Anwendungsfall

Möbel und Technik aus einem Guss: Wie Tischlerei und Medientechnik im Heimkino auf den Millimeter zusammenpassen

Tischler montiert ein Akustikpaneel aus Eichenlamellen in einem entstehenden Kinoraum, Holzspäne im Licht einer Baustellenleuchte

Tischlereien und Innenarchitekten, die für einen Privatkunden einen Kinoraum ausbauen, brauchen von der Medientechnik vor allem eines: Maße, bevor das erste Brett geschnitten wird. Die MULTIMEDIAFABRIK liefert dafür Positionen, Aussparungen, Lüftungswerte und Montagehöhen, damit Möbel und Technik auf den Millimeter passen.

Der Ablauf hier ist ein typisches Beispiel, kein einzelner Kunde. In Österreich heißt das Gewerk Tischlerei, in der Schweiz und in Deutschland Schreinerei, die Fragen sind dieselben.

Ausgangssituation

Eine Tischlerei aus dem Bregenzerwald hat den Auftrag für einen Kinoraum in einem Privathaus. Die Innenarchitektin hat den Raum gezeichnet: Wandverkleidung aus Eichenlamellen, ein Podest für die zweite Reihe, ein Sideboard unter der Leinwand, eine Rückwand mit Stoff.

Die Technik soll ein Elektronikhändler liefern, der die Geräte erst nach dem Innenausbau aussucht. Für die Tischlerei heißt das: Sie baut ins Blaue. Wie tief muss das Sideboard für die Geräte sein? Wo sitzen die Lautsprecher hinter den Lamellen? Braucht der Technikschrank eine Lüftung?

Aus früheren Projekten kennt der Tischlermeister das Ende solcher Abläufe. Fertige Möbel werden nachträglich aufgeschnitten, Lamellen kommen wieder ab, weil ein Lautsprecher dahinter mehr Platz braucht. Jede Nacharbeit am fertigen Stück kostet Zeit und Ansehen beim Kunden.

Was sich die Tischlerei wünscht

Einen Ansprechpartner für die Medientechnik, der früh am Tisch sitzt und verbindliche Maße liefert. Und eine Abstimmung, die vor dem Zuschnitt fertig ist, nicht danach.

Heimkino im Untergeschoss einer Villa: Familie in Liegesesseln vor einer Leinwand mit Bergsee, Holzlamellen und gedimmtes Licht

Warum die gemeinsame Planung die Lösung ist

Im Kinoraum sind viele Möbel gleichzeitig Technik. Die Lamellenwand ist Akustik. Hinter dem Stoff sitzen Lautsprecher. Das Podest trägt Sessel und führt Leitungen. Das Sideboard ist ein Technikschrank, der Wärme abführen muss.

Wenn die MULTIMEDIAFABRIK das ganze Heimkino plant, stehen diese Werte früh fest. Projektor, Leinwand, Lautsprecher und Akustik werden auf den Raum gerechnet. Daraus ergeben sich Maße, die die Tischlerei direkt in ihre Zeichnung übernehmen kann.

Umsetzung

Nach der Raumaufnahme setzen sich Innenarchitektin, Tischlerei und MULTIMEDIAFABRIK an einen Tisch. Grundlage ist die Zeichnung der Innenarchitektin. Wir tragen ein, wo Technik sitzt und was sie braucht.

Bauteil der TischlereiWas die MULTIMEDIAFABRIK vorgibt
LamellenwandPosition und Tiefe der Akustikflächen aus dem Baustein Raumakustik, Abstand der Lamellen
StoffbespannungLautsprecherpositionen dahinter, Stoff, der den Ton durchlässt
PodestHöhe für die Sichtlinie der zweiten Reihe, Leitungswege für Licht und Ton
Sideboard oder TechnikschrankInnenmaße, Lüftung, Kabeldurchlässe, Revisionsöffnung
DeckenverkleidungÖffnung für den Deckenlift, Lastpunkt, Zugang für Wartung
Rahmen um die LeinwandBildbreite und Abstand zur Wand

Die Abstimmung mit Tischlerei und Elektriker ist in unserem Ablauf ein eigener Schritt, die Rohbau-Abstimmung. Er steht auf der Seite Planung und Ablauf. Was Planungspartner sonst noch von uns bekommen, beschreibt die Seite Für Architekten und Tischlereien.

Wohnzimmer am Abend: Der Projektor fährt aus einer Deckenöffnung nach unten, die Leinwand läuft aus einer Nische, ein Paar sitzt auf dem Sofa

Was die Tischlerei bekommt

Was du bekommstWas du damit entscheidest
Maßangaben je Bauteilwie du zuschneidest
Aussparungen und Revisionsöffnungenwo das Möbel offen bleiben muss
Lüftungswerte für das Technikmöbelwie Luft in den Schrank kommt und wieder hinaus
Akustikflächen mit Tiefewie viel Platz hinter den Lamellen frei bleibt
einen Ansprechpartner für die Technikwen du bei Fragen auf der Baustelle anrufst
Montage der Technik in die fertigen Möbelwann deine Arbeit endet und unsere beginnt

Planung, Lieferung, Montage, Einrichtung und Einmessen der Technik sind im Paket eingeschlossen. Für Kinoräume dieser Art ist das meist das Paket PRO. Die Dauer hängt vom Ausbau ab, im Erstgespräch planen wir den Zeitrahmen.

Ergebnis

Die Tischlerei schneidet einmal und richtig. Die Technik kommt in fertige Möbel, deren Öffnungen und Lüftung schon stimmen. Nichts wird nachträglich aufgeschnitten. Für den Kunden sieht der Raum aus wie aus einer Werkstatt, obwohl zwei Gewerke daran gearbeitet haben.

Eine Grenze nennen wir offen: Die Maße gelten für die Geräte, die wir einplanen. Wer später einen deutlich größeren Projektor oder andere Lautsprecher will, muss womöglich an die Verkleidung. Deshalb planen wir Revisionsöffnungen ein und wählen Einbautiefen mit etwas Luft.

Getrennt geplantAus einem Guss
Sideboard ohne LüftungTechnikschrank mit Luftführung
Lamellen, die wieder abmüssenLamellen mit freiem Raum für Lautsprecher und Akustik
Deckenöffnung nachträglich gesägtÖffnung für den Lift im Plan
zwei Gewerke, die sich auf der Baustelle abstimmenMaße vor dem ersten Schnitt
Architektin und Medientechniker besprechen im Rohbau-Keller einen Plan, an der Betonwand verlaufen Leerrohre

Was sich daraus ableiten lässt

Je mehr Möbel ein Kinoraum hat, desto früher gehört die Medientechnik an den Tisch. Für Tischlereien heißt das: Vor dem Zuschnitt sollte feststehen, wo Lautsprecher, Lift, Akustik und Technikschrank sitzen. Wie Architekt, Tischlerei und Medientechnik die Arbeit aufteilen, erklärt die Story Wer macht was beim Heimkino ausführlich.

Wie ein eingemessener Kinoraum klingt, kannst du dir mit deinem Kunden anhören: im hauseigenen Kino der MULTIMEDIAFABRIK in Koblach oder im Kino bei unserem Partner WOHNFLOOR in Bludenz, jeweils nach Vereinbarung.

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