◆ Nachtragsschutz

Anwendungsfall

Nachtragsschutz & Kostensicherheit: Wie ein Elektroplanungsbüro die Medientechnik schon zur Rohbauphase fertig spezifiziert hat

Zwei Planer besprechen einen technischen Grundrissplan im hellen Rohbau

Die Medientechnik-Fachplanung der MULTIMEDIAFABRIK aus Vorarlberg liefert Elektroplanungsbüros die medientechnischen Vorgaben zum Rohbau-Termin: Trassen und Leerrohre, Anschlusswerte und Lastreserven, Netzwerk- und PoE-Bedarf, Wärmelasten und Revisionszugänge. Wahlweise als Zuarbeit in das bestehende Elektro-Leistungsverzeichnis oder als eigenständiges Medientechnik-Gewerk, in beiden Fällen mit einem technischen Ansprechpartner statt zehn Hersteller-Hotlines.

Ausgangssituation

Ein Elektroplanungsbüro betreute ein Verwaltungsgebäude im Rheintal: Foyer mit Informationsfläche, vier Besprechungsräume, ein teilbarer Veranstaltungsraum, dazu Empfang und Schulungsbereich. Für die Medientechnik gab es zum Planungsstart keine Fachplanung. Der Bauherr hatte sie nicht beauftragt, das Architekturbüro verwies auf den späteren Ausbau, und im Projektmeeting fiel der bekannte Satz: Plan das AV gleich mit.

Also plante das Büro nach Erfahrung. Eine Steckdose an der vermuteten Displayposition, ein Netzwerkport je Raum, eine Sammelposition Medientechnik im Leistungsverzeichnis. In der Ausbauphase kam heraus, was der Nutzer wirklich wollte: im Veranstaltungsraum eine LED-Wand statt der angenommenen Projektion, in den Besprechungsräumen Videokonferenz mit Deckenmikrofonen und Kameras, im Foyer eine Informationsfläche mit eigener Zuspielung und Steuerung.

Jede Entscheidung brauchte Trassen, die nicht lagen, und Ports, die nicht gezogen waren. Es wurde gestemmt, gefräst, gemalt und neu geschottet. Die Diskussion über die Nachträge landete beim Planer, der die Anforderungen nie bekommen hatte.

Was sich das Büro wünschte

Wir wollen die medientechnischen Anforderungen haben, bevor der Rohbau steht, nicht danach. Trassen, Anschlusswerte, Ports, Wärmelasten, als saubere Liste, mit der wir direkt arbeiten können. Und wir wollen nicht diejenigen sein, die am Ende erklären müssen, warum in einer fertigen Wand kein Rohr liegt.
Elektroplaner und Medientechniker prüfen ein sauber gepatchtes Netzwerk-Rack im hellen Technikraum

Warum die frühe Medientechnik-Zuarbeit die Lösung war

Der Termin entscheidet, nicht die Detailtiefe:
Die Vorgabenliste kam zur Rohbau- und Ausführungsplanung, nicht zur Möblierung. Ein grober, aber begründeter Wert zum richtigen Zeitpunkt ist im Bau mehr wert als ein exakter Wert, der zu spät kommt.
Leerrohr statt Stemmen:
Ein Leerrohr im Rohbau ist ein Planstrich und ein paar Meter Material. Dieselbe Leitung nachträglich bedeutet Stemmen, Fräsen, Malerarbeiten, neue Brandschottungen und Betriebsunterbrechung, also ein Vielfaches an Aufwand für dasselbe Ergebnis.
Lastreserven statt Punktlandung:
Stromkreise für Medienflächen werden auf die Maximallast ausgelegt, nicht auf den Mittelwert. Für Indoor-LED-Flächen gilt als Richtwert ein Maximum von rund 100 bis 300 W/m², im typischen Betrieb 80 bis 150 W/m². Outdoor liegt der Maximalwert bei rund 300 bis 600 W/m².
Wärmelast früh in der Kühllast:
Im Innenraum fällt die elektrische Leistung praktisch vollständig als Wärme an. Wer den Wert erst nach der Anlagenauslegung bekommt, korrigiert die Kühlung nachträglich.
Anforderungssprache statt Produktnamen:
Die Vorgaben beschreiben Flächen, Zonen, Leistungswerte und Ports. So bleibt das Leistungsverzeichnis vergabeoffen und veraltet nicht mit dem nächsten Gerätewechsel.
Ein technischer Ansprechpartner:
Rückfragen zu Trassenführung, Portzahl oder Rackstandort gehen an eine Stelle, die das gesamte Medientechnik-Konzept kennt.

Umsetzung

ZeitpunktZuarbeit der MULTIMEDIAFABRIKErgebnis im Elektro-Projekt
KonzeptBedarfsklärung je Raumtyp, Systemskizze, Raumbuch MedientechnikUmfang ist beschrieben statt geschätzt
Vor RohbauTrassen- und Leerrohrplan, Zugpunkte, Revisionsöffnungen, BrandschottungenRohre liegen dort, wo später Signale laufen
Vor RohbauAnschlusswerte je Medienfläche, Lastreserven, Reserveplätze im VerteilerStromkreise auf Maximallast ausgelegt
AusführungsplanungPortliste je Raum, PoE-Bedarf, Netzstruktur, Reserve-PortsNetzwerk passt zur Medientechnik statt umgekehrt
AusführungsplanungWärmelasten der Medienflächen und Racks, Rackstandorte und LüftungKühllast stimmt ohne Nachbesserung
AusschreibungMedientechnik-Positionen für das Leistungsverzeichnisvergleichbare Angebote statt Sammelposition

Der entscheidende Punkt war die Reihenfolge: Erst wurde geklärt, was in jedem Raum passieren soll, dann wurde daraus abgeleitet, was der Rohbau dafür braucht. Welche Rohre, Schächte und Reserven das im Detail sind, beschreibt die Seite Leerverrohrung und Lastreserven.

Geöffneter Verteilerschrank mit Hutschienen-Komponenten und sauber verlegter Steuerverdrahtung

Ergebnis

Vorgaben vor dem Rohbau statt Stemmarbeiten im Ausbau · Lastreserven gesetzt statt nachträglich gesucht · keine Nachtragsdiskussion über fehlende Leerrohre

ThemaVorherNachher
Trassennach Erfahrung geschätztaus dem Medientechnik-Konzept abgeleitet
Anschlusswerteeine Steckdose je VermutungLastreserven je Medienfläche dokumentiert
Netzwerkein Port je RaumPortliste mit PoE-Bedarf und Reserve
Wärmelasttauchte in der Kühllast nicht aufals eigener Posten in der Berechnung
AusbauphaseStemmen, Fräsen, neue SchottungenEinziehen in vorhandene Rohre
NachtragsgesprächPlaner erklärt fehlende VorleistungUmfangsänderung des Bauherrn, sauber dokumentiert

Was sich daraus ableiten lässt

Nachträge aus der Medientechnik entstehen selten, weil jemand falsch gerechnet hat. Sie entstehen, weil die Anforderung nach der Vorleistung kommt. Der Rohbau ist der einzige Zeitpunkt, an dem Trassen, Durchbrüche und Reserven fast nichts kosten. Danach wird jede dieser Leistungen zur baulichen Maßnahme mit Folgegewerken.

Frühe Grobheit schlägt späte Genauigkeit.
Ein begründeter Rahmen aus der Vorplanung ist im Rohbau brauchbar, eine exakte Geräteliste aus der Ausführungsplanung nicht mehr.
Reserve ist billiger als Nachrüstung.
Zusätzliche Rohre, Ports und Verteilerplätze kosten im Rohbau wenig und ersparen später ganze Gewerkeketten.
Die Schnittstelle gehört ins Protokoll.
Wer welche Vorgabe wann liefert, sollte schriftlich stehen; wie das aussieht, zeigt die Seite Ablauf.
Besprechungsraum mit flächenbündigem Display, Deckenlautsprechern und schlankem Bedienpanel am Tisch

Hol dir die Vorgaben, bevor der Rohbau steht

Steht in deinem Projekt gerade eine Sammelposition Medientechnik ohne Mengengerüst? Wir liefern dir die Trassen-, Lasten- und Netzwerkvorgaben rechtzeitig zur Rohbauphase, als Zuarbeit oder als komplettes Gewerk.

3D-Broschüren-Mockup des Leitfadens Das Medientechnik-Gewerk im Elektro-LV
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Das Medientechnik-Gewerk im Elektro-LV

  • Zuarbeit oder Komplettgewerk: zwei Wege der Zusammenarbeit
  • Leerverrohrung, Lastreserven und die Nachrüst-Kostenfalle
  • Schnittstellen zwischen Gebäudebus, Licht und Mediensteuerung
  • Netzwerk und PoE richtig dimensionieren, inklusive Reserve-Ports
  • LED-Wände elektrisch und thermisch: Anschlusswerte und Kühllast
  • Beschallung und Sprachalarmierung sauber getrennt
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