› Was du zeigen darfst
Werberecht auf der Praxisfläche: sachlich informieren, ohne dass es nach Anpreisung aussieht

Auf einem Praxis-Bildschirm gilt ein anderer Ton als im Schaufenster eines Geschäfts. Für Ärztinnen und Ärzte gibt die zuständige Ärztekammer den Rahmen vor, und der zielt auf sachliche, wahre Information statt auf marktschreierische Darstellung. MULTIMEDIAFABRIK (Herrschaftswiesen 1, 6842 Koblach, Vorarlberg) gestaltet Praxisflächen deshalb bewusst zurückhaltend: informieren statt anpreisen.
Diese Seite ist keine Rechtsauskunft und enthält keine Aussage darüber, was in deinem Fall erlaubt ist. Sie beschreibt, wie wir Inhalte gestalten, damit sie sachlich wirken, und welche Muster erfahrungsgemäß Diskussionen auslösen.
Der Unterschied liegt im Ton, nicht im Thema
Fast jedes Thema lässt sich sachlich oder werblich formulieren. Eine Vorsorgeuntersuchung ist beides Mal dieselbe Leistung; die Frage ist, ob der Text sie erklärt oder ob er sie verkauft. Genau daran entscheidet sich, ob eine Fläche in einer Praxis passend wirkt oder deplatziert.
Drei Merkmale trennen die beiden Seiten in der Praxis recht zuverlässig: Überprüfbarkeit, Vergleich und Druck. Sachliche Information ist überprüfbar, sie vergleicht sich nicht mit anderen, und sie erzeugt keine Dringlichkeit. Sobald ein Text einen dieser drei Punkte verlässt, wird er angreifbar.
Formulierungen, die sachlich wirken, und solche, die zu weit gehen
Die folgende Gegenüberstellung ist ein Gestaltungs-Hinweis, keine rechtliche Einschätzung. Sie zeigt, wie wir Texte für Praxisflächen aufbauen.
| Thema | Wirkt sachlich |
|---|---|
| Leistungsspektrum | „Wir bieten Vorsorgeuntersuchungen an. Sprich uns bei deinem nächsten Termin darauf an.” |
| Neue Ausstattung | „Seit Mai steht uns ein neues Gerät für die Untersuchung zur Verfügung.” |
| Team | „Dr. Muster ergänzt seit März unser Team, Schwerpunkt Innere Medizin.” |
| Wahlleistung | „Diese Leistung wird nicht von der Kasse übernommen. Die Kosten besprechen wir vorab.” |
| Ergebnis einer Behandlung | „Was eine Behandlung leisten kann, hängt vom Befund ab und wird im Gespräch geklärt.” |
| Vergleich | Verzicht auf Vergleiche |
| Dringlichkeit | „Termine für die Vorsorge vereinbarst du an der Anmeldung.” |
Auffällig ist, dass die linke Spalte fast immer kürzer ist. Sachliche Information braucht keine Steigerungsform, und genau das macht sie auf einer Fläche im Wartezimmer angenehm lesbar.

Wahl- und Privatleistungen zeigen, ohne zu verkaufen
Der häufigste Wunsch lautet: Die Leute sollen wissen, dass es diese Leistung gibt, ohne dass das Team aktiv verkaufen muss. Das funktioniert, wenn die Fläche die Existenz der Leistung zeigt und das Gespräch der Ordination überlässt.
| Baustein | Empfehlung für die Gestaltung |
|---|---|
| Überschrift | benennen, was es ist, ohne Adjektiv |
| Erklärung | zwei bis drei Zeilen, was gemacht wird und wofür es gedacht ist |
| Kostenhinweis | nennen, dass es sich um eine Leistung außerhalb der Kassenleistung handelt |
| Beträge auf der Fläche | vermeiden wir; die Kostenfrage gehört ins Gespräch, nicht ins Wartezimmer |
| Handlungsaufforderung | zurückhaltend: „sprich uns an”, nicht „jetzt buchen” |
| Bildwelt | Praxis, Team, Ablauf; keine Modelbilder, keine Hochglanz-Inszenierung |
| Häufigkeit in der Schleife | ein Motiv unter vielen, nicht der Dauerbrenner |
Der letzte Punkt wird oft unterschätzt: Auch ein sachlich formulierter Text wirkt werblich, wenn er in einer Zwölf-Minuten-Schleife dreimal vorkommt. Wie die Schleife aufgebaut wird, steht auf Das Wartezimmer als Raumkonzept.
Warum Vorher-Nachher-Bilder heikel sind
Vorher-Nachher-Darstellungen sind der Klassiker in der Diskussion, besonders in der Zahnmedizin, der Kieferorthopädie und der ästhetischen Medizin. Sie sind aus mehreren Gründen ein empfindliches Thema, unabhängig von der Frage, wie sie im Einzelfall bewertet werden.
| Aspekt | Warum er zum Problem wird |
|---|---|
| Erwartungshaltung | ein Bildpaar verspricht implizit ein Ergebnis, das nicht für alle gilt |
| Auswahl | gezeigt wird immer der gelungene Fall, das verzerrt die Wahrnehmung |
| Aufnahmesituation | Licht, Winkel und Zeitpunkt verändern den Eindruck stärker als die Behandlung |
| Einwilligung | es handelt sich um Aufnahmen realer Personen, mit allem, was daran hängt |
| Berufsrechtliche Bewertung | Vorher-Nachher-Darstellungen werden je nach Fachbereich und Kammer unterschiedlich beurteilt |
| Wirkung im Wartezimmer | die Fläche kippt vom Informationsmedium zum Verkaufsmedium |
Unsere Empfehlung ist deshalb schlicht: Wenn du solche Bilder zeigen willst, klär das vorab mit der zuständigen Kammer und deiner Rechtsberatung ab und gib uns die Freigabe schriftlich. Ohne diese Klärung setzen wir Vorher-Nachher-Darstellungen nicht um. Für die Erklärung eines Ablaufs sind ohnehin Grafiken und Schemazeichnungen meist verständlicher als Fotos.

Inhalte nach Diskussionsbedarf sortiert
Diese Einordnung sagt nichts über Zulässigkeit aus. Sie hilft dir nur zu erkennen, welche Motive im Team schnell abgestimmt sind und welche eine Freigabe brauchen.
| Inhalt | Erfahrungsgemäß |
|---|---|
| Öffnungszeiten, Urlaub, Vertretung, Notdienst | unstrittig, reine Organisation |
| Hinweise zu e-card, Rezeptbestellung, Online-Termin | unstrittig, reine Organisation |
| Vorstellung des Teams mit Funktion und Schwerpunkt | in der Regel unkritisch, solange ohne Superlative |
| Beschreibung von Leistungen, sachlich formuliert | meist unkritisch, Formulierung entscheidet |
| Allgemeine Gesundheits- und Vorsorgethemen | abhängig von Quelle und Formulierung, Quelle nennen hilft |
| Wahl- und Privatleistungen mit Nutzenversprechen | braucht Abstimmung |
| Präparate, Produkte und Hersteller | braucht Abstimmung, oft ein eigenes Thema |
| Vorher-Nachher-Darstellungen | braucht Abstimmung und schriftliche Freigabe |
| Fremdwerbung von Dritten in der Praxis | braucht Abstimmung, in Praxen selten sinnvoll |
So läuft die Freigabe bei uns
| Schritt | Wer macht was |
|---|---|
| Inhalts-Plan | wir schlagen Themen und Schleifen-Aufbau vor |
| Textentwurf | wir formulieren sachlich, ohne Superlative und ohne Vergleiche |
| Fachliche Prüfung | du prüfst die Inhalte medizinisch und fachlich |
| Berufsrechtliche Klärung | du klärst Zweifelsfälle mit Kammer und Rechtsberatung |
| Freigabe | du gibst frei, wir setzen um |
| Änderung im Betrieb | jede Änderung geht denselben kurzen Weg |
Der entscheidende Punkt in dieser Kette ist die vierte Zeile. Wir schreiben und gestalten, wir bewerten aber nicht, was in deinem Fachbereich und in deinem Bundesland zulässig ist. Die Freigabe liegt immer bei dir.
Die rechtliche Bewertung für deine Praxis triffst du mit deiner Rechtsberatung oder der zuständigen Kammer. Wir setzen die Technik so um, dass sie das unterstützt.

Weiterlesen
Wie die Inhalte im Wartebereich rhythmisch aufgebaut werden, steht auf Das Wartezimmer als Raumkonzept. Was am Empfang gezeigt wird und was dort nichts verloren hat, erklärt Empfang und Anmeldung. Welche Angaben datenschutzseitig gar nicht erst auf die Fläche gehören, steht auf Datenschutz in der Praxis. Das Gesamtsystem findest du auf Digital Signage für Ärzte und Praxen.

Der Praxis-Guide für Digital Signage
- Aufruf ohne Namen: laufende Nummer plus Zimmer statt Klarnamen im Wartebereich
- Zonen mit eigenem Job: Wartezimmer, Empfang, Gang, Eingang und Außenbereich
- Geräteklasse nach Lichtmessung statt Fernseher, der im Sommer abschaltet
- Kauf statt Miete: die Anlage gehört der Praxis, Betrieb über getrennten Wartungsvertrag
