★ Schnittstellen planen
Schnittstellen sauber planen: von der Leerrohrplanung bis zur Abnahme

Zwischen Elektroplanung und Medientechnik liegen im Projektverlauf rund ein Dutzend Übergabepunkte. An jedem davon wechselt eine Information oder eine Leistung die Seite, und jeder verpasste Punkt erzeugt später entweder eine Stemmarbeit, einen Nachtrag oder eine Zuständigkeitsdiskussion. Diese Story geht den Projektverlauf durch und legt je Bauphase eine Checkliste an.
Einleitung
Zwischen Elektroplanung und Medientechnik liegen im Projektverlauf rund ein Dutzend Übergabepunkte. An jedem davon wechselt eine Information oder eine Leistung die Seite, und jeder verpasste Punkt erzeugt später entweder eine Stemmarbeit, einen Nachtrag oder eine Zuständigkeitsdiskussion. Diese Story geht den Projektverlauf durch und legt je Bauphase eine Checkliste an.
Die MULTIMEDIAFABRIK aus Vorarlberg liefert diese Übergaben als Zuarbeit an das Planungsbüro oder verantwortet sie im eigenen Gewerk. Die Reihenfolge bleibt identisch, nur der Absender ändert sich.
Phase 1: Bedarf und Konzept
Am Anfang steht keine Geräteliste, sondern die Frage, was in jedem Raum passieren soll. Wer nutzt ihn, wie oft, mit welcher Bedienkompetenz, mit welcher Anzahl Personen und mit welchem Anspruch an Bild, Ton und Steuerung. Aus diesen Antworten entsteht das medientechnische Konzept, und erst daraus lassen sich Anforderungen an die Elektroplanung ableiten.
| Prüfpunkt | Wer liefert | Warum jetzt |
|---|---|---|
| Nutzungsprofil je Raumtyp | Bauherr und Nutzer | ohne Nutzung keine Anforderung |
| Systemkonzept Bild, Ton, Steuerung | Medientechnik | Grundlage aller weiteren Vorgaben |
| Raumbuch Medientechnik | Medientechnik | macht Mengen zählbar |
| Kostenrahmen in Kostengruppe 400 ff. | Medientechnik | Position wird im Projekt verfolgbar |
| Grundsatzentscheidung Zuarbeit oder Gewerk | Planungsbüro und Bauherr | bestimmt die weitere Rollenverteilung |

Phase 2: Rohbau
Der Rohbau ist die einzige Phase, in der Trassen und Durchbrüche fast nichts kosten. Alles, was hier fehlt, wird später zur baulichen Leistung mit Folgegewerken.
| Prüfpunkt | Inhalt | Kritischer Termin |
|---|---|---|
| Trassen und Leerrohre | Verläufe, Zugpunkte, Bögen, Reserverohre | vor Betonage |
| Revisions- und Zugangspunkte | erreichbare Öffnungen an jedem Trassenwechsel | vor Schließen der Schächte |
| Durchbrüche und Brandschottungen | Lage, Größe, Schottsystem | vor Betonage |
| Rackstandorte | Fläche, Zugang, Lüftung, Erdung | vor Elektroinstallation |
| Lastreserven | Anschlusswerte je Medienfläche, Reserveplätze im Verteiler | vor Verteilerbestellung |
| Kupferstrecken | Einhaltung des 100-m-Limits je Strecke | bei der Trassenplanung |
Ein Hinweis, der in der Praxis den größten Unterschied macht: Reserverohre und ein zugänglicher Schacht sind die günstigste Versicherung im gesamten Gewerk. Details dazu stehen auf der Seite Leerverrohrung und Lastreserven.
Phase 3: Elektro- und Netzwerkinstallation
Jetzt entscheidet sich, ob die Medientechnik später anlaufen kann, ohne dass jemand nachinstalliert.
| Prüfpunkt | Inhalt |
|---|---|
| Stromkreise | auf Maximallast ausgelegt, Medienflächen ohne Nachtabschaltung |
| Wärmelast | Anteil der Medienflächen und Racks in der Kühllastberechnung |
| Portliste je Raum | Anzahl, Lage, Reserve-Ports |
| PoE-Klassen und Budget | Leistungsbedarf je Endgerät und Gesamtbudget des Switches |
| Medien-VLANs | eigene Netzsegmente, Rechte, Fernwartungszugang |
| Gateways | Kopplung zwischen Gebäudebus, Lichtsteuerung, Effektlicht und Mediensteuerung |
Wie das Netz konkret dimensioniert wird, beschreibt Netzwerk und PoE; die Bus-Kopplung erklärt Schnittstellen DALI, DMX und KNX.

Phase 4: Trockenbau, Ausbau und Möbelbau
Hier verschwinden die Vorleistungen hinter Oberflächen. Was jetzt nicht stimmt, wird später aufgemacht.
| Prüfpunkt | Empfänger | Inhalt |
|---|---|---|
| Traglasten und Wandaufbau | Trockenbau | Unterkonstruktion hinter Bildflächen, Befestigungsebene |
| Einbautiefen | Trockenbau | Nische, Rahmen, Servicezugang |
| Deckenausschnitte | Ausbau | Lautsprecher, Kameras, Sensorik |
| Akustikflächen | Ausbau | Absorberflächen und Positionen aus dem Akustikkonzept |
| Möbelausschnitte | Tischlerei | Bedienstellen, Anschlussfelder, Kabelwege |
| Lüftungsquerschnitte | Tischlerei | Wärmeabfuhr in Korpussen und Theken |
| Revisionszugang | alle | jede eingebaute Komponente bleibt erreichbar |
Phase 5: Montage und Inbetriebnahme
| Prüfpunkt | Inhalt |
|---|---|
| Freigabe Baustelle | staubfrei, verschließbar, Strom und Netz verfügbar |
| Netzwerk konfiguriert | Ports aktiv, PoE versorgt, VLANs freigeschaltet |
| Vorkonfiguration | Racks und Steuerung im Haus vorgetestet angeliefert |
| Einmessung | Pegel, Sprachverständlichkeit, Bildgeometrie, Bedienabläufe |
| Funktionstest je Raum | mit Nutzerszenario, nicht nur mit Testbild |
| Restpunktliste | Mängel getrennt von offenen Umfangsfragen |

Phase 6: Abnahme, Einweisung und Betrieb
| Prüfpunkt | Inhalt |
|---|---|
| Messprotokolle | Nachweise je Raum und Gewerkegrenze |
| Einweisung | getrennt für Nutzer und Haustechnik |
| Dokumentation | Bestandsplan, Schemata, Adress- und Portliste, Passwortkonzept |
| Kontaktkarte | wer ist bei welcher Störungsart zuständig |
| Wartungsstart | Beginn der Reaktionszeiten, Monitoring aktiv |
| Gewährleistungsgrenzen | Schnittstellen zwischen Elektro, Netzwerk und Medientechnik dokumentiert |
Die drei Punkte, an denen es am häufigsten kippt
| Kipppunkt | Ursache | Gegenmittel |
|---|---|---|
| Rohbau ohne Konzept | Medientechnik ist noch nicht beauftragt | Konzept-Check früh beauftragen, Reserverohre setzen |
| Netzwerk verlegt, aber nicht konfiguriert | Konfiguration gilt als Teil der Installation | eigener Meilenstein im Terminplan |
| Störung ohne benannten Zuständigen | Schnittstellenliste fehlt oder endet mit der Abnahme | Liste wird Betriebsdokument, Kontaktkarte übergeben |

Quick-Reference
- Der Rohbau entscheidet über die Kosten des gesamten Gewerks, alles danach ist teurer
- Jede Vorgabe braucht einen Empfänger und einen Fälligkeitstermin, sonst wandert sie mit
- Reserverohre, Reserve-Ports und Verteilerplätze sind die günstigste Versicherung
- Verlegt ist nicht konfiguriert: Das Netzwerk gehört als eigener Meilenstein in den Plan
- Revisionszugang ist eine Planungsentscheidung, keine Montagefrage
- Die Schnittstellenliste endet nicht mit der Abnahme, sie wird Betriebsdokument
- Beschallung und Sprachalarmierung bleiben getrennte Gewerke mit eigenen Nachweisen
- Jeder Übergabepunkt gehört ins Protokoll: wer liefert was, an wen, bis wann und mit welcher Freigabe
Wie sich diese Übergaben in Positionen übersetzen, zeigt die Story Medientechnik im Elektro-LV. Den kompletten Projektablauf beschreibt die Seite Ablauf.

Das Medientechnik-Gewerk im Elektro-LV
- Zuarbeit oder Komplettgewerk: zwei Wege der Zusammenarbeit
- Leerverrohrung, Lastreserven und die Nachrüst-Kostenfalle
- Schnittstellen zwischen Gebäudebus, Licht und Mediensteuerung
- Netzwerk und PoE richtig dimensionieren, inklusive Reserve-Ports
- LED-Wände elektrisch und thermisch: Anschlusswerte und Kühllast
- Beschallung und Sprachalarmierung sauber getrennt
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ProduktProduktseite medientechnik-fuer-elektroplanerAlle Funktionen, Technik und Anwendungsfälle im Überblick.Produkt ansehen Im Detail
Aus der Praxis
Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Was kostet die Medientechnik-Zuarbeit für ein Elektroplanungsbüro?
- Welche Leerrohre braucht die Medientechnik?
- Wie viel Strom braucht eine LED-Wand?
- Wie wird Medientechnik an KNX angebunden?
- Welches Netzwerk braucht AV over IP?
- Was gehört in ein Medientechnik-Leistungsverzeichnis?
- Beschallung oder Sprachalarmierung: wo verläuft die Grenze?
- Wie läuft die Zusammenarbeit mit Elektroplanern?
