Wer macht was beim Heimkino: Architekt, Tischlerei und Medientechnik an einem Tisch

Beim Bau eines Kinoraums reden Bauherren, Architekt, Innenarchitektin, Elektriker, Haustechnik, Tischlerei und die MULTIMEDIAFABRIK mit. Diese Story ordnet, wer dabei was entscheidet, wer welche Werte liefert und wann jede Frage auf den Tisch muss.
Die Abläufe sind typische Beispiele aus Neubauten und Umbauten im Rheintal, im Bregenzerwald, am Bodensee und in der Ostschweiz. Ein einzelner Kunde ist damit nicht gemeint.
Warum ein Kinoraum so viele Beteiligte hat
Ein Wohnzimmer plant der Architekt, die Möbel kommen später. Beim Kinoraum funktioniert diese Trennung nicht. Die Wandverkleidung ist gleichzeitig Akustik. Hinter dem Stoff sitzen Lautsprecher. Das Podest für die zweite Reihe trägt Sessel und führt Leitungen. Die Decke muss einen Lift tragen und hat eine Öffnung, die in den Deckenplan gehört.
Jedes dieser Bauteile berührt mindestens zwei Gewerke. Wenn jeder nur sein Stück plant, passen die Stücke am Ende nicht zusammen. Das zeigt sich meist zu spät, nach dem Putz oder nach dem Zuschnitt.
Die Lösung ist kein zusätzlicher Koordinator. Es reicht, wenn die Medientechnik früh am Tisch sitzt und ihre Werte dann liefert, wenn die anderen sie brauchen.
Die Rollen im Überblick
| Beteiligte | Was sie entscheiden | Was sie von der Medientechnik brauchen |
|---|---|---|
| Bauherren | welcher Raum, wie viele Plätze, welcher Ausbau, welches Paket | ein Kinokonzept, das sie verstehen, und einen Besuch im fertigen Kino |
| Architekt | Raumgröße, Raumhöhe, Deckenaufbau, Lage im Haus | Platzbedarf, Raumhöhe für ein Podest, Lastpunkt und Öffnung für den Lift |
| Innenarchitektin | Oberflächen, Farben, Licht, Möbel | Akustikflächen, Lautsprecherpositionen, Stoffe, die Ton durchlassen |
| Elektriker | Leitungsplan, Stromkreise, Verteiler | Leerrohre, Stromanschlüsse an Decke und Wand, Technikplatz |
| Haustechnik | Lüftung, Heizung, Feuchte | Wärme der Technik, Luftwechsel im fensterlosen Raum |
| Tischlerei | Verkleidung, Podest, Technikmöbel, Rahmen | Maße, Aussparungen, Revisionsöffnungen, Lüftung im Möbel |
| MULTIMEDIAFABRIK | Sitzabstand, Bildbreite, Ton, Akustik, Licht, Steuerung, Geräte | den Plan des Architekten und die Gestaltung der Innenarchitektin |
In Österreich heißt das Gewerk Tischlerei, in der Schweiz und in Deutschland Schreinerei. Die Fragen sind dieselben, nur das Wort ändert sich.

Was die MULTIMEDIAFABRIK zuerst festlegt
Bevor ein anderes Gewerk Werte von uns bekommt, steht das Kinokonzept. Es beginnt mit dem Sitzplatz. Davon ausgehend rechnen wir die Bildbreite, als Faustregel Sitzabstand geteilt durch 1,5 bis 2. Daraus ergeben sich die Position der Leinwand, der Abstand des Projektors und die Plätze für die Lautsprecher.
Erst danach lassen sich Werte weitergeben, die stimmen. Ein Leerrohr zum Projektor ist nur dann richtig, wenn feststeht, wo der Projektor hängt. Eine Akustikfläche ist nur dann richtig, wenn feststeht, wo die Lautsprecher stehen.
| Was im Kinokonzept steht | Wer es danach braucht |
|---|---|
| Sitzplätze und Reihen | Architekt für die Raumhöhe, Tischlerei für das Podest |
| Bildbreite und Leinwandposition | Innenarchitektin für die Wand, Tischlerei für den Rahmen |
| Projektorposition und Lift | Architekt für Lastpunkt und Deckenöffnung, Elektriker für Strom |
| Lautsprecherpositionen | Elektriker für Leitungen, Tischlerei und Innenarchitektin für Verkleidung und Stoff |
| Akustikflächen | Innenarchitektin und Tischlerei für die Oberflächen darüber |
| Technikplatz | Haustechnik für die Lüftung, Tischlerei für das Möbel |
| Lichtstimmungen und Steuerung | Elektriker für Leitungen, Innenarchitektin für die Leuchten |
Die Schnittstellen im Detail
An diesen Stellen treffen sich die Gewerke. Hier entstehen die meisten Missverständnisse, deshalb lohnt der Blick auf jede einzelne.
| Schnittstelle | Wer entscheidet | Wer liefert die Werte | Wer baut |
|---|---|---|---|
| Deckenöffnung für den Lift | Architekt | MULTIMEDIAFABRIK aus dem Baustein Deckenlifte für Projektoren | Baumeister oder Trockenbau, Tischlerei für die Verkleidung |
| Akustikwand mit Lamellen | Innenarchitektin für die Optik | MULTIMEDIAFABRIK aus dem Baustein Raumakustik für Flächen und Tiefen | Tischlerei |
| Lautsprecher hinter Stoff | Innenarchitektin für Stoff und Farbe | MULTIMEDIAFABRIK für Positionen und Stoffart | Tischlerei für den Rahmen, MULTIMEDIAFABRIK für die Lautsprecher |
| Podest für die zweite Reihe | Bauherren und Architekt | MULTIMEDIAFABRIK für Höhe und Sichtlinie | Tischlerei |
| Technikschrank | Innenarchitektin für die Optik | MULTIMEDIAFABRIK für Maße und Lüftung | Tischlerei |
| Leerrohre und Strom | Elektriker | MULTIMEDIAFABRIK für Positionen | Elektriker |
| Lüftung | Haustechnik | MULTIMEDIAFABRIK für die Wärme der Geräte | Haustechnik |
Die Tabelle zeigt ein Muster. Die Medientechnik liefert fast überall die Werte, baut aber selten selbst. Gebaut wird von den Gewerken, die das ohnehin tun. Unsere eigene Montage beginnt, wenn der Raum fertig ist: Projektor, Lift, Leinwand, Lautsprecher, Akustikelemente und Steuerung.

Wann welche Frage auf den Tisch muss
Die richtige Antwort zur falschen Zeit hilft wenig. Ein Lastpunkt, der nach dem Betonieren der Decke kommt, ist zu spät. Deshalb ordnen wir die Arbeit nach Bauphasen und danach, wer in jeder Phase mit wem redet.
| Bauphase | wer am Tisch sitzt | worüber gesprochen wird |
|---|---|---|
| Entwurf | Bauherren, Architekt, MULTIMEDIAFABRIK | welcher Raum, wie viele Plätze, welches Paket |
| Ausführungsplanung | Architekt, Haustechnik, MULTIMEDIAFABRIK | Raumhöhe, Deckenöffnung, Lastpunkt, Lüftung |
| vor dem Rohbau-Elektro | Elektriker, MULTIMEDIAFABRIK | Leitungsplan mit Leerrohren und Stromanschlüssen |
| Innenarchitektur | Innenarchitektin, Tischlerei, MULTIMEDIAFABRIK | Akustikflächen, Stoffe, Verkleidung, Podest, Technikmöbel |
| vor dem Zuschnitt | Tischlerei, MULTIMEDIAFABRIK | Maße, Aussparungen, Revisionsöffnungen |
| nach dem Innenausbau | MULTIMEDIAFABRIK | Montage, Einmessen, Einweisung |
In unserem eigenen Ablauf heißt der Schritt vor dem Rohbau-Elektro Rohbau-Abstimmung. Er sitzt zwischen dem Angebot und der Montage. Alle Schritte stehen auf der Seite Planung und Ablauf.
Die Dauer hängt vom Ausbau ab, im Erstgespräch planen wir den Zeitrahmen. Bei Neubauten richten wir uns nach dem Bauzeitplan des Architekten.
Ein typischer Weg durch die Gewerke
Wie das im Alltag aussieht, zeigt ein typisches Beispiel. Eine Familie im Rheintal baut ein Haus mit Kinoraum im Untergeschoss. Die Architektin hat den Raum im Entwurf grob eingezeichnet, rund 30 m², ohne Fenster.
Beim ersten Termin legen Familie, Architektin und MULTIMEDIAFABRIK fest, dass es zwei Reihen werden sollen. Daraus folgt eine Frage an die Architektin: Reicht die Raumhöhe für ein Podest? Sie reicht knapp, die Architektin senkt den Boden im Kinoraum etwas ab.
Vor dem Rohbau-Elektro bekommt der Elektriker den Leitungsplan. Er sieht darin Leerrohre zu Leinwand, Projektor und Lautsprechern, einen eigenen Stromkreis für die Technik und einen Strompunkt an der Decke für den Lift. Die Haustechnik plant den Luftwechsel für den Technikschrank mit ein.
Später setzt sich die Innenarchitektin mit der Tischlerei an den Tisch. Sie will Eichenlamellen an den Seitenwänden und eine dunkle Stoffwand hinten. Die MULTIMEDIAFABRIK trägt ein, wo hinter den Lamellen Absorber sitzen und wo hinter dem Stoff Lautsprecher. Die Tischlerei zeichnet danach ihre Teile.
Nach dem Innenausbau kommen unsere Monteure in einen fertigen Raum. Die Kabel liegen in den Rohren, die Öffnungen stimmen, der Technikschrank ist belüftet. Es folgen Montage, Einmessen auf beide Reihen und die Einweisung für die Familie.
In diesem Beispiel muss niemand etwas zurückbauen. Das liegt weniger an besonders guter Technik. Es liegt daran, dass jede Frage gestellt wird, bevor die nächste Phase beginnt.

Typische Fehler und wie man sie vermeidet
Die folgenden Fehler sehen wir immer wieder, wenn die Medientechnik spät dazukommt. Keiner davon ist ungewöhnlich, und jeder lässt sich mit einem frühen Termin vermeiden.
| Fehler | Folge | Vermeidung |
|---|---|---|
| Hobbyraum mit zwei Steckdosen geplant | nach dem Putz wird gestemmt | Leitungsplan vor dem Rohbau-Elektro |
| Decke ohne Lastpunkt betoniert | Lift nur mit Umbau | Lastpunkt in der Ausführungsplanung |
| Lamellenwand ohne Akustikplanung gestaltet | schöne Wand, halliger Ton | Akustikflächen vor der Gestaltung festlegen |
| Sideboard ohne Lüftung gebaut | Geräte werden heiß | Lüftungswerte vor dem Zuschnitt |
| Stoff ausgewählt, der den Ton schluckt | Lautsprecher klingen dumpf | Stoffart mit der Medientechnik abstimmen |
| Raumhöhe ohne Podest gerechnet | zweite Reihe sieht schlecht | Sichtlinie im Entwurf prüfen |
| Lautsprecher frei im Raum geplant | Kabel liegen sichtbar | Positionen im Leitungsplan festlegen |
Was Planungspartner von uns bekommen
Für Architekten, Innenarchitekten und Tischlereien ist die MULTIMEDIAFABRIK ein Planungspartner. Wir nehmen ihnen die Medientechnik ab und liefern Werte, die sie direkt in ihre Pläne übernehmen können. Welche Plangrundlagen das im Einzelnen sind, listet die Seite Für Architekten und Tischlereien auf.
Wie das für eine Tischlerei konkret aussieht, zeigt der Anwendungsfall Möbel und Technik aus einem Guss. Für Bauherren mit Architekt im Neubau passt der Anwendungsfall Planung ohne Nachrüsten. Wie Gestaltung und Technik in einer Villa zusammenkommen, beschreibt der Anwendungsfall Ein Kino, das zum Haus passt.

Und im Bestand?
Nicht jedes Kino entsteht im Neubau. Im fertigen Haus sitzen weniger Beteiligte am Tisch, oft nur die Bauherren, eine Tischlerei und die MULTIMEDIAFABRIK. Die Fragen verschieben sich.
| Thema | im Neubau | im Bestand |
|---|---|---|
| Leitungen | Leerrohre vor dem Putz | Weg über Decke, Schrank oder Vorsatzschale |
| Lift | Lastpunkt im Deckenplan | Prüfung der vorhandenen Decke bei der Raumaufnahme |
| Akustik | Flächen in der Gestaltung vorgesehen | Paneele, die auf bestehende Wände kommen |
| Beteiligte | Architekt, Innenarchitektin, Elektriker, Haustechnik, Tischlerei | meist Tischlerei und Elektriker |
| Paket | oft PRO | meist BASIC oder SMART |
Viel geht auch im Bestand. Die Leitungswege prüfen wir bei der Raumaufnahme, bevor ein Angebot entsteht. Mehr dazu steht auf der Seite Kinoraum im Keller und Neubau.
Die Bausteine, auf die alle zugreifen
Hinter jedem Heimkino stehen dieselben vier Bausteine, und jeder bringt eigene Werte für die Pläne mit. Der Projektor bestimmt den Abstand zur Leinwand. Die Raumakustik betrifft Innenarchitektin und Tischlerei. Der Deckenlift braucht Lastpunkt und Öffnung vom Architekten. Multiroom Audio bringt im Paket PRO Lautsprecher ins ganze Haus, das geht Elektriker und Innenarchitektin an.

Gemeinsam ansehen
Für Planungspartner lohnt sich ein gemeinsamer Besuch mit den Bauherren. Im hauseigenen Kino der MULTIMEDIAFABRIK in Koblach und im Kino bei unserem Partner WOHNFLOOR in Bludenz (Interior Campus) hören alle, wie ein eingemessener Raum klingt. Der Besuch läuft nach Vereinbarung. Bei WOHNFLOOR lässt er sich gut mit Fragen zu Oberflächen und Raumausstattung verbinden.
Alle Wege zum eigenen Kino stehen im Hub Heimkino.

Dein Heimkino, richtig geplant
- Welcher Raum passt: Wohnzimmer, Keller oder Dachgeschoss
- Sitzabstand und Bildbreite als Faustregel
- Was im Neubau vor dem Putz feststehen muss
- BASIC, SMART, PRO und der Besuch im Kino
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Aus der Praxis
Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Was kostet ein Heimkino?
- Wie groß muss ein Heimkino-Raum sein?
- Beamer oder Fernseher fürs Heimkino?
- Was muss ich beim Heimkino im Keller beachten?
- Wann plane ich das Heimkino im Neubau ein?
- Kann ein Heimkino im Wohnzimmer unsichtbar sein?
- Wer plant ein Heimkino in Vorarlberg?
- Wo kann ich ein Heimkino vorher ansehen?
