Anwendungsfall

Wohnqualität & Klang zuhause: Wie eine offene Wohnküche am Bodensee ihren Hall verliert

Empfangsbereich mit textilbespannten Akustikelementen in ruhigen Naturtönen wie eine Bilderwand angeordnet

Raumakustik der MULTIMEDIAFABRIK bringt Ruhe in offene Wohnbereiche und Fundament ins Heimkino: Messung des Ist-Zustands, Planung der wirksamen Fläche, wohnliche Elemente wie Akustikbilder, Holzpaneele und Deckenlösungen, gemeinsam mit deinem Innenarchitekten oder deiner Tischlerei abgestimmt, dazu eine Messung nach der Maßnahme. Ein Ansprechpartner von der Bedarfsklärung bis zum Nachweis.

Ausgangssituation

Die folgende Schilderung ist eine Verdichtung typischer Ausgangslagen aus der Bedarfsanalyse der MULTIMEDIAFABRIK. Keine wörtlichen Kundenzitate, kein benanntes Projekt.

Ein Einfamilienhaus am Bodensee wurde als offenes Konzept gebaut: Küche, Essplatz und Wohnbereich gehen ineinander über, dazu eine Galerie, eine hohe Fensterfront zum See und ein durchgehender Hartboden. Textil kommt im ganzen Erdgeschoss kaum vor, weil das Konzept auf klare Flächen setzt.

Im Alltag zeigt sich das an drei Stellen. Am Esstisch überlagern sich Gespräche, sobald mehr als vier Personen sitzen; wer schräg gegenüber sitzt, wird schwerer verstanden als jemand am Nachbartisch im Restaurant. Der Fernsehton wird als undeutlich empfunden, obwohl das Gerät neu ist, weil Stimmen im Raum verschmieren und Details verloren gehen. Und das Heimkino im Untergeschoss, technisch ordentlich bestückt, klingt dünn und unpräzise; laut wird es problemlos, aber es entsteht kein Fundament.

Typisch ist auch die Reaktion darauf: Zuerst wird die Lautstärke erhöht, dann eine neue Soundbar gekauft, dann werden Einstellungen verändert. Jeder dieser Schritte bekämpft ein Symptom, weil die Ursache im Raum liegt und nicht im Gerät.

Was die Bauherrschaft erreichen wollte

Der Bauherrschaft ging es um Wohnqualität, nicht um Technik. Der Raum sollte offen bleiben, die Sicht zum See unangetastet, die klare Materialsprache erhalten. Sichtbare graue Platten an der Wand kamen nicht in Frage, weder im Wohnbereich noch im Stiegenhaus.

Gewünscht war stattdessen eine Lösung, die man als Teil der Einrichtung liest: als Bild, als Holzelement, als Deckenfeld, als Möbelstück. Im Heimkino durfte es technischer sein, sollte aber ebenfalls gestaltet wirken. Und die Bauherrschaft wollte den Umfang der Maßnahme kennen, bevor entschieden wird, statt schrittweise nachzubessern.

Gäste unterhalten sich entspannt in einem hellen alpinen Restaurant mit Akustikdecke aus Filzelementen und Holzlamellen

Warum Raumakustik die Lösung war

Offene Grundrisse haben wenig Absorption.
Was früher Vorhänge, Teppiche und Polster übernommen haben, fehlt in einem klaren Konzept fast vollständig; das muss bewusst ersetzt werden.
Akustikelemente können wohnlich sein.
Textilbespannte Akustikbilder mit eigenem Motiv, Holzpaneele mit Lamellen und in Möbel integrierte Flächen wirken als Gestaltung, nicht als Nachrüstung. Die Bauformen zeigt die Übersicht der Akustikelemente.
Verständlichkeit schlägt Lautstärke.
Ein beruhigter Raum macht Stimmen im Fernsehton klarer, ohne dass jemand lauter stellen muss.
Das Heimkino braucht den Raum zuerst.
Erst wenn der Raum nicht mehr gegen das System arbeitet, wird aus Lautstärke ein sauberes Klangbild.
Technik darf verschwinden.
Wo Lautsprecher nicht sichtbar sein sollen, greifen unsichtbare Lautsprecher und die Akustikplanung ineinander, statt sich zu behindern.

Umsetzung

SchrittWas im Haus passiert ist
BedarfsklärungNutzung je Zone besprochen, Wünsche zur Gestaltung aufgenommen, Pläne und Materialien gesichtet
Messung des Ist-ZustandsAufnahme im Wohnbereich und im Heimkino, damit die Ausgangslage belegt ist
Planungwirksame Fläche je Zone berechnet, Positionen auf Decke, Wand und Möbel verteilt
Gestalterische AbstimmungMotive, Farben, Holzart und Formate mit Innenarchitektin und Tischlerei festgelegt
MontageEinbau in kurzen Zeitfenstern, Wohnbereich zwischendurch nutzbar
HeimkinoElemente an den akustisch entscheidenden Flächen, Feinabstimmung mit dem vorhandenen System
NachweisMessung nach der Maßnahme, Dokumentation für die Bauherrschaft

Welcher Zielwert für einen Wohnraum sinnvoll ist, hängt davon ab, wie er genutzt wird. Ein Raum zum Reden verhält sich anders als ein Raum zum Hören, und ein Heimkino stellt wieder eigene Anforderungen. Das legen wir in der Bedarfsklärung gemeinsam fest; verbindlich wird es im Festpreis-Angebot nach kurzer Bedarfsklärung.

Wichtig war der Bauherrschaft, dass der Umfang von Anfang an feststand. Deshalb wurde die gesamte Maßnahme über Wohnbereich, Galerie und Heimkino in einem Zug geplant und danach in Etappen gebaut, statt an einer Stelle zu beginnen und später zu prüfen, ob es reicht.

Techniker richtet ein Messmikrofon auf einem Stativ in einem leeren Saal mit harten Oberflächen ein

Ergebnis

AspektVor der MaßnahmeNach der Maßnahme
Gespräch am Esstischüberlagert sich ab mehreren Personenbleibt ruhig und verständlich
Fernsehtonundeutlich, Stimmen verschmierenSprache klar bei normaler Lautstärke
Heimkinolaut, aber ohne Fundamentpräzise, mit Substanz statt Hall
Raumeindruckhart und unruhigruhig, ohne den offenen Charakter zu verlieren
GestaltungAngst vor sichtbaren PlattenElemente sind Teil der Einrichtung

Was sich daraus ableiten lässt

Wenn zuhause der Fernsehton nicht mehr passt, obwohl das Gerät neu ist, hilft kein weiteres Gerät. Drei Punkte wiederholen sich über vergleichbare Ausgangslagen hinweg:

Klare Materialien brauchen eine akustische Antwort.
Wer auf Textil verzichtet, entscheidet sich damit auch akustisch, meist ohne es zu merken.
Gestaltung und Wirkung sind kein Widerspruch.
Bild, Lamelle oder Möbelfront können wirksam sein, wenn sie fachlich richtig aufgebaut und richtig platziert sind.
Die Reihenfolge bleibt gleich, auch im Wohnbau.
Messen, planen, gestalten, bauen, nachweisen. Wie das in der Region abläuft, beschreibt die Seite Raumakustik am Bodensee und in Vorarlberg.
Frei abgehängte Akustik-Deckensegel aus hellem Filz über den Arbeitsplätzen eines hellen Grossraumbüros

Hol dir Ruhe in den offenen Wohnbereich

Wir nehmen den Ist-Zustand messtechnisch auf, planen die wirksame Fläche, stimmen Motive und Materialien mit deiner Einrichtung ab und bauen die Elemente ein. Den Überblick gibt der Raumakustik-Hub. Soll später ein eigener Kinoraum dazukommen, findest du unter eigenes Kino mit Akustikplanung, wie Akustik, Bild und Ton dort zusammenkommen.

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Räume, in denen man sich versteht: der Praxis-Leitfaden zur Raumakustik

  • Woran du einen schlechten Raum erkennst, ganz ohne Messgerät
  • Was der Nachhall mit der Verständlichkeit macht und wie die Lärmspirale entsteht
  • Raumakustik gegen Schalldämmung: die häufigste und teuerste Verwechslung
  • Welche Elemente wo wirken: Decke, Wand, Möbel und Objekt im Vergleich
  • Mitplanen oder nachrüsten: was der Zeitpunkt im Projekt entscheidet
  • Der Ablauf von der Bedarfsklärung über die Messung bis zum Nachweis
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