› Musik & Beschallung

Vertiefung

Musik und Zonen-Beschallung im Gastraum

Moderner Gastraum eines Alpenrestaurants am Abend mit Holz-Akustikdecke, dezenten Deckenlautsprechern und warmem Licht

Musik im Gastraum plant die MULTIMEDIAFABRIK nach Zonen, Pegelzielen und Tagesprofilen, nicht nach Wattzahl und Boxengröße. Ziel ist ein Klangbild, das an jedem Tisch gleich gut trägt und im Tagesbetrieb aus wenigen Tasten besteht.

Die häufigste Ausgangslage sieht anders aus: eine Box hinter der Theke, ein privates Streaming-Abo, ein Regler, an dem jede Schicht anders dreht. Am Fenstertisch ist es dann zu laut, im Nebenzimmer hört niemand etwas, und abends fehlt der Unterschied zum Mittagsgeschäft. Welche Bereiche dein Haus getrennt regeln muss, zeigt die Zonen-Übersicht auf dem Hub Medientechnik für Gastronomie; diese Seite geht eine Ebene tiefer, zu Lautsprecher-Auswahl, Profilen und Bedienung.

Welcher Lautsprecher wohin gehört

Die Bauform entscheidet über Optik, Abstrahlung und Montageaufwand. In fast jedem Haus kommen zwei bis drei Typen zusammen, weil Gastraum, Theke und Terrasse unterschiedliche Aufgaben haben.

Lautsprecher-TypWo er passtWas ihn auszeichnet
Deckeneinbau-LautsprecherGastraum, Gang, Sanitärbereich, überall mit abgehängter DeckeGleichmäßige Verteilung von oben, viele kleine Quellen statt weniger lauter, optisch unauffällig
Kompakte WandlautsprecherRäume ohne abgehängte Decke, Gewölbe, historische SubstanzMontage ohne Deckeneingriff, gezielt auf Sitzbereiche ausrichtbar
Unsichtbare, verputzbare EinbautenHäuser mit hohem Gestaltungsanspruch, Vinothek, Fine DiningTechnik verschwindet vollständig in Wand oder Decke, nur die Lautstärke bleibt sichtbar
Wetterfeste AußenlautsprecherTerrasse, Schanigarten, Vorplatz, RaucherbereichUV- und frostbeständig, korrosionsfeste Halterung, mehrere kleine Einheiten statt einer lauten Quelle
Kompakter Tieftöner an der ThekeBar, Lounge, Bereiche mit AbendbetriebGibt der Musik am Abend Fundament, ohne den Gesamtpegel zu heben
Anschlusspunkt für VeranstaltungenNebenzimmer, Saal, EventflächeDefinierte Einspeisung für Live-Musik oder Technik von außen, statt improvisierter Kabelwege

Wie viele Einheiten je Bereich nötig sind, ergibt die Begehung. Grundsatz bleibt: viele leise Quellen schlagen eine laute, weil jeder Gast nahe an einer Quelle sitzt und der Gesamtpegel dadurch sinkt.

Tag- und Abendprofile statt Dauerregeln

Ein Gastraum hat über den Tag mehrere Persönlichkeiten. Statt sie von Hand nachzuziehen, werden sie als Profile hinterlegt und laufen über Zeitplan oder auf Knopfdruck.

ProfilCharakterWas technisch dahinter steht
Frühstück und VormittagRuhig, sehr leise, Sprache im VordergrundNiedriger Grundpegel, wenige Zonen aktiv, warmes Klangbild
MittagsgeschäftZügig, freundlich, unaufdringlichEtwas höherer Pegel im Gastraum, Theke gleich laut, Außenzone gedämpft
Nachmittag und Café-BetriebEntspannt, längere VerweildauerGleichmäßiger Pegel über alle Sitzbereiche, Terrasse aktiv
Abend à la carteWärmer, dichter, Musik als UntergrundLeichte Anhebung tiefer Lagen, Nebenzimmer getrennt regelbar
Später Abend und BarLebendiger, Theke führtTheke höher, Gastraum niedriger, Außenzone nach Auflage begrenzt oder aus
VeranstaltungEin Bereich anders als der RestEventzone auf externen Anschluss, übrige Zonen unverändert
Reinigung und SchichtwechselFür das Team, nicht für GästeEigenes Preset, endet automatisch, verstellt keine Gast-Profile

Weil Ton und Licht auf demselben Panel liegen, wechseln beide gemeinsam. Wie die passenden Lichtszenen dazu aussehen, steht auf der Seite Licht und Stimmung.

Restaurantterrasse mit Pergola und kleinen wetterfesten Lautsprechern an den Balken, Gäste an Tischen im Abendlicht

Die Musikquelle: gewerblich, nicht privat

Ein privates Streaming-Abo deckt den Betrieb nicht ab. Deshalb gehört zur Anlage eine gewerblich lizenzierbare Quelle je Zone, passend zum Programm des Hauses, mit lokalem Puffer für den Fall, dass die Leitung schwächelt. Die Auswahl kuratierter Programme und die technische Einbindung beschreibt der Bereich Hintergrundmusik. Die Lizenz selbst schließt der Betrieb ab, für Österreich, die Schweiz und Deutschland jeweils bei der zuständigen Verwertungsgesellschaft; welche das sind und was Fläche, Nutzungsart und Terrasse damit zu tun haben, klärt der Leitfaden Musiklizenz in der Gastronomie.

Durchsagen haben Vorrang

Sobald jemand zum Mikrofon greift, muss die Musik zurückgehen, sonst wird gebrüllt. Die Anlage bekommt dafür eine Vorrangschaltung: Die gewählten Zonen senken den Musikpegel automatisch, die Durchsage läuft darüber, danach kehrt alles in den vorherigen Zustand zurück. Sinnvoll ist das für Tischnummern-Aufrufe, Buffet-Hinweise, Veranstaltungsansagen und für den Fall, dass das Haus geräumt werden muss. Wichtig ist die Abgrenzung: Eine Beschallungsanlage ist keine Sprachalarmierung. Ist eine solche Anlage vorhanden, wird sie abgestimmt, nicht ersetzt. Mikrofone für den Veranstaltungsbereich werden separat geplant, weil dort andere Anforderungen an Reichweite und Rückkopplungsfestigkeit gelten.

Detail einer Holzlattung mit Akustikvlies an der Decke und einem Filz-Wandabsorber in einem Restaurant

Bedienung, die eine Schicht überlebt

Die beste Anlage nützt nichts, wenn sie jeder anders einstellt. Deshalb gilt: Presets sichtbar, Grundeinstellungen gesperrt.

  • Ein Bedienpunkt dort, wo im Betrieb wirklich jemand steht, meist Theke oder Passe
  • Wenige beschriftete Tasten für Profile, statt Zahlenwerte und Regler
  • Definierte Ober- und Untergrenzen je Zone, damit niemand über die Auflage hinausdreht
  • Zeitpläne für den Regelbetrieb, Handeingriff nur als Ausnahme
  • Rechte getrennt für Service, Leitung und Technik
  • Kurzanleitung an der Theke, damit auch neues Personal am ersten Abend zurechtkommt

Wie Bedienpunkte, Panels und Fernzugriff zusammenspielen, zeigt der Bereich Audio-Steuerung und Bedienterminals. Was die Zonenzahl im Budget bedeutet, ordnet die Seite Kosten ein.

Quick-Reference

  • Geplant wird nach Zonen, Pegelzielen und Profilen, nicht nach Watt
  • Viele leise Quellen schlagen eine laute, innen wie außen
  • Profile für Vormittag, Mittag, Abend, Bar, Event und Reinigung laufen per Zeitplan oder Taste
  • Musikquelle gewerblich lizenzierbar, Lizenz bleibt Sache des Betriebs
  • Durchsage-Vorrang ja, Sprachalarmierung nein
  • Presets sichtbar, Grundeinstellungen gesperrt, ein Bedienpunkt im Arbeitsweg
Cafétheke mit drei schlanken Display-Flächen an der Wand, Barista an der Siebträgermaschine
3D-Broschüren-Mockup des Leitfadens Ton, Licht und Bild im Gastraum: der Leitfaden für Gastronomen
Gratis-ePaper · PDF

Ton, Licht und Bild im Gastraum: der Leitfaden für Gastronomen

  • Der Akustik-Selbsttest: hat dein Gastraum ein Nachhall-Problem?
  • Zonen und Profile für Gastraum, Theke, Nebenzimmer und Terrasse
  • Musik-Lizenz im Überblick: AKM, SUISA und GEMA, Terrasse extra
  • Licht-Rezepte für Mittag, Nachmittag, Abend, Event und Reinigung
  • Digitale Speisekarten, Aktionsdisplays und Sportübertragung
  • Die Terrassen-Checkliste vor dem ersten Sonnentag
Gratis-Leitfaden laden

Bereit für den nächsten Schritt?

Wir hören zu, denken mit und zeigen dir, was für dein Vorhaben wirklich Sinn ergibt.