? Wie funktionieren unsichtbare Lautsprecher?
Wie funktionieren unsichtbare Lautsprecher?
Ein unsichtbarer Lautsprecher ist ein Flächenstrahler, der in die Vorsatzschale oder in die abgehängte Decke gesetzt, verspachtelt und mitgestrichen wird. Über der schwingenden Fläche liegt am Ende nur eine dünne Deckschicht aus Spachtel oder Putz. Der Schall wird nicht durch ein Gitter abgestrahlt, sondern von der Fläche selbst, die dadurch zur Schallquelle wird. Sichtbar bleibt nichts.
Der Aufbau bestimmt das Ergebnis. Drei Punkte gehören in die Planung: der Wandaufbau hinter dem Element, die Materialstärke davor und die Position im Raum. Geeignet sind dünne, leichte, schwingfähige Aufbauten wie Gipsspachtel, Kalkputz, Vlies oder textile Bespannung. Ungeeignet sind schwere und starre Deckschichten wie Naturstein oder Fliesen. Dort wandert der Klang in die Decke oder in ein Möbel.
Ehrlich benannt gehören auch die Grenzen. Im Sprach- und Mittenbereich klingen gut eingebaute Flächenstrahler sehr überzeugend und füllen den Raum gleichmäßig, ohne dass du eine Quelle orten kannst. Im Tiefton sind sie begrenzt: Wo Musik wirklich tragen soll, ergänzt ein verdeckter Tieftöner im Sockel oder Möbel. Und wie jede eingebaute Technik brauchen sie einen Revisionsweg sowie Verstärker und Zuspielung an einem zugänglichen Ort.
Für die Planung sind zwei Werte wichtig: die Position im Raum und die Zahl der Zonen. Flächenstrahler strahlen breit ab, deshalb reicht in vielen Aufenthaltsräumen ein Paar pro Zone, wenn es richtig sitzt. Getrennte Zonen für Empfang, Sitzbereich und Nebenraum sind dagegen fast immer sinnvoll, weil sonst ein einziger Pegel für unterschiedliche Situationen herhalten muss.
Der Zeitpunkt entscheidet über die Machbarkeit. Vor dem Beplanken ist der Einbau eine Position in der Planung, nach dem Verputzen eine Öffnung mit Maler, Trocknungszeit und Nutzungsausfall. Die Abwägung gegen sichtbare Lösungen führt Sichtbare oder unsichtbare Technik, die technischen Details stehen unter Unsichtbarer Klang.

Unsichtbare Technik: Praxisbuch für Innenarchitekten
- Lichtdesign mit LED: Lichtlinien, Farbtemperatur, flackerfreie Dimmung
- Unsichtbarer Klang: Lautsprecher unter Putz und hinter Bespannung
- Das Display als Designobjekt: Nische, Rahmen, Spiegel, versenkbar
- Akustik als Gestaltung: Absorber, die man zeigen darf
- Detailpunkte für die Planung: Schattenfuge, Einbautiefe, Revision
- Bemusterung in den Studios in Koblach statt Auswahl aus dem Katalog
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