Vertiefung

Beschallung im Hotel: Lizenz, Zonen und Akustik

Hotelrestaurant und Bar mit getrennt geregelten Audio-Zonen (Medientechnik für Hotels, MULTIMEDIAFABRIK)

Beschallung im Hotel, oft auch Hotel-Audiosystem genannt, ist die Musik- und Durchsageanlage für Lobby, Restaurant, Bar, Spa und Terrasse, aufgeteilt in Zonen mit eigener Lautstärke und eigenem Programm. Damit sie im Alltag funktioniert, plant die MULTIMEDIAFABRIK Zonen, Lautstärke, Raumakustik und Lizenz zusammen. Eine Sprachalarmanlage für den Brandfall ist sie nicht, das ist eine eigene Anlage nach eigenen Normen.

Getrennt geplant, geht meist etwas schief. Die Anlage hängt an der Decke, aber die Lizenz fehlt. Oder die Musik ist sauber lizenziert und im halligen Restaurant trotzdem zu laut. Die Abschnitte unten gehen Zonen, Lautstärke, Akustik und Lizenz einzeln durch.

Zonen: Lobby, Restaurant, Bar, Spa und Terrasse

Eine Zone ist eine Fläche mit eigener Lautstärke, eigenem Programm und eigener Bedienung. Wer das ganze Haus über einen Regler fährt, hat entweder eine leise Bar oder ein lautes Frühstück.

ZoneAufgabeProgramm und PegelTechnik
Lobby und Empfangankommen, warten, Check-in-Gesprächleise und ruhig, tagsüber gleichbleibendDeckenlautsprecher oder unsichtbare Lautsprecher, gleichmäßig verteilt
RestaurantGespräche am Tisch tragenmorgens leiser als abends, Wechsel nach Uhrzeitviele leise Punkte, eigene Zone je Raumteil
BarStimmung, später am Abend lauterhöhere Pegel, eigene Quelle, eigene Obergrenzemehr Reserve, getrennt vom Restaurant
Spa und RuheraumRuhe, Klang ohne sichtbare Techniksehr leise, langsames Programmunsichtbare Lautsprecher in Wand oder Decke, für Feuchträume geeignet
TerrasseFläche ohne Decke bespielenabends begrenzt, mit Rücksicht auf Zimmer und Nachbarnwetterfeste Lautsprecher, mehr Punkte

Bedient wird über ein Wandpanel oder ein Tablet. Das Servicepersonal ändert nur die eigene Zone und nur innerhalb der eingemessenen Grenzen. Welche Komponenten dahinterstehen, zeigen die Seiten PA-Anlagen und Multiroom-Audio, für Spa und Lobby die unsichtbaren Lautsprecher.

Lautstärke: eingemessen statt nach Gefühl

Wie laut es sein darf, hängt am Raum, an der Uhrzeit und an den Zimmern darüber. Bei der Inbetriebnahme wird jede Zone eingemessen. Für jede Tageszeit gibt es einen Zielpegel und eine Obergrenze, die sich am Panel nicht überschreiten lässt. So dreht niemand in der Nachtschicht die Bar über die Grenze, die für die Zimmer im ersten Stock vereinbart ist.

Ein Zeitplan schaltet Programm und Pegel um: ruhiges Frühstück, Nachmittag in der Lobby, Abendessen im Restaurant, danach die Bar. Licht und Klang lassen sich koppeln, dann wechselt die Abendszene im Restaurant beides auf einen Tastendruck. Wie Lichtszenen dazu passen, steht auf der Seite Restaurant, Bar und Lobby. Für Hotelbars mit DJ-Pult und Club-Abenden gibt es eigene Lösungen unter Club- und Bar-Technik.

Ruhebereich im Hotel-Spa mit unsichtbar verbauten Lautsprechern (Medientechnik für Hotels, MULTIMEDIAFABRIK)

Raumakustik nach DIN 18041: das Restaurant leiser machen

Ist ein Gastraum laut, liegt das selten an der Musik. Harte Böden, Glas und offene Decken werfen jedes Gespräch zurück. Die Gäste reden lauter, die Nachbartische ziehen nach.

Planungsgrundlage ist die DIN 18041 zur Hörsamkeit in Räumen, Ausgabe 2016. Sie ordnet Speiseräume der Gruppe B zu, also Räumen für Gespräche über kurze Entfernung. Für diese Gruppe zählt das Verhältnis von schallabsorbierender Fläche zum Raumvolumen in den Frequenzen zwischen 250 und 2.000 Hertz. Eine Soll-Nachhallzeit gibt die Norm nur für Räume der Gruppe A vor.

Wirksam sind Absorber an Decke oder Wand, Textilien sowie akustisch wirksame Deckensegel und Leuchten. Die Lautsprecher werden dichter und leiser verteilt. Wie das im laufenden Restaurant aussieht, erklärt die FAQ Wie laut darf es im Hotelrestaurant sein?.

Lizenz: AKM, GEMA oder SUISA

Sobald im Betrieb Musik läuft, braucht das Haus eine Lizenz der Verwertungsgesellschaft im jeweiligen Land. Anlage und Lizenz sind zwei getrennte Verträge. Die MULTIMEDIAFABRIK liefert Technik und Programmquelle, die Lizenz schließt das Hotel selbst ab.

LandStelleWas gilt
ÖsterreichAKMHintergrundmusik braucht eine eigene Aufführungsbewilligung, Fernsehen im Zimmer läuft über einen eigenen Tarif
DeutschlandGEMAPakete Hotellerie S, M und L für Musik in bewirtschafteten Räumen und die Weiterleitung in die Zimmer, je nach Paket mit Großbild-TV und Videostreaming
SchweizSUISAGemeinsamer Tarif 3a für Hintergrundmusik, Radio und TV in Betrieben; die Gebühr richtet sich nach der beschallten Fläche, Gästezimmer zählen mit

Die Quelle muss für den Betrieb zugelassen sein. Private Streaming-Dienste schließen laut WKO in ihren Geschäftsbedingungen die gewerbliche Nutzung bei öffentlicher Wiedergabe aus, und jede AKM-Bewilligung setzt eine legale Quelle voraus. Dienste für Betriebe liefern Programme je Zone und Tageszeit, beschrieben unter Hintergrundmusik. Live-Musik und Veranstaltungen werden gesondert gemeldet. Den Überblick über alle Pflichten im Haus gibt die Story Lizenzen und Pflichten im Hotel.

Hotellobby mit Deckenlautsprechern und eigener Audio-Zone (Medientechnik für Hotels, MULTIMEDIAFABRIK)

Beschallung ersetzt keine Sprachalarmierung

Eine Sprachalarmanlage ist eine eigene Anlage für den Brandfall. Sie gibt Warnton und Durchsage aus, und die Feuerwehr kann direkt sprechen. In Deutschland gelten dafür unter anderem VDE 0833-4 und die Normenreihe EN 54, Planung, Einbau und Instandhaltung sind nach DIN 14675 zertifizierten Fachfirmen vorbehalten. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln, die der Brandschutzplaner festlegt.

Eine Musikanlage mit Durchsage-Mikrofon an der Rezeption ist keine Sprachalarmanlage, auch wenn sie im ganzen Haus zu hören ist. Die MULTIMEDIAFABRIK plant die Beschallung und stimmt sie mit einer vorhandenen Sprachalarmierung ab. Brandschutz-Leistungen übernimmt sie nicht. Welche Anforderungen im Haus gelten, legt der Brandschutzplaner fest. Die Grenze im Detail beschreibt die Seite Sprachalarmierung und Sicherheit.

Quick-Reference

Fünf Zonen
: Lobby, Restaurant, Bar, Spa und Terrasse, jede mit eigener Lautstärke und eigenem Programm
Eingemessene Grenzen
je Zone und Tageszeit, am Panel nicht zu überschreiten
DIN 18041
ordnet Speiseräume der Gruppe B zu; dort entscheidet die Absorptionsfläche im Verhältnis zum Raumvolumen
Lizenz beim Hotel
: AKM, GEMA oder SUISA, je nach Land, getrennt vom Anlagenvertrag
Sprachalarmierung
ist eine eigene Anlage nach eigenen Normen

Inline-FAQ Beschallung im Hotel

Können wir vorhandene Lautsprecher behalten? Oft ja. Bei der Begehung wird geprüft, ob Position und Verteilung zum Zonenkonzept passen. Häufig liegt das Problem in der Verteilung und nicht in der Leistung.

Reicht ein privates Streaming-Konto für die Lobby? Nein. Private Konten sind für die öffentliche Wiedergabe im Betrieb nicht freigegeben. Für Hotels gibt es lizenzierte Dienste mit Programmen je Zone.

Was kostet eine Beschallung im Hotel? Das hängt an der Zahl der Zonen, an der Fläche und an der Raumakustik. Der Rahmen je Bereich steht auf der Seite Kosten, den Festpreis gibt es nach der Begehung.

Lässt sich das in der laufenden Saison einbauen? Ja, Zone für Zone. Wie das im geöffneten Haus funktioniert, steht in der FAQ Umbau im laufenden Betrieb.

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