Vertiefung

Heimkino planen: vom Raum zur Einmessung in sieben Schritten

Medientechniker misst einen Kinoraum ein: Messmikrofon auf Stativ am Sitzplatz, Tablet mit Kurven in der Hand

Ein Heimkino der MULTIMEDIAFABRIK beginnt mit dem Raum: Sitzabstand, Bildbreite und Akustik werden zuerst festgelegt, die Geräte zuletzt. Danach folgen Leitungsplan, Montage, Einmessen und eine Einweisung für die ganze Familie.

Diese Reihenfolge klingt selbstverständlich. In der Praxis kaufen viele zuerst einen Projektor und suchen danach einen Platz dafür. Das Ergebnis ist dann oft ein Bild, das zu klein oder zu hell wirkt, und ein Ton, der an der Rückwand hängt. Wer den Raum zuerst plant, spart sich diese Umwege.

Die sieben Schritte im Überblick

SchrittInhaltErgebnis
01 ErstgesprächWer schaut, wie viele Plätze, Filme, Sport oder Spiele, welcher Raum steht zur WahlWunschbild und Raumliste
02 Besuch im Kinohauseigenes Kino in Koblach oder Kino bei unserem Partner WOHNFLOOR in Bludenz ansehen und anhören, nach Vereinbarunggemeinsamer Maßstab für Bild und Ton
03 RaumaufnahmeMaße, Fenster, Türen, Decke, Leitungswege, beim Neubau mit Plan und ArchitektRaumplan
04 Konzept und AngebotSitzabstand, Bildbreite, Lautsprecherpositionen, Akustik, Licht, Steuerung, PaketFestpreis-Angebot
05 Rohbau-AbstimmungLeerrohre, Stromanschlüsse, Lastpunkt für den Lift, Aussparungen, mit Elektriker und TischlereiLeitungsplan
06 MontageProjektor, Lift, Leinwand, Lautsprecher, Akustikelemente, Steuerungfertig verbautes Kino
07 Einmessen und EinweisungBild einstellen, Ton auf die Plätze einmessen, Szenen programmieren, EinweisungÜbergabe an die Familie

Die Dauer hängt vom Ausbau ab, im Erstgespräch planen wir den Zeitrahmen. Im fertigen Wohnzimmer entfällt Schritt 5 meist ganz. Im Neubau ist er der wichtigste.

Schritt 1 bis 3: Wunsch, Besuch, Raumaufnahme

Im Erstgespräch geht es um Gewohnheiten. Schaut ihr zu zweit oder zu sechst? Läuft vor allem Sport, Kinderfilme oder Spiele auf der Konsole? Soll das Kino ein eigener Raum werden oder ins Wohnzimmer? Aus den Antworten entsteht eine kurze Raumliste.

Danach empfehlen wir den Besuch im Kino. Im hauseigenen Kino in Koblach und im Kino bei unserem Partner WOHNFLOOR in Bludenz hörst du, wie ein eingemessener Raum klingt. Das gibt uns beiden einen gemeinsamen Maßstab, bevor wir über Lautsprecher reden.

Bei der Raumaufnahme messen wir vor Ort. Ein Grundriss allein reicht nicht, weil Fensterflächen, Deckenhöhe, Unterzüge und vorhandene Leitungen erst im Raum sichtbar werden.

Heimkino im Untergeschoss einer Villa: Familie in Liegesesseln vor einer Leinwand mit Bergsee, Holzlamellen und gedimmtes Licht

Schritt 4: Sitzabstand und Bildbreite

Die wichtigste Zahl im Heimkino ist der Abstand vom Sitzplatz zur Leinwand. Aus ihm folgt die Bildbreite. Als Faustregel gilt: Sitzabstand geteilt durch 1,5 bis 2 ergibt die Bildbreite. Bei 3 m Abstand landest du also bei 1,5 bis 2 m Bildbreite.

PlanungsgrößeFaustregelWas sie beeinflusst
BildbreiteSitzabstand geteilt durch 1,5 bis 2Größe der Leinwand, Position des Projektors
Raumgrößekompakter Medienraum ab rund 12 bis 15 m², mit zweiter Reihe ab rund 20 m²Zahl der Sitzreihen, Podest
Projektor oder Bildschirmab rund 100 Zoll eher der ProjektorBildquelle, Raumlicht
Raumlichtje dunkler, desto besser das ProjektorbildVerdunkelung, Leinwandtuch

Bei 4K darfst du näher sitzen als früher bei Full HD, weil die Pixel später sichtbar werden. Die genauen Werte legen wir beim Ortstermin fest. Welcher Projektor zur geplanten Bildbreite passt, steht beim Baustein Projektoren.

Ebenfalls Schritt 4: Ton, Akustik und Licht

Der Mehrkanal-Ton im Heimkino arbeitet mit Lautsprechern vorne, seitlich und hinten, dazu kommt ein Subwoofer für den Bass. Auf Wunsch planen wir Ton von oben mit Lautsprechern in der Decke. Wie viele Lautsprecher sinnvoll sind, entscheidet der Raum. Mehr Kanäle zahlen sich erst in größeren Räumen aus.

Akustik planen wir parallel. Glatte Wände, Glas und Fliesen machen den Ton hallig. Der Bass sammelt sich in den Ecken und ist im Kinoraum meist das größte Problem. Absorber und Paneele helfen dagegen, sie machen den Klang im Raum besser. Schall nach außen halten sie nicht ab. Die Details zur Akustik stehen beim Baustein Raumakustik.

Beim Licht reichen meist drei Stimmungen:

  • Film: alles dunkel, nur eine schwache Orientierung am Boden
  • Pause: gedimmtes Licht, damit niemand über die Stufe stolpert
  • Ende: helles Licht zum Aufräumen
Wohnzimmer am Abend: Der Projektor fährt aus einer Deckenöffnung nach unten, die Leinwand läuft aus einer Nische, ein Paar sitzt auf dem Sofa

Schritt 5 und 6: Leitungsplan und Montage

Im Neubau entsteht jetzt der Leitungsplan. Leerrohre für Lautsprecher und Projektor, Strom an der Decke, ein Lastpunkt für den Deckenlift und Aussparungen für die Tischlerei. Das stimmen wir mit Elektriker, Architekt und Tischlerei ab, bevor Estrich und Putz kommen. Was im Keller und im Neubau sonst zählt, steht auf der Seite Kinoraum im Keller, Dachgeschoss und Neubau.

Bei der Montage setzen wir Projektor, Lift, Leinwand, Lautsprecher und Akustikelemente und richten die Steuerung ein. Im Bestand achten wir darauf, dass Kabel unsichtbar bleiben, soweit die Wände es zulassen.

Schritt 7: Einmessen und Einweisung

Einmessen ist der Schritt, den man am Ende hört. Wir stellen das Bild auf Leinwand und Raumlicht ein. Dann setzen wir ein Messmikrofon an die Sitzplätze und gleichen Lautstärke, Laufzeit und Bass jedes Lautsprechers ab. Danach programmieren wir die Szenen der Steuerung.

Eine Taste startet Leinwand, Lift, Licht, Projektor und Ton. Bei der Einweisung zeigen wir der ganzen Familie, wie das funktioniert, auch den Kindern und der Oma, die am Wochenende zu Besuch ist.

Architektin und Medientechniker besprechen im Rohbau-Keller einen Plan, an der Betonwand verlaufen Leerrohre

Häufige Fragen zur Planung

Kann ich ein Heimkino später erweitern? Ja, wenn es mitgeplant ist. Ein Leerrohr mehr zur Decke kostet im Rohbau wenig und spart später das Aufstemmen.

Brauche ich eine Akustikplanung? Im eigenen Kinoraum ja. Im Wohnzimmer reichen oft wenige Elemente, die zur Einrichtung passen.

Wer bedient das Kino? Jeder, der eine Taste drücken kann. Das ist das Ziel der Einweisung.

Was passiert nach der Übergabe? Wie bei allen Medientechnik-Projekten gibt es einen Servicevertrag. Wir kümmern uns um Wartung und Updates.

Wann steht der Preis fest? Nach der Raumbegehung. Dann bekommst du ein Festpreis-Angebot, und die MULTIMEDIAFABRIK stellt am Ende alles in Rechnung, auch die Leistungen der Partner.

Wo dein Kino am besten hinpasst, beschreibt die Story Keller, Dachgeschoss oder Wohnzimmer. Wovon der Aufwand abhängt, steht auf der Seite Kosten.

Titelblatt des ePapers „Dein Heimkino, richtig geplant“ der MULTIMEDIAFABRIK
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Dein Heimkino, richtig geplant

  • Welcher Raum passt: Wohnzimmer, Keller oder Dachgeschoss
  • Sitzabstand und Bildbreite als Faustregel
  • Was im Neubau vor dem Putz feststehen muss
  • BASIC, SMART, PRO und der Besuch im Kino
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