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Schnittstellen sauber planen: DALI, DMX, KNX und Mediensteuerung

Die MULTIMEDIAFABRIK plant die Schnittstellen zwischen Gebäudebus, Leuchtenansteuerung, Effektlicht und Mediensteuerung so, dass am Ende eine Bedienwelt entsteht und nicht zwei. Zur Zuarbeit für Elektroplaner gehören die Bedien- und Szenenmatrix, die Festlegung der Gateways, die Definition der Szenenhoheit und die dazugehörigen LV-Positionen, damit der Bieter weiß, was er anzuschließen und zu programmieren hat.
Diese Seite gibt dir die Rollenteilung der Bussysteme, die Übergabepunkte zur Mediensteuerung und die häufigsten Konfliktpunkte. Der Kernsatz vorweg: Erst wenn feststeht, wer welche Szene auslöst, lässt sich sinnvoll ausschreiben.
Die Rollenteilung: wer macht was
Die drei Welten sind nicht austauschbar. Jede hat ein Feld, in dem sie überlegen ist, und ein Feld, in dem sie zur Krücke wird.
| System | Kernaufgabe | Wo es zur Krücke wird |
|---|---|---|
| KNX | Gebäudebus für Licht, Beschattung, Heizung, Präsenz und Zutritt; gewerkeübergreifende Logik im ganzen Haus | schnelle Farbwechsel, Effektsequenzen, medienstarke Szenen mit Bild und Ton |
| DALI | digitale Ansteuerung von Leuchten und Betriebsgeräten mit Einzeladressierung, Gruppen und Statusrückmeldung | dynamische Effekte mit hoher Wiederholrate, Bühnen- und Showbetrieb |
| DMX | Effekt-, Bühnen- und Architekturlicht mit schnellen Wechseln, Sequenzen und Farbverläufen | Grundbeleuchtung, Energieeffizienz-Logik, Rückmeldungen aus der Leuchte |
| Mediensteuerung | koppelt Bild, Ton, Quellen, Projektion, Beschattung und Licht zu bedienbaren Szenen mit Profilen je Nutzergruppe | sie ersetzt keinen Gebäudebus und keine Leuchtenansteuerung, sie orchestriert sie |
Praktisch heißt das: KNX ist das Haus, DALI ist die Leuchte, DMX ist die Show, und die Mediensteuerung macht daraus eine Szene. Welche Produktwelten dahinterstehen, zeigt die Übersicht Medientechnik für Elektroplaner.
Gateways: die Stelle, an der es teuer wird
Zwischen den Welten sitzen Gateways. Sie sind der häufigste vergessene Posten im Leistungsverzeichnis, weil jeder annimmt, der andere liefere sie. Jedes Gateway braucht eine eigene Position mit Lieferant, Einbauort, Anschluss, Adressierung und Programmierung.
| Übergang | Was das Gateway leistet | Was im LV stehen muss |
|---|---|---|
| Mediensteuerung zu KNX | Szenenaufruf, Statusabfrage, Freigabe von Beschattung und Grundlicht | Schnittstellenmodul, Einbauort, Busanbindung, wer die Gruppenadressen liefert |
| Mediensteuerung oder KNX zu DALI | Ansteuerung von Leuchtengruppen, Szenen, Statusrückmeldung | Anzahl der DALI-Linien, Busversorgung, Adressierung, wer die Leuchten inbetriebnimmt |
| Mediensteuerung zu DMX | Start und Stopp von Sequenzen, Szenenwahl, Master-Dimmer | Anzahl der Universen, Verteilung, Terminierung, wer die Szenen programmiert |

Wer löst welche Szene aus
Die technisch spannendste Frage ist keine Produktfrage, sondern eine Betriebsfrage. In einem Saal kann dieselbe Lichtstimmung von vier Stellen kommen: vom Bedienpanel im Raum, vom Gebäudebus über einen Zeitplan, vom Präsenzmelder oder vom Technikpult. Ohne Festlegung gewinnt der letzte Befehl, und das Ergebnis wirkt zufällig.
Deshalb gehört in jedes Projekt eine Bedien- und Szenenmatrix mit diesen Angaben je Raum:
- Welche Bedienstellen gibt es, und was darf jede davon
- Welche Szenen existieren, und welche Gewerke sind je Szene beteiligt
- Wer ist Master bei widersprüchlichen Befehlen, und welche Priorität gilt
- Was passiert bei Netzausfall, bei Spannungswiederkehr und nach einer Störung
- Welche Profile bekommen Laien, Hausmeisterei und Technik
Diese Matrix ist gleichzeitig die Vorlage für Programmierung und Abnahme, siehe So läuft die Zusammenarbeit ab.
Was im Elektro-LV definiert sein muss
Damit Bieter vergleichbar kalkulieren, müssen diese Punkte in den Positionen stehen, nicht in einer Nebenabrede:
| Punkt | Warum er in die Position gehört |
|---|---|
| Buslinien und Topologie | Anzahl der Linien, Segmentierung, Busversorgung und Terminierung bestimmen den Materialumfang |
| Gateways und Schnittstellenmodule | ohne eigene Position fällt der Posten zwischen Elektro und Medientechnik durch |
| Adressierung und Inbetriebnahme | wer adressiert Leuchten, wer legt Gruppen an, wer parametriert den Bus |
| Programmierleistung | Szenen, Zeitpläne, Profile, Priorisierung und Störungsverhalten sind Arbeitszeit, kein Zubehör |
| Dokumentation | Adressliste, Gruppen, Szenenbeschreibung, Rückfallverhalten, Übergabe der Projektdateien |
| Einweisung | wer schult Rezeption, Hausmeisterei und Technik, und in welchem Umfang |

Typische Konfliktpunkte
Die Produktseiten dazu findest du unter Lichtsteuerungssysteme und DMX- und DALI-Dimmer.
Quick-Reference
- KNX ist das Haus, DALI die Leuchte, DMX die Show, die Mediensteuerung orchestriert alle drei
- Jedes Gateway braucht eine eigene LV-Position mit Lieferant, Einbauort, Adressierung und Programmierung
- Die Bedien- und Szenenmatrix legt Szenenhoheit, Priorität und Rückfallverhalten fest
- Programmierleistung, Adressierung, Dokumentation und Einweisung sind Positionen, kein Zubehör
- Häufigste Konflikte: zwei Bedienwelten, fehlende Busversorgung, undefiniertes Verhalten nach Spannungswiederkehr

Inline-FAQ Schnittstellen
Braucht es überhaupt eine Mediensteuerung, wenn ein Gebäudebus vorhanden ist? Sobald Bild, Ton, Quellenwahl und Projektion dazukommen, ja. Der Gebäudebus bleibt für Licht, Beschattung und Gebäudelogik zuständig, die Mediensteuerung macht daraus eine bedienbare Szene.
Kann Effektlicht nicht auch über die Leuchtenansteuerung laufen? Für langsame Stimmungen ja, für schnelle Wechsel und Sequenzen nein. Effekt- und Bühnenlicht gehört auf ein System, das für Geschwindigkeit gebaut ist, sonst wirkt die Show träge.
Wer übernimmt die Adressierung der Leuchten? Das muss die Ausschreibung sagen. In der Zuarbeit formulieren wir die Position so, dass Lieferant, Adressierung, Gruppenbildung und Inbetriebnahme eindeutig einem Gewerk zugeordnet sind.
Bekommen wir die Projektdateien? Ja. Adressliste, Gruppen, Szenenbeschreibung, Rückfallverhalten und Projektdateien gehören zur Dokumentation und verhindern die Abhängigkeit von einer einzelnen Person.

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Häufige Fragen
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