Story

Heimkino einrichten: Ideen für Licht, Sitzreihen, Wände und Decke

Kinoraum mit zwei Sitzreihen auf Stufenpodest und indirektem Licht, ein Mann steuert mit dem Tablet

Ein Heimkino einzurichten heißt, Licht, Sitzplätze, Wände und Decke so zu wählen, dass sie dem Bild und dem Ton helfen. Die MULTIMEDIAFABRIK plant die Einrichtung deshalb zusammen mit der Technik, nicht erst danach.

Wer Ideen für einen Kinoraum sammelt, landet schnell bei Fotos von roten Samtsesseln und funkelnden Decken. Manches davon funktioniert. Anderes sieht auf dem Foto gut aus und stört im Film. Diese Story sortiert die gängigen Ideen nach einer Frage: Hilft es dem Kino oder nur dem Bild in der Zeitschrift? Die Beispiele sind typische Lagen, kein einzelner Kunde.

Die Reihenfolge beim Einrichten

Bevor du Farben und Stoffe aussuchst, stehen drei Dinge fest: wo gesessen wird, wie groß das Bild wird und wo die Lautsprecher hinkommen. Erst dann lohnt sich die Frage nach Sesseln, Paneelen und Licht. So steht kein Regal dort, wo der Lautsprecher hingehört.

SchrittWas festgelegt wirdWarum zuerst
SitzplätzeReihen, Abstand zur Leinwand, Podestdaraus folgen Bildbreite und Lautsprecherpositionen
BildLeinwand, Rahmen, Projektorplatzdie Wand um die Leinwand bestimmt den Kontrast
Ton und AkustikLautsprecher, Absorber, BassbehandlungPaneele brauchen feste Flächen
LichtLichtstimmungen, Wege, StufenlichtLeuchten dürfen nicht auf die Leinwand strahlen
OberflächenFarben, Stoffe, Wandverkleidungsie folgen den Flächen aus den Schritten davor

Wie der Sitzabstand die Bildbreite festlegt, steht auf der Seite Planung und Ablauf.

Wände: dunkel, matt und mit Absicht

Helle Wände werfen Licht von der Leinwand zurück aufs Bild. Das Schwarz wird grau, die Farben flach. Deshalb sind die Wände rund um die Leinwand im Kinoraum dunkel und matt. Es muss nicht Schwarz sein. Dunkles Blau, Anthrazit oder ein tiefes Braun funktionieren genauso.

Die Heimkino-Wandverkleidung ist oft zugleich die Akustik. Holzlamellen auf schwarzem Filz, bespannte Rahmen mit Absorbern dahinter oder Stoffpaneele in der Farbe der Wand. Die Tischlerei baut sie, wir geben vor, wo welche Fläche wirken muss.

IdeeHilft dem Kino?Worauf achten
dunkle, matte Wandfarbeja, mehr Kontrast im Bildvor allem an der Leinwandwand und an der Decke davor
Holzlamellen mit Filz dahinterja, schluckt HallLamellenabstand nach Akustikvorgabe
glänzende Lackflächenneinspiegeln das Bild und das Notlicht
große Spiegel oder GlasneinReflexionen im Bild und harter Klang
Poster und Bilderrahmen mit Glaseher neinnur an der Rückwand, möglichst entspiegelt

Ein Tipp aus der Planung: Die Wand hinter den Zuschauern darf heller sein als die vordere. Dort fällt kaum Licht von der Leinwand hin.

Heimkino im Untergeschoss einer Villa: Familie in Liegesesseln vor einer Leinwand mit Bergsee, Holzlamellen und gedimmtes Licht

Decke: Sternenhimmel und Lift

Der Sternenhimmel ist eine der beliebtesten Heimkino-Ideen. Kleine Lichtpunkte in einer dunklen Decke, oft in Gruppen wie echte Sternbilder. Er sieht vor dem Film und in der Pause schön aus. Während des Films bleibt er dunkel oder sehr schwach, sonst leidet das Bild.

Technisch braucht der Sternenhimmel eine abgehängte Decke oder Paneele, in die die Lichtpunkte eingesetzt werden. Im Neubau planen wir das gleich mit dem Deckenlift für den Projektor. Beide brauchen Platz über der Decke, und der Lift braucht einen Lastpunkt. Mehr dazu beim Baustein Deckenlifte für Projektoren.

Die Decke vor der Leinwand gehört zur Akustik. Hier treffen erste Reflexionen auf, die den Ton unklar machen. Ein Absorber an dieser Stelle hilft oft mehr als ein zusätzlicher Lautsprecher.

Licht: Stimmungen statt Schalter

Gute Heimkino-Beleuchtung hat mehrere Stimmungen, die eine Taste abruft. Typisch sind vier.

LichtstimmungWannWas leuchtet
Ankommenvor dem FilmWandlicht, Sternenhimmel, Stufenlicht
Filmwährend des Filmsnur Stufen- und Wegelicht, sehr schwach
PausePause oder Unterbrechunggedimmtes Wandlicht
Endenach dem AbspannLicht langsam hell

Indirektes Licht hinter Verkleidungen oder unter dem Podest wirkt ruhig und blendet nicht. Wichtig ist der Winkel: Kein Licht darf auf die Leinwand fallen. Die Steuerung verbindet Licht, Leinwand, Projektor und Ton. Eine Taste startet den Film, eine zweite schaltet auf Pause.

Wohnzimmer am Abend: Der Projektor fährt aus einer Deckenöffnung nach unten, die Leinwand läuft aus einer Nische, ein Paar sitzt auf dem Sofa

Sitzreihen und Kinosessel

Bei den Sitzplätzen entscheidet der Abstand zur Leinwand, nicht die Optik des Sessels. Erst wenn Reihen und Abstände stehen, wählst du die Möbel aus.

Ab der zweiten Sitzreihe braucht es meist ein Podest, damit die Köpfe vorne nicht im Bild stehen. Das Podest kann zugleich als Bassfalle dienen, wenn es innen gedämmt ist. Zwischen den Reihen sollte genug Platz bleiben, um mit einem Getränk in der Hand durchzugehen.

Kinosessel, Liegesessel oder ein großes Sofa sind alle möglich. Für Kinoausstattung und Kinobestuhlung arbeiten wir mit Partnern zusammen, du bekommst trotzdem eine Rechnung von der MULTIMEDIAFABRIK. Wer ein gutes Sofa hat, kann es im Medienraum weiter nutzen.

Ideen, die wir oft sehen, und unsere Einschätzung

IdeeUnsere Einschätzung
roter Samtvorhang vor der Leinwandschön für den Auftakt, der Vorhang muss beim Film ganz zur Seite
Bar oder Getränkeschrank im Raumgut an der Rückwand, mit Licht, das sich getrennt dimmen lässt
Filmplakate in Leuchtrahmenan der Rückwand ja, beim Film aus
Teppich mit hohem Florhilft der Akustik am Boden
Fenster offen lassennur mit dichter Verdunkelung
Technikschrank im Kinoraumlieber im Nebenraum, wegen Wärme und Lüftergeräusch

Das Kino soll zum Haus passen. Im Chalet sind Holz und Loden typisch, in der Villa eher Stein, Stoff und gedeckte Farben. Wie ein Kinoraum Teil der Innenarchitektur wird, zeigt das Beispiel Ein Kino, das zum Haus passt.

Architektin und Medientechniker besprechen im Rohbau-Keller einen Plan, an der Betonwand verlaufen Leerrohre

Einrichten nach Raum: Keller, Dachboden, Wohnzimmer

Derselbe Gedanke führt je nach Raum zu anderen Lösungen. Ein Kellerkino darf ganz dunkel sein. Im Wohnzimmer muss das Kino tagsüber verschwinden.

RaumWas beim Einrichten gut funktioniertWorauf du verzichtest
Kellerdunkle Wände rundum, Sternenhimmel, Sitzreihen auf Podest, Stoffpaneelehelle Wohnfarben, offene Technik im Raum
DachbodenHolz und Stoff an den Schrägen, Licht entlang der Balken, Leinwand an der GiebelwandAbsorber direkt unter heißen Dachflächen ohne Lüftung
WohnzimmerLeinwand aus der Decke, Lautsprecher bündig in der Wand, Vorhänge zum Abdunkeln, Lichtstimmung per Tasteschwarze Wände, Podest und feste Kinosessel

Im Wohnzimmer ist der Deckenlift für den Projektor im Paket BASIC eine Option. Im eigenen Kinoraum gehört er ab SMART dazu. Mehr zu den Räumen steht auf den Seiten Kinoraum im Keller, Dachboden und Neubau und Medienraum im Wohnzimmer.

Welche Ideen zu welchem Paket passen

PaketRaumTypische Einrichtung
BASICMedienraum im bestehenden Wohnraumvorhandenes Sofa, Vorhänge oder Rollos, wenige Akustikelemente, die wie Möbel aussehen
SMARTeigener Kinoraumdunkle Wände, Paneele nach Messung, Deckenlift, eine Steuerung für Licht und Technik
PROKinoraum von Grund aufSitzreihen auf Podest, Wandverkleidung der Tischlerei, Lichtstimmungen, Sternenhimmel, Musik im ganzen Haus

Die Pakete sind ein Rahmen, kein starres Menü. Einen Sternenhimmel bekommst du auch im SMART-Kino, wenn die Decke es hergibt.

Tischler montiert ein Akustikpaneel aus Eichenlamellen in einem entstehenden Kinoraum, Holzspäne im Licht einer Baustellenleuchte

Fünf Fehler beim Einrichten

  1. Die Möbel zuerst kaufen und die Leinwand danach einpassen. Dann stimmt der Sitzabstand nicht.
  2. Lautsprecher hinter dicken Vorhängen oder im Regal verstecken. Der Ton wird dumpf.
  3. Helle Decke über der Leinwand. Sie hellt das Schwarz im Bild auf.
  4. Zu viel Licht beim Film. Schon eine helle Stufenleuchte stört im dunklen Raum.
  5. Den Technikschrank vergessen. Geräte brauchen Platz, Luft und einen Zugang für Wartung und Updates.

Für die Zeit nach der Übergabe gibt es wie bei allen Medientechnik-Projekten der MULTIMEDIAFABRIK einen Servicevertrag. Wir kümmern uns um Wartung und Updates.

Was die Einrichtung kostet und was nicht

Der größte Posten bei der Einrichtung ist meist der Raum selbst: Podest, Verkleidung und Akustik. Ein Sternenhimmel oder ein Vorhang fallen daneben weniger ins Gewicht. Wovon der Aufwand im Ganzen abhängt, steht auf der Seite Kosten. Nach der Raumbegehung bekommst du ein Festpreis-Angebot, das die Einrichtung mit einschließt.

Wer noch nicht weiß, welcher Raum es werden soll, findet die Abwägung in der Story Keller, Dachgeschoss oder Wohnzimmer. Wie Tischlerei, Innenarchitektin und Medientechnik zusammenarbeiten, beschreibt die Story Wer macht was beim Heimkino.

Kino im Dachgeschoss eines Chalets: Kinder in Decken auf dem Sofa, draußen verschneite Berge, innen Holz und Kaminfeuer

Ideen ansehen, bevor du dich festlegst

Viele Fragen zur Einrichtung klären sich im fertigen Raum. Wie dunkel muss die Wand sein? Wie hell darf das Stufenlicht beim Film leuchten? Im hauseigenen Kino der MULTIMEDIAFABRIK in Koblach und im Kino bei unserem Partner WOHNFLOOR in Bludenz siehst du das selbst, nach Vereinbarung. Den Ablauf beschreibt die Seite Vorführung in Koblach und Bludenz.

Titelblatt des ePapers „Dein Heimkino, richtig geplant“ der MULTIMEDIAFABRIK
Gratis-ePaper · PDF

Dein Heimkino, richtig geplant

  • Welcher Raum passt: Wohnzimmer, Keller oder Dachgeschoss
  • Sitzabstand und Bildbreite als Faustregel
  • Was im Neubau vor dem Putz feststehen muss
  • BASIC, SMART, PRO und der Besuch im Kino
ePaper mit der Anfrage holen

Das passt dazu