Anwendungsfall

Konzentration & Zusammenarbeit: Wie ein Verwaltungsstandort sein Großraumbüro wieder arbeitsfähig macht

Frei abgehängte Akustik-Deckensegel aus hellem Filz über den Arbeitsplätzen eines hellen Grossraumbüros

Raumakustik der MULTIMEDIAFABRIK macht offene Bürolandschaften wieder arbeitsfähig: Messung des Ist-Zustands, Planung der wirksamen Fläche, Deckensegel, Abschirmung, möbelintegrierte Absorber und ruhige Rückzugsorte, gestalterisch mit der Einrichtung abgestimmt, dazu eine Messung nach der Maßnahme. Ein Ansprechpartner von der Bedarfsklärung bis zum Nachweis.

Ausgangssituation

Die folgende Schilderung ist eine Verdichtung typischer Ausgangslagen aus der Bedarfsanalyse der MULTIMEDIAFABRIK. Keine wörtlichen Kundenzitate, kein benanntes Projekt.

Ein Verwaltungsstandort im Alpenraum zieht mehrere Abteilungen in eine offene Bürolandschaft zusammen. Der Raum ist hell, hoch und modern möbliert, mit Glastrennwänden, einer offenen Betondecke und einem harten Bodenbelag. Auf dem Plan wirkte die Fläche großzügig; im Betrieb wirkt sie durchlässig.

Auffällig ist, dass sich niemand über Lautstärke im engeren Sinn beschwert. Es ist nicht laut wie in einer Werkhalle. Was stört, ist die Verständlichkeit fremder Gespräche: Man versteht am eigenen Platz mühelos, worüber zwei Reihen weiter gesprochen wird. Genau das zieht Aufmerksamkeit ab, weil Sprache, die man versteht, sich nicht ausblenden lässt.

Dazu kommt die Videokonferenz. Weil der Raum den Schall zurückwirft, nimmt jedes Notebook-Mikrofon die Stimme samt Raumhall auf. Die Gegenseite hört es hallig und fragt nach, die eigene Seite spricht lauter, und die Nachbarschaft hört alles mit. Die Folge ist eine stille Umgehung des Problems: Wer telefonieren muss, geht in den Besprechungsraum, und wer den Besprechungsraum für eine Besprechung braucht, findet ihn belegt.

Was der Betreiber erreichen wollte

Die Standortleitung wollte das offene Konzept nicht rückbauen. Der Gedanke, wieder Einzelbüros zu errichten, stand nie zur Debatte; gesucht war eine Maßnahme, die die Fläche erhält und trotzdem Konzentration ermöglicht. Aus Sicht der Leitung sollte jeder Arbeitsplatz drei Dinge zulassen: konzentriert lesen und schreiben, telefonieren, ohne den Nachbarn zu beschallen, und an einer Videokonferenz teilnehmen, ohne den halben Raum zum Publikum zu machen.

Wichtig war zudem, dass die Maßnahme zur bestehenden Einrichtung passt. Der Standort hatte gerade neu möbliert und wollte keine Lösung, die wie eine Notreparatur über der frischen Investition hängt.

Gäste unterhalten sich entspannt in einem hellen alpinen Restaurant mit Akustikdecke aus Filzelementen und Holzlamellen

Warum Raumakustik die Lösung war

Das Problem ist Verständlichkeit, nicht Pegel.
Absorption senkt den Anteil des Schalls, der durch den Raum weitergereicht wird, und lässt fremde Gespräche schneller in den Hintergrund treten.
Decke, Abschirmung und Möbel wirken zusammen.
Die Decke trägt die Fläche, Abschirmelemente unterbrechen den direkten Weg zwischen den Zonen, möbelintegrierte Absorber wirken dort, wo gesprochen wird. Die Bauformen im Detail zeigt die Übersicht der Akustikelemente.
Zonierung ist Planung, nicht Möbelrücken.
Laute und leise Tätigkeiten werden im Grundriss getrennt, bevor Elemente bestellt werden.
Videokonferenzen profitieren sofort.
Was der Raum nicht zurückwirft, muss kein Mikrofon mitübertragen; die Verständlichkeit steigt auf beiden Seiten der Leitung.
Für Büroflächen gibt es einen Rahmen.
VDI 2569 behandelt Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro. Welcher Zielwert für deine Fläche gilt, hängt von der Nutzung ab und wird in der Bedarfsklärung festgelegt.

Umsetzung

BausteinWas am Standort umgesetzt wurde
BedarfsklärungTätigkeitsprofile je Zone, Belegung, Konfliktpunkte, Pläne und Möblierung aufgenommen
Messung des Ist-ZustandsAufnahme in der belegten Fläche, damit die Ausgangslage belegt ist
Deckenmaßnahmefrei abgehängte Deckensegel über den Arbeitszonen, abgestimmt auf Leuchten und Lüftung
Abschirmung und Zonierungabsorbierende Trennelemente zwischen den Zonen, ruhige Tätigkeiten von durchgehendem Verkehr getrennt
MöbelintegrationAbsorber in Stauraum und Sideboards eingebunden, damit keine zusätzliche Fläche verstellt wird
Telefonnischeein akustisch ausgelegter Rückzugsort für kurze Gespräche und Konferenzen
NachweisMessung nach der Maßnahme, Vorher-Nachher-Dokumentation für die Standortleitung

Die Reihenfolge war entscheidend: erst messen und rechnen, dann gestalten, dann bauen, dann nachweisen. Der Ablauf im Detail steht auf der Seite Akustik im Büro und Saal.

Techniker richtet ein Messmikrofon auf einem Stativ in einem leeren Saal mit harten Oberflächen ein

Ergebnis

AspektVor der MaßnahmeNach der Maßnahme
Fremde Gesprächeinhaltlich verständlich über mehrere Reihentreten als Hintergrund zurück
Konzentrierte Arbeitweicht in Besprechungsräume ausfindet am Arbeitsplatz statt
Videokonferenzhallig, Rückfragen der Gegenseiteklar, ohne lauteres Sprechen
Besprechungsräumedauerhaft mit Telefonaten belegtwieder für Besprechungen frei
Möblierungneue Einrichtung ohne akustische AntwortAbsorption in Decke und Möbel eingebunden

Die Fläche blieb offen, die Möblierung blieb stehen, die Anzahl der Arbeitsplätze blieb gleich. Verändert hat sich einzig, wie weit ein Satz trägt, bevor er im Raum verschwindet. Genau daran hängt, ob eine offene Bürolandschaft als Vorteil oder als Kompromiss erlebt wird.

Was sich daraus ableiten lässt

Wenn in eurem Großraum niemand über Lärm klagt und trotzdem niemand in Ruhe arbeitet, ist die Verständlichkeit fremder Gespräche der eigentliche Störfaktor. Drei Punkte wiederholen sich über vergleichbare Ausgangslagen hinweg:

Offene Flächen brauchen eine akustische Planung, kein Nachrüsten nach Gefühl.
Die Menge an wirksamer Fläche ergibt sich aus Volumen und Nutzung.
Ein Rückzugsort gehört zum Konzept.
Ohne Nische wandern Telefonate zwangsläufig in Räume, die dafür nicht gedacht sind.
Konferenztechnik wird erst im ruhigen Raum gut.
Was der Raum zurückwirft, kann kein Mikrofon herausrechnen; deshalb kommt die Akustik vor der Anlage.
Empfangsbereich mit textilbespannten Akustikelementen in ruhigen Naturtönen wie eine Bilderwand angeordnet

Mach aus der offenen Fläche einen arbeitsfähigen Raum

Wir nehmen den Ist-Zustand messtechnisch auf, planen Decke, Abschirmung und Möbelintegration und bauen die Elemente ein. Den Überblick über alle Bausteine gibt der Raumakustik-Hub.

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Räume, in denen man sich versteht: der Praxis-Leitfaden zur Raumakustik

  • Woran du einen schlechten Raum erkennst, ganz ohne Messgerät
  • Was der Nachhall mit der Verständlichkeit macht und wie die Lärmspirale entsteht
  • Raumakustik gegen Schalldämmung: die häufigste und teuerste Verwechslung
  • Welche Elemente wo wirken: Decke, Wand, Möbel und Objekt im Vergleich
  • Mitplanen oder nachrüsten: was der Zeitpunkt im Projekt entscheidet
  • Der Ablauf von der Bedarfsklärung über die Messung bis zum Nachweis
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