Vertiefung

LED-Wall Funktionen und Technik, verständlich erklärt

Montage eines Fine-Pitch-LED-Moduls bei der Installation

Eine LED-Wall ist eine Bildfläche aus vielen kleinen Modulen, auf denen winzige Leuchtdioden selbst das Bild erzeugen, ganz ohne Hintergrundbeleuchtung und ohne Projektor. Diese Seite erklärt die Begriffe aus dem Datenblatt so, dass du ein Angebot lesen und vergleichen kannst.

Wie eine LED-Wall aufgebaut ist

Die kleinste Einheit ist der Bildpunkt. Er besteht aus je einer roten, grünen und blauen Leuchtdiode. Viele Bildpunkte sitzen auf einem Modul, mehrere Module in einem Gehäuse, dem Kabinett. Aus den Kabinetten entsteht die Wand.

EbeneWas es istWarum es dich betrifft
Bildpunktdrei Leuchtdioden in Rot, Grün und Blausein Abstand zum Nachbarn bestimmt die Schärfe
ModulPlatine mit vielen Bildpunkteneinzelne Module lassen sich tauschen
KabinettRahmen mit mehreren Modulen, Netzteil und Empfangskartebestimmt Gewicht und Montage
SteuerungRechner, der das Bild auf alle Kabinette verteiltentscheidet, welche Quellen du anschließt

Weil die Module Kante an Kante sitzen, hat das Bild keine Fugen. Das ist der wichtigste Unterschied zur Videowall aus LCD-Monitoren.

LED-Display, LED-Bildschirm oder LED-Wall

Im Handel heißen dieselben Geräte unterschiedlich: LED-Display-Wand, LED-Bildschirm-Wand, LED-Screen indoor oder Display Wall. Das sorgt für Verwirrung, weil manche damit einen großen LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung meinen.

BezeichnungWas meist dahinterstecktFugen im Bild
LED-TV, großes DisplayLCD-Bildschirm mit LED-Hintergrundlicht, fixe Größe bis rund 2,5 m Diagonalekeine, aber Größe begrenzt
Videowall aus LCD-Monitorenmehrere schmalrandige Monitore nebeneinandersichtbare Stege
LED-Wall, LED-Wand, LED-Videowallselbstleuchtende Module, Größe frei wählbarkeine

Für eine Fläche bis etwa 2 m Breite reicht oft ein großes Display. Ab dieser Größe, bei viel Raumlicht oder bei Sonderformen ist die LED-Wall die bessere Wahl. Wir sagen dir im Erstgespräch ehrlich, was dein Raum braucht.

Lobby mit großflächiger nahtloser LED-Wall der MULTIMEDIAFABRIK in Vorarlberg

Pixelabstand

Der Pixelabstand, im Datenblatt als Pixel Pitch oder mit „P” angegeben, ist der Abstand zwischen zwei Bildpunkten in Millimetern. P1.5 heißt 1,5 mm. Je kleiner die Zahl, desto mehr Bildpunkte pro Quadratmeter und desto näher darfst du an die Wand.

PixelabstandBildpunkte pro Quadratmeter, gerundetTypischer Einsatz
0,9 mm1,2 MillionenBoardroom, Leitwarte, sehr nahe Betrachtung
1,5 mm440.000Empfang, Besprechungsraum
2,5 mm160.000Lobby, Saal, Bühne
4 mm62.500Sporthalle, große Halle
6 bis 10 mm10.000 bis 28.000Stadion, Fassade

Wie du den Pixelabstand zu deinem Raum passend wählst, erklärt die Seite Pixel-Pitch und Betrachtungsabstand.

Helligkeit und Bildwiederholrate

Die Helligkeit wird in Nits oder Candela pro Quadratmeter angegeben. Drinnen reichen meist einige hundert bis gut tausend Nits, je nachdem, wie viel Tageslicht in den Raum fällt. Draußen braucht es ein Vielfaches davon.

WertWas er bedeutetWorauf du achtest
Helligkeit in Nitswie stark die Wand leuchtetzum Raumlicht passend, abends herunterregelbar
Bildwiederholratewie oft pro Sekunde das Bild neu aufgebaut wirdhoch genug, damit Kameras kein Flimmern aufnehmen
KontrastAbstand zwischen hellstem Weiß und dunkelstem Schwarzwichtig bei dunklen Räumen und Filmen
Graustufenwie fein Helligkeit abgestuft wirdwichtig bei gedimmter Wand

Eine zu helle Wand blendet im Besprechungsraum. Deshalb stellen wir die Helligkeit bei der Einrichtung auf den Raum ein und richten auf Wunsch Tag- und Abendprofile ein.

Outdoor-LED-Wall an einem Stadion, tageslichttauglich

SMD, COB und MicroLED

Die Bauart beschreibt, wie die Leuchtdioden auf dem Modul sitzen. Eine beste Bauart gibt es nicht, nur eine passende zu Abstand, Raum und Budget.

BauartAufbauStärkeGrenze
SMDLeuchtdioden einzeln auf die Platine gelötetbewährt, breiter Einsatz, wirtschaftlichempfindlicher bei Stößen an der Oberfläche
COBLeuchtdioden direkt auf der Platine, mit Schutzschicht vergossenrobuste Oberfläche, gut bei feinem Pixelabstandhöhere Anschaffung
MicroLEDsehr kleine Leuchtdioden, sehr feiner Pixelabstandtiefes Schwarz, hoher Kontrasthöchste Anschaffung

Wir wählen die Bauart herstelleroffen nach Einsatz. In Wartebereichen, Schulen oder Sporthallen, wo jemand die Wand berühren kann, ist eine robuste Oberfläche mehr wert als der letzte Rest Kontrast.

Steuerung und Quellen

Zwischen deinen Quellen und der Wand sitzt die Steuerung. Sie nimmt das Bild vom Laptop, Mediaplayer oder der Kamera, rechnet es auf die Auflösung der Wand um und verteilt es auf die Kabinette. Mehrere Quellen kann sie gleichzeitig nebeneinander zeigen.

QuelleAnschlussBeispiel
LaptopHDMI oder USB-CPräsentation im Besprechungsraum
MediaplayerNetzwerkBegrüßung und Imagefilm nach Wochenplan
KameraSDI oder HDMILive-Bild der Vortragenden im Saal
VideokonferenzHDMI oder NetzwerkGesprächspartner in Lebensgröße
Live-DatenNetzwerkKennzahlen aus der Produktion, freie Parkplätze
Netzwerk-VideoNDI, AV-over-IPBild aus einem anderen Raum oder Gebäude

Die Steuerung programmieren wir selbst und richten sie so ein, dass dein Team sie bedienen kann, oft mit einem Bedienfeld an der Wand oder auf dem Tablet.

Vertikale LED-Videowall als Digital Signage im Premium-Retail

Digital Signage und Videowall-System

Wenn die Wand nach Plan wechselnde Inhalte zeigt, spricht man von Digital Signage. Ein Mediaplayer holt sich Bilder, Filme und Texte aus einer Verwaltung im Browser und spielt sie zur festgelegten Zeit ab.

  • Begrüßung am Morgen, Tageskarte zu Mittag, Veranstaltungen am Abend
  • Inhalte aus dem Büro hochladen, ohne an die Wand zu gehen
  • Mehrere Bildschirme und Wände an mehreren Standorten aus einer Verwaltung
  • Live-Daten wie Wetter, Abfahrten oder Kennzahlen automatisch einbinden

Laufen Inhalte auf mehreren Bildschirmen im Haus, lohnt ein Blick auf Digital Signage.

Bildabgleich über die ganze Fläche

Module aus unterschiedlichen Fertigungen leuchten minimal verschieden. Nach der Montage gleichen wir Helligkeit und Farbe über die ganze Fläche ab, damit kein Modul heraussticht. Bei späterem Tausch einzelner Module wiederholen wir den Abgleich für diesen Bereich.

Programmierung der LED-Processing-Plattform im Kontrollraum

Inline-FAQ Funktionen und Technik

Was ist der Unterschied zwischen LED-Wall und LED-Display?
Ein LED-Display ist meist ein LCD-Bildschirm mit LED-Hintergrundlicht und fester Größe. Eine LED-Wall besteht aus selbstleuchtenden Modulen und lässt sich in fast jeder Größe ohne Fugen bauen.
Wie viele Quellen kann ich anschließen?
Das hängt an der Steuerung. Eine kleine Wand am Empfang braucht oft nur einen Mediaplayer, eine Wand im Saal Laptop, Kamera und Konferenzsystem gleichzeitig.
Wie hell muss eine LED-Wall drinnen sein?
So hell, dass sie bei Tageslicht klar bleibt, und so dunkel regelbar, dass sie abends nicht blendet. Den Wert legen wir nach einem Blick in den Raum fest.
Kann ich Inhalte selbst wechseln?
Ja. Über einen Wochenplan im Browser, per Tablet oder direkt vom Laptop.
Welche Bauart ist die richtige?
SMD für die meisten Einsätze, COB bei feinem Pixelabstand und dort, wo jemand die Wand berühren kann, MicroLED bei sehr naher Betrachtung und hohem Anspruch an Schwarz.

Quick-Reference

  • Bildpunkt, Modul, Kabinett, Steuerung: vier Ebenen einer LED-Wall
  • LED-Display meist mit fester Größe, LED-Wall in freier Größe ohne Fugen
  • Pixelabstand in Millimetern: kleiner heißt schärfer aus der Nähe
  • Helligkeit zum Raumlicht passend, mit Tag- und Abendprofil
  • Bauarten SMD, COB und MicroLED, herstelleroffen nach Einsatz gewählt
  • Quellen per HDMI, SDI, Netzwerk, NDI oder AV-over-IP
  • Bildabgleich über die ganze Fläche nach Montage und Modultausch
Vor-Ort-Kalibrierung einer LED-Wall mit Colorimeter und Tablet

Referenzen aus der Praxis

AK Vorarlberg, Projektfilm
Alpin Resort Montafon, Projektfilm
Stadion Lustenau, Making-of
Das LED-Wall Spec-ePaper als Querformat-Broschüre (Mockup)
Gratis-ePaper · PDF

Die richtige LED-Wall planen

  • Pixel-Pitch und Betrachtungsabstand richtig wählen
  • Indoor, Outdoor, Fine-Pitch, COB, MicroLED, welche Bauart wofür
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