› Konservatorisches Licht & Substanzschutz
Konservatorisches Licht & Substanzschutz, Originalexponate schützen und trotzdem inszenieren

Die MULTIMEDIAFABRIK plant die Beleuchtung einer Ausstellung materialgerecht, damit Originalexponate geschützt bleiben und trotzdem wirkungsvoll inszeniert werden. Lichtempfindliche Objekte werden auf konservatorische Werte gedimmt, die Jahres-Lichtdosis wird begrenzt, und wir setzen UV- und IR-arme LED ein. So entsteht ein Spannungsfeld, das viele unterschätzen: Inszenierung will Licht, Substanzschutz will Dunkelheit, und beides muss zugleich erfüllt sein.
Lichtschäden an Originalen sind irreversibel. Anders als ein defekter Bildschirm lässt sich verblasste Substanz nicht ersetzen, deshalb gehört das Lichtkonzept in die Planung, nicht ins Nachrüsten.
Warum Licht ein konservatorisches Risiko ist
Licht ist Energie, und Energie verändert empfindliche Materialien dauerhaft. Textilien, Papier, Aquarelle, Fotografien und Naturmaterialien verblassen und versproden, wenn sie zu viel Licht abbekommen. Maßgeblich ist nicht nur die momentane Helligkeit, sondern die Jahres-Lichtdosis, also Helligkeit mal Zeit über das Jahr [Texas Historical Commission, 2013; npj Heritage Science, 2026].
| Materialklasse (Beispiele) | Empfindlichkeit | Konsequenz für die Planung |
|---|---|---|
| Textil, Papier, Aquarell, Foto | sehr hoch, oft um 50 Lux | strenge Begrenzung von Helligkeit und Jahres-Lichtdosis |
| Öl, Tempera, Leder, Horn | mittel | moderate Beleuchtung, begrenzte Standzeiten |
| Stein, Metall, Keramik, Glas | gering | inszenierende Beleuchtung möglich |
Wie wir Schutz und Inszenierung verbinden
| Hebel | Was er bewirkt |
|---|---|
| dimmbare LED nach Materialklasse | jedes Objekt bekommt genau so viel Licht, wie es verträgt |
| UV- und IR-arme LED | die schädlichen Anteile des Lichts fallen weg |
| Szenensteuerung über Show-Control | Licht ist nur an, wenn Besucher da sind, das senkt die Jahresdosis |
| Akzente statt Flächenlicht | gezielte Inszenierung erlaubt niedrige Grundhelligkeit |
| Bewegungsgesteuerte Stationen | empfindliche Objekte werden erst beim Annähern beleuchtet |

Der Trick mit der Jahres-Lichtdosis
Ein lichtempfindliches Objekt verträgt nur eine begrenzte Lichtmenge pro Jahr. Wenn die Beleuchtung über die Show-Control nur dann an ist, wenn tatsächlich jemand davorsteht, sinkt die Jahresdosis erheblich, ohne dass der Besucher etwas vermisst. Bewegungssensoren und Tagesszenen sind damit nicht nur Energiesparhebel, sondern aktiver Substanzschutz.
Was das für dein Haus bedeutet
- Empfindliche Originale lassen sich zeigen, ohne sie zu opfern, durch materialgerechte Beleuchtung und begrenzte Standzeiten.
- Die Inszenierung lebt von Akzenten und gezieltem Licht, nicht von heller Grundbeleuchtung.
- Der Substanzschutz ist der größte versteckte Werterhalt einer Sammlung, irreversible Schäden kosten unwiederbringlich.
- Das Lichtkonzept wird in der Detailplanung mit dem Medien- und Steuerungskonzept verzahnt, nicht getrennt gedacht.


Museen & Ausstellungsbau-Guide 2026
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Aus der Praxis
Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Macht ihr nur die Technik oder auch Konzept und Inhalte?
- Was passiert, wenn ein Exponat im laufenden Betrieb ausfällt?
- Wie stellt ihr sicher, dass das Licht unsere Originalexponate nicht beschädigt?
- Ist die Ausstellung barrierefrei?
- Was kostet so ein Projekt?
- Können wir die Inhalte später selbst pflegen?
- Wir planen einen Neubau, wann sollten wir euch einbinden?
- Funktioniert die Technik auch im Outdoor- oder Naturpark-Bereich?
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