Anwendungsfall

Auslastung & Nutzbarkeit: Wie eine Berggemeinde ihre Mehrzweckhalle mit Akustik wieder belegt bekommt

Helle Mehrzweckhalle mit senkrecht abgehängten Akustik-Baffeln unter der Deckenkonstruktion

Raumakustik der MULTIMEDIAFABRIK macht aus einer halligen Halle einen Raum, den man wieder gerne bucht: Messung des Ist-Zustands, Planung der wirksamen Fläche für ein hohes Raumvolumen, abgehängte Baffeln und Deckenabsorber, Ausführung passend zur sportlichen Nutzung und eine Messung nach der Maßnahme. Ein Ansprechpartner von der Bedarfsklärung bis zum Nachweis.

Ausgangssituation

Die folgende Schilderung ist eine Verdichtung typischer Ausgangslagen aus der Bedarfsanalyse der MULTIMEDIAFABRIK. Keine wörtlichen Kundenzitate, kein benanntes Projekt.

Eine Berggemeinde betreibt eine Mehrzweckhalle, die als Turnhalle, Versammlungsort, Festsaal und Bühne für Vereine dient. Das Gebäude ist solide gebaut: hohes Volumen, harte Wände, ein Sportboden, Prallwände, eine offene Deckenkonstruktion. Im Raum gibt es fast nichts, was Schall aufnimmt, dafür sehr viel, was ihn zurückgibt.

Im Sportbetrieb fällt das auf, im Veranstaltungsbetrieb entscheidet es. Bei einer Versammlung überlagern sich Stimmen so lange, bis Reden zu einem Geräusch verschmelzen. Durchsagen kommen nicht an, weil der Raum jede Silbe mehrfach nachliefert. Beim Vereinsfest wird die Musik lauter gedreht, weil die Gäste lauter reden, und danach reden die Gäste noch lauter. Nach zwei Stunden gehen die Leute nicht, weil es spät ist, sondern weil sie erschöpft sind.

Die Folge ist eine leise Abwanderung. Vereine weichen für Jahresversammlungen in Gasthäuser aus, Schulungen und Feiern werden anderswo angefragt, und die Halle steht an Abenden leer, an denen sie voll sein sollte. Der Gemeinde fällt das zuerst am Belegungsplan auf, nicht an einer Beschwerde.

Was die Gemeinde erreichen wollte

Die Gemeinde wollte die Halle nicht umbauen, sondern nutzbar machen. Ziel war eine Halle, in der ein Vortrag verstanden wird, ein Fest ohne Erschöpfung funktioniert und der Sportbetrieb unverändert weiterläuft. Die Maßnahme sollte den Sportbetrieb aushalten, also robust ausgeführt sein und dem Ballspiel standhalten. Ballwurfsicherheit war deshalb von Anfang an eine Anforderung im Leistungsbild, nicht ein Wunsch am Ende.

Zudem wollte die Gemeinde wissen, wie sich der Nutzungskonflikt zwischen Sprache und Musik auflösen lässt. Ein Raum, in dem eine Rede verständlich ist, verhält sich nicht automatisch wie ein Raum, in dem eine Band gut klingt. Die Frage war, welcher Zustand für welche Nutzung angestrebt wird und wie beides in einem Raum zusammengeht.

Gäste unterhalten sich entspannt in einem hellen alpinen Restaurant mit Akustikdecke aus Filzelementen und Holzlamellen

Warum Raumakustik die Lösung war

Volumen verlangt Fläche.
Eine hohe Halle braucht deutlich mehr wirksame Fläche als ein Klassenzimmer; wie viel genau, ergibt sich aus Messung und Rechnung, nicht aus Erfahrungswerten.
Baffeln nutzen die Höhe.
Frei abgehängte Elemente wirken beidseitig und lassen sich zwischen Dachbindern, Leuchten und Technik einordnen, ohne die Sportfläche einzuschränken. Die Bauformen zeigt die Übersicht der Akustikelemente.
Die Ausführung muss zur Nutzung passen.
Für den Sportbetrieb wird eine ballwurfsichere Ausführung gefordert und ausgeschrieben; welche konkrete Ausführung in eurer Halle möglich ist, klären wir in der Bedarfsklärung.
Sprache und Musik werden bewusst abgewogen.
Ein Zustand, der Reden trägt, und ein Zustand, der Musik trägt, liegen nicht am selben Punkt. Der Zielwert je Nutzung wird in der Bedarfsklärung festgelegt.
Erst der Raum, dann die Anlage.
Eine beruhigte Halle macht jede Durchsage verständlicher; die Beschallung wird danach ausgelegt, siehe PA-Anlagen.

Umsetzung

SchrittWas in der Halle passiert ist
BedarfsklärungNutzungsarten von Sport bis Fest erfasst, Belegungsplan, Konfliktfälle, Anforderung Ballwurfsicherheit festgeschrieben
Messung des Ist-ZustandsAufnahme in der leeren Halle, damit die Ausgangslage belegt ist
Planungwirksame Fläche für das Raumvolumen berechnet, Baffeln und Deckenabsorber positioniert
Abstimmung mit dem BetriebMontagefenster in der veranstaltungsfreien Zeit, Abstimmung mit Vereinen und Schule
MontageEinbau in der Höhe, Sportfläche und Prallwände unverändert nutzbar
NachweisMessung nach der Maßnahme, Dokumentation für Gemeindevorstand und Betreiber

Die Halle blieb dabei eine Halle. Verändert wurde nicht ihre Nutzung, sondern die Zeit, die ein Ton darin überdauert. Für den laufenden Betrieb war das die einfachste aller Varianten: keine Umbauten am Boden, keine Eingriffe in die Prallwände, keine neue Bestuhlung, sondern eine Maßnahme in der Höhe, die niemandem Fläche wegnimmt.

Techniker richtet ein Messmikrofon auf einem Stativ in einem leeren Saal mit harten Oberflächen ein

Ergebnis

AspektVor der MaßnahmeNach der Maßnahme
VersammlungReden verschmelzen zum GeräuschWortbeiträge sind verständlich
Durchsagenkommen nicht anerreichen die ganze Halle
Fest am AbendGäste gehen erschöpftder Abend hält, ohne anzustrengen
BelegungAnfragen wandern abdie Halle wird wieder angefragt
Sportbetriebuneingeschränktuneingeschränkt, Ausführung auf den Betrieb ausgelegt

Was sich daraus ableiten lässt

Wenn eure Halle technisch in Ordnung ist und trotzdem gemieden wird, liegt das selten am Angebot. Drei Punkte wiederholen sich über vergleichbare Ausgangslagen hinweg:

Mehrzwecknutzung ist eine akustische Aufgabe.
Ein Raum, der alles können soll, braucht eine bewusste Entscheidung, welche Nutzung den Zielwert bestimmt.
Die Anforderung gehört ins Leistungsbild.
Robustheit und Ballwurfsicherheit werden früh als Anforderung benannt, damit sie planbar bleiben.
Auslastung ist die eigentliche Rendite.
Eine Halle, die verständlich ist, wird wieder gebucht. Wie sich der Aufwand zusammensetzt, ordnet die Seite Akustik im Büro und Saal ein.
Frei abgehängte Akustik-Deckensegel aus hellem Filz über den Arbeitsplätzen eines hellen Grossraumbüros

Mach deine Halle wieder buchbar

Wir nehmen den Ist-Zustand messtechnisch auf, planen die wirksame Fläche für das Volumen deiner Halle, liefern die passenden Elemente und bauen sie ein. Den Überblick gibt der Raumakustik-Hub.

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Räume, in denen man sich versteht: der Praxis-Leitfaden zur Raumakustik

  • Woran du einen schlechten Raum erkennst, ganz ohne Messgerät
  • Was der Nachhall mit der Verständlichkeit macht und wie die Lärmspirale entsteht
  • Raumakustik gegen Schalldämmung: die häufigste und teuerste Verwechslung
  • Welche Elemente wo wirken: Decke, Wand, Möbel und Objekt im Vergleich
  • Mitplanen oder nachrüsten: was der Zeitpunkt im Projekt entscheidet
  • Der Ablauf von der Bedarfsklärung über die Messung bis zum Nachweis
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