Story

NIS-2 und Netz-Trennung: was Betriebe im Alpenraum jetzt wissen sollten

Gast verbindet sich am Smartphone mit dem Gäste-WLAN am Café-Tisch

NIS-2 ist eine EU-Richtlinie zur Cybersicherheit. In Österreich setzt sie das NISG um, in Deutschland ein eigenes Gesetz. Viele Betriebe hören davon erst, wenn ein Auftraggeber einen Fragebogen schickt. Diese Story zeigt an Beispielen aus dem Betrieb, was die Trennung von Gästen und Firmennetz damit zu tun hat. Die Pflichten im Einzelnen stehen auf der Seite NIS-2 und Netzwerk-Trennung. Rechtsberatung ersetzt beides nicht.

Wer direkt darunter fällt und wer nicht

Das Gesetz richtet sich an mittlere und große Einrichtungen in bestimmten Sektoren, etwa Energie, Gesundheit, Verkehr, digitale Dienste und Teile der Produktion. Kleine Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitenden und weniger als 10 Millionen Umsatz fallen in der Regel nicht direkt darunter.

BetriebDirekt betroffen?Was trotzdem passieren kann
Café oder Restaurant mit 12 Mitarbeitendenneinkaum Berührung mit dem Gesetz
Familienhotel mit 30 MitarbeitendenneinFragen von Reiseveranstaltern oder Versicherungen zur IT-Sicherheit
Arztpraxismeist nein, große Einrichtungen im Gesundheitswesen schonDatenschutz und Patientendaten sind ohnehin streng geregelt
Zulieferer mit 80 Mitarbeitendenje nach Sektor jaAuftraggeber verlangen Nachweise
Kleiner Zulieferer unter der SchwelleneinLieferantenaudit großer Kunden mit Fragen zur Netz-Trennung

Die letzte Zeile ist die häufigste. Ein großer Auftraggeber fällt unter das Gesetz und muss auch seine Lieferkette im Blick haben. Also schickt er Fragebögen an seine Zulieferer, und dort steht fast immer eine Frage nach der Trennung von Besuchern und Firmennetz.

Drei Beispiele aus dem Betrieb

Der Monteur im Büronetz

Ein Zulieferer gibt Monteuren seit Jahren das Büro-WLAN. Im Audit eines Kunden kommt die Frage, ob Fremdgeräte Zugriff auf die Produktion haben. Die ehrliche Antwort wäre ja. Nach dem Umbau gibt es ein eigenes Besuchernetz, und der Netzplan liegt dem Audit bei.

Das Hotel mit Kameras im Gästenetz

In einem Hotel hängen die Überwachungskameras im selben Netz wie die Gäste. Niemand hat das bewusst so gebaut, es ist über die Jahre so gewachsen. Ein Gast mit einem befallenen Laptop hätte die Kameras sehen können. Nach der Trennung haben Kameras, Kasse, Büro und Gäste je ein eigenes Netz.

Die Praxis mit offenem Wartezimmer-WLAN

Eine Praxis bietet im Wartezimmer WLAN an, am selben Router wie die Praxissoftware. Das Gesetz greift hier nicht direkt, der Datenschutz für Patientendaten aber schon. Auch hier ist die Lösung dieselbe: ein eigenes Netz für Patientinnen und Patienten.

Gäste nutzen entspannt das WLAN in einer modernen Hotellobby im Alpenraum

Warum die Trennung der greifbarste Teil ist

NIS-2 verlangt Risikomanagement, Zugriffsregeln, Meldewege und mehr. Vieles davon ist Organisation. Die Trennung der Netze ist dagegen sichtbar und überprüfbar. Ein Netzplan zeigt in wenigen Minuten, ob Gäste und Betrieb getrennt sind.

ZoneWer oder wasRisiko ohne Trennung
Gäste und BesucherHandys, Laptops von außenZugriff auf interne Systeme möglich
PersonalBüro-PCs, Bestell-Tabletsfremde Geräte im selben Netz
HaustechnikKameras, Fernseher, Sensorenschwer abzusichernde Geräte für alle sichtbar
ProduktionMaschinen, SteuerungenZugriff von außen denkbar

Was ein Gästenetzwerk beiträgt und was nicht

Ein Gästenetzwerk der MULTIMEDIAFABRIK trennt die Zonen per VLAN, setzt Firewall-Regeln dazwischen und liefert den Netzplan mit. Das ist ein Baustein. Es ist nicht die ganze Antwort auf NIS-2, und wir sagen auch nicht zu, dass ein Betrieb damit alle Pflichten erfüllt.

BausteinBeitrag
eigenes Netz für Gäste und BesucherFremdgeräte bleiben draußen
Firewall-Regeln zwischen den ZonenZugriffe sind geregelt
Netzplan und ÜbergabeprotokollNachweis für Audit und Versicherung
Anmeldeseite mit kurzer Speicherfristklare Regeln für das Gästenetz
Fernüberwachung und UpdatesGeräte bleiben aktuell

Nicht enthalten sind etwa Meldewege bei Vorfällen, Schulungen der Mitarbeitenden oder die Absicherung der Büro-IT. Dafür gibt es eigene Fachleute, auch im Haus der MULTIMEDIAFABRIK im Bereich Firewall.

Nahaufnahme eines deckenmontierten Business-Access-Points und der Netzwerkverkabelung

Was du jetzt tun kannst

SchrittFrage
1Hängen Gäste oder Besucher heute im selben Netz wie Kasse, Büro oder Maschinen?
2Gibt es einen aktuellen Netzplan, den du einem Auftraggeber zeigen könntest?
3Wer bekommt heute das WLAN-Passwort, und wann wurde es zuletzt geändert?

Lautet die Antwort auf die erste Frage ja oder weiß ich nicht, ist eine Begehung der nächste Schritt. Daraus entstehen ein Plan für die Trennung und ein Festpreis-Angebot.

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