Wie laut darf es im Hotelrestaurant sein und was hilft gegen Lärm?

Lärm im Gastraum kommt fast immer vom Nachhall, selten von der Musik. Die DIN 18041 ordnet Speiseräume der Gruppe B zu, Seminarräume der Gruppe A. Erst kommt die Absorption im Raum, danach die Beschallung mit passendem Pegel je Zone. Mehr Lautsprecher machen einen lauten Raum nur lauter.
| Ursache | Wirkung im Gastraum | Was hilft |
|---|---|---|
| Harte Decke, viel Glas, wenig Textil | jede Stimme wird verstärkt zurückgeworfen | Absorption an Decke, Wand und Vorhang |
| Zu wenige, zu laute Lautsprecher | Gäste heben die Stimme, der Pegel schaukelt sich auf | mehr, dafür leisere Punkte im Raster |
| Eine Zone für alles | Bar-Pegel im Speisebereich | getrennte Zonen mit eigenen Presets |
| Musik ohne Tagesprofil | mittags zu präsent, abends zu leise | Presets für Mittag, Abend und Event |
| Küchen- und Servicegeräusche | dauerhafte Grundlast | Trennung von Zonen, Schallschutz im Durchgang |
Der Effekt heißt Lombard-Effekt: Je lauter der Raum, desto lauter sprechen die Gäste, desto lauter wird der Raum. Er lässt sich nur an der Wurzel brechen, also über die Nachhallzeit. Deshalb beginnt die MULTIMEDIAFABRIK im Gastraum mit einer Messung und einem Akustikkonzept, nicht mit der Auswahl von Lautsprechern.
Erst danach folgt die Zonen-Planung: getrennte Bereiche für Restaurant, Bar, Lobby und Terrasse, eingemessen und mit Bedienprofilen für den Service. Viele leise Lautsprecher im engen Raster klingen dabei ruhiger als wenige laute, weil jeder Tisch dieselbe Lautstärke bekommt und niemand gegen die Anlage anreden muss. Details stehen unter Restaurant, Bar und Lobby, Multiroom-Audio und PA-Anlagen.
Was die DIN 18041 für den Gastraum bedeutet
Die DIN 18041 regelt die Hörsamkeit in Räumen und teilt sie in zwei Gruppen. Gruppe A steht für Hörsamkeit über mittlere und große Entfernungen, etwa im Seminarraum oder Hörsaal. Gruppe B steht für Hörsamkeit über geringe Entfernungen, dazu zählen Speiseräume, Kantinen und Eingangshallen. Für das Hotelrestaurant heißt das: Am eigenen Tisch soll ein Gespräch in normaler Lautstärke möglich bleiben. Dass ein Redner bis in die letzte Reihe trägt, ist hier kein Ziel.
| Raum im Hotel | Gruppe nach DIN 18041 | Ziel |
|---|---|---|
| Restaurant und Frühstücksraum | B | Gespräch am Tisch ohne Stimmerhöhung |
| Lobby und Empfangshalle | B | ruhiges Ankommen, verständliches Gespräch am Empfang |
| Seminar- und Tagungsraum | A | Sprache bis in die letzte Reihe |
| Schwimmhalle im Spa | A | Durchsagen und Zurufe verständlich |
Wie viel Absorption ein Restaurant braucht, ergibt sich aus Volumen und Nutzung; für Seminarräume der Gruppe A gibt die Norm zusätzlich eine Soll-Nachhallzeit vor. Gemessen wird vor dem Umbau und danach, damit die Wirkung belegt ist. Quellen, abgerufen am 16.10.2026: DIN 18041 bei DIN Media, Forum Verlag zu den Raumgruppen.
Maßnahmen nach Aufwand
Nicht jede Maßnahme braucht eine Baustelle. Für ein Restaurant, das geöffnet bleibt, ist die Frage wichtig, was sich an einem Ruhetag erledigen lässt.
| Maßnahme | Aufwand im Betrieb | Wirkung |
|---|---|---|
| Akustikbilder und Wandabsorber | gering, an einem Ruhetag möglich | spürbar, wenn genug Fläche zusammenkommt |
| Deckensegel und Baffeln | mittel, je nach Deckenhöhe | stark, weil die Decke meist die größte freie Fläche ist |
| Vorhänge, Polster, Tischwäsche | gering | ergänzend, allein selten genug |
| Akustikputz oder Akustikdecke | hoch, als eigener Bauabschnitt | am stärksten und unsichtbar |
| neues Lautsprecherraster | mittel | gleichmäßiger Klang bei niedrigeren Pegeln |
Die Reihenfolge bleibt dieselbe: zuerst messen, dann Absorption, dann die Lautsprecher. Wer mit neuen Lautsprechern beginnt, kauft oft zweimal. An der Musiklizenz ändert die Akustik nichts, sie hängt an der bespielten Fläche, siehe Lizenzen und Pflichten im Hotel.
Nach dem Umbau bekommt die Anlage Presets für Mittag, Abend und Event. Das Servicepersonal wählt das Preset, die Obergrenze bleibt gesperrt. So steigt der Pegel am Samstagabend nicht Stufe für Stufe, nur weil jede Schicht ein wenig nachregelt. Für die Rede bei einer Familienfeier gibt es ein eigenes Preset, danach kehrt die Anlage zum Abendpegel zurück.

Medientechnik im Hotel: Investitions-Leitfaden für Gastgeber
- Raum für Raum: was Zimmer, Empfang, Gastraum, Spa und Seminarraum brauchen
- Budget-Rahmen pro Zimmer und Raumtyp für Bankgespräch und Angebotsvergleich
- Lizenz-Check: Zimmer-TV und AKM, Musik im Betrieb, DSGVO im Gäste-WLAN
- Barrierefreiheit nach BaFG und BFSG seit Juni 2025, was dein Haus betrifft
- Renovieren ohne Betriebsstopp: Bauabschnitte und die Rolle des Netzwerks
- Bedienprofile für Rezeption, Bankett und Haustechnik
Das passt dazu
Gratis-ePaper · PDFMedientechnik im Hotel: Investitions-Leitfaden für GastgeberRaum für Raum: was Zimmer, Empfang, Gastraum, Spa und Seminarraum brauchenePaper laden
ProduktProduktseite Medientechnik für HotelsAlle Funktionen, Technik und Anwendungsfälle im Überblick.Produkt ansehen Im Detail
Aus der Praxis
Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Was kostet Medientechnik für ein Hotel?
- Kann ich Hotel-TV, WLAN, Musik und Licht von einem…
- Geht die Modernisierung im laufenden Betrieb?
- Warum reicht ein normaler Fernseher im Hotelzimmer nicht?
- Deckt der ORF-Beitrag die Lizenz für Zimmer-TV ab?
- Was braucht ein DSGVO-konformes Gäste-WLAN?
- Was gilt seit 2025 zur Barrierefreiheit im Hotel?
- Wie kommt Netflix vom Handy auf den Zimmer-TV?
- Wer wartet die Hoteltechnik nach der Installation?
- Gibt es Förderungen für Hoteltechnik?
Bereit für den nächsten Schritt?
Wir hören zu, denken mit und zeigen dir, was für dein Vorhaben wirklich Sinn ergibt.
