotokoll
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