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Vertiefung

So läuft die Medientechnik-Planung im Bauprojekt ab

Planer zeigt im Rohbau sauber verlegte Leerrohre und Unterputzdosen vor dem Verputzen

Die Medientechnik-Planung der MULTIMEDIAFABRIK läuft in sechs Phasen, die sauber auf die Leistungsphasen deines Bauprojekts aufsetzen: von der Bedarfsanalyse über Entwurf, Ausführungsplanung, Leistungsverzeichnis und Vergabe bis zu Bauüberwachung, Inbetriebnahme und Betreuung im Betrieb. Weil das Gewerk Medientechnik damit dieselbe Taktung hat wie Architektur und Technische Ausrüstung, entstehen keine Lücken zwischen Planstand und Baustelle.

Auf dieser Seite siehst du, welche Phase welches Ergebnis liefert, wann du uns ins Projektteam holst und wie sich das Ganze zu HOAI, LM.VM.2014 und SIA 112 verhält. Der wichtigste Satz vorweg: Der Fachplaner-Einstieg gehört in Leistungsphase 1 bis 2, weil Kabelwege, Lastreserven, Sichtachsen, Durchbrüche und Raumakustik dort noch kostenneutral planbar sind.

Die sechs Phasen und ihre Leistungsphasen

Jede Phase hat ein definiertes Ergebnis, das in deine Planunterlagen einfließt. Medientechnik läuft dabei als Anlagengruppe 5 der Technischen Ausrüstung, die Mediensteuerung berührt zusätzlich die Gebäudeautomation.

PhaseWas passiertHOAI-LeistungsphaseErgebnis für dich
1 Bedarf und KonzeptNutzerworkshop, Raumbuch, Zielbild je Raum, medientechnisches Konzept, KostenrahmenLPH 1 bis 2Entscheidungsgrundlage für den Bauherrn, früher Kostenrahmen
2 EntwurfFlächen, Nischen, Lasten, Sichtachsen, Akustikansatz, Bedienkonzept im Entwurf verankertLPH 3 bis 4Technik ist Teil des Entwurfs, nicht dessen Korrektur
3 AusführungsplanungPläne, Details, Kabelwege, Anschlussangaben, Lastenliste, SchnittstellenmatrixLPH 5Ausführungsreife Unterlagen für alle beteiligten Gewerke
4 Leistungsverzeichnis und VergabeAusschreibungsreifes LV, Angebotsprüfung, Preisspiegel, Mitwirkung bei der VergabeLPH 6 bis 7Vergleichbare Angebote statt Wunschzettel
5 Bauüberwachung und InbetriebnahmeFachbauüberwachung, Einmessung, Abnahme, Dokumentation, EinweisungLPH 8Anlage läuft am Übergabetag und ist bedienbar
6 Betreuung im BetriebWartung, Fernüberwachung, Content-Pflege, ErweiterungenLPH 9Ein Ansprechpartner bleibt nach der Übergabe erreichbar

Phase 1 und 2: Bedarf, Konzept und Entwurf

Am Anfang steht kein Gerätevorschlag, sondern die Frage, was in jedem Raum passieren soll: präsentieren, empfangen, tagen, beschallen, informieren, inszenieren. Aus den Antworten entsteht ein Raumbuch mit Zielbild, dazu ein Kostenrahmen, der früh in die Bauherrn-Kommunikation geht. Im Entwurf werden daraus konkrete Flächen und Details: Wo liegt die Medienfläche, welche Lastreserve braucht sie, wie viel Revisionsraum bleibt hinter dem Wandaufbau, wie sind Sichtachsen und Blendung gelöst. Die Bauteil-Logik dazu findest du auf der Seite LED-Wand als Architekturelement.

Architektin und Medientechnik-Planer besprechen Gebäudemodell und Pläne in einem hellen Architekturbüro im Alpenraum

Phase 3: Ausführungsplanung

Jetzt wird aus dem Konzept eine Unterlage, mit der gebaut werden kann. Die Ausführungsplanung liefert Kabelwege, Leerrohre, Anschluss- und Lastangaben, Rack- und Revisionsflächen, Netzwerkanforderungen sowie die Schnittstellenmatrix, die klärt, wer was liefert und wer was anschließt. Genau diese Matrix verhindert die klassischen Nachträge zwischen Elektro, Innenausbau und Medientechnik. Parallel wird der Akustikansatz belastbar, siehe Raumakustik und Schallschutz.

Phase 4: Leistungsverzeichnis und Vergabe

Aus der Ausführungsplanung entsteht ein ausschreibungsreifes Leistungsverzeichnis, herstellerneutral formuliert, mit Positionen, die sich vergleichen lassen. In der Vergabephase prüfen wir Angebote, stellen sie im Preisspiegel gegenüber und übersetzen technische Abweichungen in eine Sprache, die auch der Bauherr bewerten kann. Ergebnis: eine Vergabeentscheidung, die auf Leistung beruht und nicht auf der schönsten Broschüre.

Nahtlos in die Wandebene integrierte LED-Wand neben Eichenpaneelen in einer hellen alpinen Hotellobby

Phase 5 und 6: Bauüberwachung, Inbetriebnahme und Betreuung

In der Bauphase begleiten wir die Ausführung fachlich, kontrollieren Schnittstellen und übernehmen Einmessung, Abnahme und Dokumentation. Dazu gehört die Einweisung derer, die die Anlage später wirklich bedienen: Rezeption, Hausmeisterei, Veranstaltungsteam. Nach der Übergabe geht es weiter mit Wartung, Fernüberwachung und Erweiterungen, damit die Anlage im fünften Betriebsjahr genauso läuft wie am Eröffnungstag.

Österreich und Schweiz: LM.VM.2014 und SIA 112

Der Ablauf bleibt gleich, nur die Namen der Phasen ändern sich. Für Projekte im Alpenraum ist das Alltag, weil Bauherren, Planer und Gewerke oft aus drei Ländern kommen.

LandModellEinordnung der Medientechnik
DeutschlandHOAI, Leistungsphasen 1 bis 9Technische Ausrüstung, Anlagengruppe 5, Kostengruppe 400 ff. nach DIN 276
ÖsterreichLM.VM.2014Eigenes Leistungsmodell Technische Ausrüstung mit HOAI-analoger Phasenstruktur
SchweizSIA 112 mit sechs PhasenStrategische Planung, Vorstudien, Projektierung, Ausschreibung, Realisierung, Bewirtschaftung

Wie die Zusammenarbeit über Ländergrenzen praktisch aussieht, liest du auf der Seite Bodensee und Vorarlberg; die Honorar-Logik erklärt die Seite Kosten der Fachplanung.

Durchgehende warme LED-Lichtlinien in Deckenvoute und unter einem schwebenden Eichenregal im Empfangsbereich

Quick-Reference

  • Sechs Phasen, sauber auf LPH 1 bis 9 abgebildet, ein Ansprechpartner über alle Phasen
  • Fachplaner-Einstieg gehört in LPH 1 bis 2, dort ist alles noch kostenneutral planbar
  • Ausführungsplanung liefert Kabelwege, Lasten und die Schnittstellenmatrix gegen Nachträge
  • Leistungsverzeichnis herstellerneutral, Vergabe mit Preisspiegel und fachlicher Bewertung
  • Pendants im Alpenraum: LM.VM.2014 in Österreich, SIA 112 in der Schweiz

Inline-FAQ Ablauf

Ab welcher Leistungsphase solltest du uns holen? Ideal ist Leistungsphase 1 bis 2. Dann liegen Kabelwege, Lastreserven, Nischen und Akustikflächen noch auf dem Papier, und jede Anforderung kostet einen Planstrich statt einer Baustelle.

Übernehmt ihr auch nur einzelne Phasen? Ja. Viele Büros starten mit Konzept und Kostenrahmen und beauftragen Ausführungsplanung, Leistungsverzeichnis und Bauüberwachung später. Der Übergang ist definiert, die Unterlagen bleiben nutzbar.

Wer schreibt das Leistungsverzeichnis? Wir liefern ein ausschreibungsreifes, herstellerneutrales LV für das Gewerk Medientechnik und unterstützen bei Angebotsprüfung und Vergabe. Die Vergabeentscheidung trifft der Bauherr.

Was passiert nach der Inbetriebnahme? Einmessung, Dokumentation und Einweisung gehören zur Übergabe. Danach greifen Wartung, Fernüberwachung und Erweiterungen, damit die Anlage im Betrieb verlässlich bleibt.

Heller Besprechungsraum mit Akustik-Deckensegeln und Holzlamellen-Wand mit Blick auf die Berge
3D-Broschüren-Mockup des Leitfadens Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten
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Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten

  • Ab welcher Leistungsphase Medientechnik ins Projekt gehört
  • Licht, Bild, Ton und Akustik als vier Ebenen im Entwurf
  • Die LED-Wand als Bauteil: Statik, Brandschutz, Wartungszugang
  • Raumakustik nach DIN 18041 und die Schnittstelle zum Elektroplaner
  • Barrierefreiheit nach BFSG und BaFG, inklusive induktiver Höranlage
  • Kosten-Logik und Festpreis-Pakete der Fachplanung
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