◆ Atmosphäre & Erlebnis
Atmosphäre & Gästeerlebnis: Wie eine Hotel-Lobby vom Tag zum Abend die Stimmung wechselt, ohne dass ein Gerät auffällt

Die Technikintegration im Innenausbau der MULTIMEDIAFABRIK aus Vorarlberg behandelt Licht und Klang als Gestaltungsebene statt als Geräteliste: Lichtszenen, die dem Tagesverlauf folgen, Lautsprecher, die unter der Oberfläche verschwinden, und eine Bedienung, die aus einem Panel besteht. Konzept, Detailplanung, Lieferung, Programmierung und Einweisung kommen aus einem Haus.
Ausgangssituation
Ein Hotel im Montafon hatte seine Lobby neu gestalten lassen. Eichenholz, Kalkputz, offener Kamin, drei Sitzzonen, dazu ein Empfangstresen aus Massivholz. Das Materialkonzept saß, die Fotos gefielen dem Bauherrn und dem Büro.
Im Betrieb kippte die Wirkung trotzdem. Am Vormittag war der Raum zu warm und zu dunkel, weil die Beleuchtung auf Abendstimmung ausgelegt war. Am Abend war sie zu hell, weil das Personal alles einschaltete, was es fand. Zwölf Dimmer hinter der Rezeption bedeuteten in der Praxis: zwei Zustände, alles an oder alles aus. Dazu kam ein Bluetooth-Lautsprecher auf dem Sideboard, den jemand aus dem Büro geholt hatte, weil im Materialkonzept kein Platz für Klang vorgesehen war. Die Gäste blieben nach dem Abendessen nicht in der Lobby sitzen, sie gingen aufs Zimmer.
Was sich das Büro wünschte
Wir haben den Raum atmosphärisch fertig entworfen, aber im Betrieb wird die Stimmung jeden Tag neu zerstört. Wir brauchen ein Licht, das sich von selbst durch den Tag bewegt, Musik, die aus dem Raum kommt und nicht aus einer Box, und eine Bedienung, die eine neue Mitarbeiterin am ersten Tag versteht.

Warum eine geplante Technikintegration die Lösung war
Umsetzung
| Baustein | Detail |
|---|---|
| Lichtebenen | Grund-, Akzent-, Orientierungs- und Dekolicht getrennt ansteuerbar |
| Lichtfarbe | Tunable White im Aufenthaltsbereich, Farbwiedergabe über CRI 90 |
| Szenen | Morgen, Tag, Abend, Nacht, hinterlegt als Zeitplan mit manuellem Vorrang |
| Beschallung | Lautsprecher unter Putz und hinter Bespannung, drei getrennte Zonen |
| Quellen | Musikprogramm mit Zeitsteuerung, Vorrang für Durchsagen am Empfang |
| Bedienung | ein Wandpanel mit benannten Szenen, Rückfallebene für Reinigung und Technik |
| Detailplanung | Vouten, Schattenfugen und Einbautiefen gemeinsam mit dem Büro festgelegt |
| Übergabe | Einweisung des Empfangsteams, Kurzanleitung, Nachjustierung nach vier Wochen |
Der schwierigste Teil war nicht die Technik, sondern die Szenen-Dramaturgie. Wie hell darf der Empfang sein, wenn die Sitzgruppe absinkt? Wo endet Gemütlichkeit und beginnt Dunkelheit, in der ältere Gäste die Stufe nicht mehr sehen? Diese Fragen wurden vor Ort mit dem Büro gefahren, nicht am Rechner entschieden.

Ergebnis
Vier Szenen statt zwölf Schalter · Klang ohne sichtbare Lautsprecher · die Lobby trägt den Abend
Was sich daraus ableiten lässt
Atmosphäre entsteht nicht durch mehr Leuchten, sondern durch steuerbare Ebenen. Wer nur eine Lichtstimmung baut, baut sie zwangsläufig für eine einzige Tageszeit. Drei Punkte wiederholen sich über vergleichbare Projekte:

Plane die Stimmung, nicht die Geräte
Willst du, dass dein Raum abends anders wirkt als morgens, ohne dass jemand daran denken muss? Wir entwickeln mit dir Lichtszenen und Klangzonen als Teil deines Entwurfs, von der ersten Skizze bis zur Einweisung.

Unsichtbare Technik: Praxisbuch für Innenarchitekten
- Lichtdesign mit LED: Lichtlinien, Farbtemperatur, flackerfreie Dimmung
- Unsichtbarer Klang: Lautsprecher unter Putz und hinter Bespannung
- Das Display als Designobjekt: Nische, Rahmen, Spiegel, versenkbar
- Akustik als Gestaltung: Absorber, die man zeigen darf
- Detailpunkte für die Planung: Schattenfuge, Einbautiefe, Revision
- Bemusterung in den Studios in Koblach statt Auswahl aus dem Katalog
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Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Was kostet Technikintegration im Innenausbau?
- Wie funktionieren unsichtbare Lautsprecher?
- Welches Licht passt in welchen Raum?
- Wie verschwindet ein Fernseher im Raum?
- Wie laut darf ein Restaurant sein?
- Können wir die Technik vorher bemustern?
- Wer übernimmt die Detailplanung?
- Wie läuft die Zusammenarbeit mit Innenarchitekturbüros?
