Anwendungsfall

Gästeerlebnis & Verweildauer: Wie ein Restaurant im Rheintal den zu lauten Gastraum wieder ruhig bekommt

Gäste unterhalten sich entspannt in einem hellen alpinen Restaurant mit Akustikdecke aus Filzelementen und Holzlamellen

Raumakustik der MULTIMEDIAFABRIK macht aus einem harten Gastraum einen Raum, in dem sich Gäste am eigenen Tisch verstehen: Messung des Ist-Zustands, Planung der wirksamen Fläche, passende Akustikelemente, Farbe und Format mit deinem Innenarchitekten oder deiner Tischlerei abgestimmt, Montage in den Ruhetagen und eine Messung nach der Maßnahme. Ein Ansprechpartner von der Bedarfsklärung bis zum Nachweis.

Ausgangssituation

Die folgende Schilderung ist eine Verdichtung typischer Ausgangslagen aus der Bedarfsanalyse der MULTIMEDIAFABRIK. Keine wörtlichen Kundenzitate, kein benanntes Projekt.

Ein Restaurant im Rheintal wurde einige Jahre zuvor umgebaut, gestalterisch überzeugend: Sichtbeton, viel Glas zur Terrasse, ein harter, pflegeleichter Boden, offene Decke mit sichtbarer Technik, Tische aus massivem Holz. Genau die Materialien, die den Raum modern wirken lassen, nehmen dem Schall jede Gelegenheit, irgendwo zu verschwinden.

Bei halber Belegung fällt das kaum auf. Danach beginnt eine Spirale, die sich selbst antreibt: Weil die Nachbartische lauter werden, reden die Gäste am eigenen Tisch ebenfalls lauter, und weil alle lauter reden, steigt der Pegel weiter. Am Ende reden nicht mehr die Menschen miteinander, sondern jeder gegen den Raum.

Die Folgen sind im Betrieb sehr konkret. Der Service muss an jedem Tisch die Bestellung zweimal aufnehmen, spricht den ganzen Abend über den Raumpegel hinweg und ist nach der Schicht heiser. Gäste bestellen seltener nach, weil jede Nachfrage Anstrengung kostet. Das Feedback bleibt dabei freundlich und unpräzise: Es sei so laut gewesen. Warum, sagt niemand, denn die Ursache ist unsichtbar.

Was der Betreiber erreichen wollte

Der Betreiber wollte keinen neuen Raum, sondern seinen eigenen zurück. Die Handschrift des Umbaus sollte erhalten bleiben, der Sichtbeton sollte Sichtbeton bleiben, die Offenheit zur Terrasse ebenso. Gesucht war eine Maßnahme, die man dem Raum ansieht wie ein Gestaltungselement und nicht wie eine nachträgliche Reparatur.

Genauso wichtig war ihm Belegbarkeit. Er wollte vor der Investition wissen, wie viel wirksame Fläche der Raum tatsächlich braucht, und danach nachlesen können, dass sich etwas verändert hat. Und er wollte den Betrieb nicht schließen, weder für die Planung noch für die Montage.

Techniker richtet ein Messmikrofon auf einem Stativ in einem leeren Saal mit harten Oberflächen ein

Warum Raumakustik die Lösung war

Die Ursache liegt im Raum, nicht in der Lautstärke der Gäste.
Wer die Ursache messen lässt, kauft die passende Menge Absorption statt der Menge, die im Prospekt gerade übrig ist.
Die Decke ist die größte zusammenhängende freie Fläche.
In einem Gastraum sind Wände von Fenstern, Durchreichen, Garderoben und Bildern belegt; die Decke trägt die Maßnahme, ohne der Möblierung Platz wegzunehmen.
Absorption lässt sich gestalten.
Format, Farbe und Material werden mit dem Raumkonzept abgestimmt, damit die Elemente wie ein Teil des Entwurfs wirken. Welche Bauformen dafür in Frage kommen, zeigt die Übersicht der Akustikelemente.
Der Effekt zahlt doppelt.
Ein ruhigerer Gastraum entlastet die Gäste und das Personal gleichzeitig; die Stimme des Service ist am Ende des Abends noch da.
Die Wirkung wird nachgewiesen.
Nach der Montage wird erneut gemessen, damit die Verbesserung dokumentiert ist und nicht behauptet werden muss. Wie das abläuft, erklärt die Seite Messung und Nachweis.

Umsetzung

Das Projekt lief in klar getrennten Schritten, jeder mit einem Ergebnis, an dem der Betreiber entscheiden konnte.

SchrittWas im Gastraum passiert ist
BedarfsklärungNutzung, Belegung, Stosszeiten, Bestuhlungsvarianten und Beschwerdelage aufgenommen, dazu Pläne und Fotos
Messung des Ist-ZustandsAufnahme im Gastraum, damit die Ausgangslage belegt ist und nicht geschätzt wird
Planung und Angebotbenötigte wirksame Fläche berechnet, Elementtypen und Positionen festgelegt, Festpreis-Angebot nach kurzer Bedarfsklärung
Gestalterische AbstimmungFarbe, Material und Format gemeinsam mit dem Innenarchitekten des Umbaus festgelegt
MontageEinbau an den Ruhetagen, Gastraum am Öffnungstag wieder komplett bespielbar
NachweisMessung nach der Maßnahme, Vorher-Nachher-Dokumentation für den Betreiber

Der Zielwert für einen Gastraum hängt von der Nutzung ab, also davon, ob primär gegessen, gefeiert oder auch vorgetragen wird. Das legen wir in der Bedarfsklärung gemeinsam fest. Für den Geltungsbereich gibt DIN 18041 zur Hörsamkeit in Räumen den Rahmen vor, nach Nutzungsart gegliedert.

Frei abgehängte Akustik-Deckensegel aus hellem Filz über den Arbeitsplätzen eines hellen Grossraumbüros

Ergebnis

AspektVor der MaßnahmeNach der Maßnahme
Tischgespräch bei voller Belegunganstrengend, häufiges NachfragenGespräche laufen ohne Kraftaufwand
Stimme im Serviceam Schichtende belegtträgt durch den ganzen Abend
Gästefeedbackpauschal, es sei zu lautdie Lautstärke ist kein Thema mehr
GestaltungMaterialkonzept ohne akustische AntwortAbsorption als Teil des Raumbildes
NachweisVermutungdokumentierte Messung vor und nach der Maßnahme

Der Raum wurde nicht gedämpft, bis er tot klingt. Er wurde so weit beruhigt, dass die Lautstärke wieder von den Gästen kommt und nicht vom Raum.

Was sich daraus ableiten lässt

Wenn dein Gastraum ab halber Belegung kippt, liegt das selten am Publikum und fast nie an der Musikanlage. Drei Punkte wiederholen sich über vergleichbare Ausgangslagen hinweg:

Harte Gestaltung braucht eine akustische Antwort.
Beton, Glas und glatte Böden sind eine Entscheidung für die Optik; die Akustik muss dann bewusst dazugeplant werden.
Die größte freie Fläche entscheidet.
Wer die Decke nutzt, erreicht am meisten, ohne die Möblierung anzutasten.
Messen ist billiger als raten.
Zwei Runden Platten an der falschen Stelle kosten mehr als eine Aufnahme des Ist-Zustands am Anfang. Was den Preis wirklich treibt, ordnet die Seite Akustik in der Gastronomie ein.
Empfangsbereich mit textilbespannten Akustikelementen in ruhigen Naturtönen wie eine Bilderwand angeordnet

Hol dir deinen Gastraum zurück

Wir nehmen den Ist-Zustand messtechnisch auf, planen die wirksame Fläche, stimmen die Elemente gestalterisch ab und bauen sie ein. Den Überblick über alle Bausteine gibt der Raumakustik-Hub.

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Räume, in denen man sich versteht: der Praxis-Leitfaden zur Raumakustik

  • Woran du einen schlechten Raum erkennst, ganz ohne Messgerät
  • Was der Nachhall mit der Verständlichkeit macht und wie die Lärmspirale entsteht
  • Raumakustik gegen Schalldämmung: die häufigste und teuerste Verwechslung
  • Welche Elemente wo wirken: Decke, Wand, Möbel und Objekt im Vergleich
  • Mitplanen oder nachrüsten: was der Zeitpunkt im Projekt entscheidet
  • Der Ablauf von der Bedarfsklärung über die Messung bis zum Nachweis
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