★ Die Leistungsphasen
Medientechnik in den Leistungsphasen: der Leitfaden für Architekturbüros

Medientechnik ist ein Gewerk wie Statik oder Haustechnik, und sie folgt denselben Phasen wie dein Projekt. Die MULTIMEDIAFABRIK arbeitet deshalb entlang der Leistungsphasen, die dein Büro ohnehin führt: HOAI in Deutschland, LM.VM.2014 in Österreich, SIA 112 in der Schweiz. Dieser Leitfaden zeigt Phase für Phase, was die Medientechnik von dir braucht und was sie dir im Gegenzug liefert.
Einleitung
Medientechnik ist ein Gewerk wie Statik oder Haustechnik, und sie folgt denselben Phasen wie dein Projekt. Die MULTIMEDIAFABRIK arbeitet deshalb entlang der Leistungsphasen, die dein Büro ohnehin führt: HOAI in Deutschland, LM.VM.2014 in Österreich, SIA 112 in der Schweiz. Dieser Leitfaden zeigt Phase für Phase, was die Medientechnik von dir braucht und was sie dir im Gegenzug liefert.
Der wichtigste Satz vorweg: Der sinnvolle Einstieg eines Medientechnik-Fachplaners liegt in Leistungsphase 1 bis 2. Danach sind Kabelwege, Sichtbeziehungen, Lastreserven, Durchbrüche und Raumakustik nicht mehr kostenneutral änderbar.
Die Einordnung: Anlagengruppe und Kostengruppe
Bevor es an die Phasen geht, die Systematik, die dein Büro für Ausschreibung und Kostenkontrolle braucht:
| Ebene | Einordnung der Medientechnik |
|---|---|
| Leistungsbild | Technische Ausrüstung, nach HOAI Paragraph 53 ff. |
| Anlagengruppe | Anlagengruppe 5, Fernmelde- und informationstechnische Anlagen |
| Berührte Gruppe | Anlagengruppe 8, Gebäudeautomation, sobald Mediensteuerung Licht, Beschattung oder Klima anspricht |
| Kostengruppe DIN 276 | Kostengruppe 400 ff., technische Anlagen |
Diese Zuordnung ist der Grund, warum Medientechnik in vielen Projekten zwischen den Stühlen landet: Sie beginnt in Anlagengruppe 5, greift aber in Anlagengruppe 8 hinein und braucht Vorleistungen aus der Elektroplanung. Wer das früh sauber trennt, spart sich die Zuständigkeitsdiskussion in der Bauphase.

Phase für Phase: HOAI 1 bis 9
| Leistungsphase | Was die Medientechnik braucht | Was du zurückbekommst |
|---|---|---|
| 1 Grundlagenermittlung | Nutzungsprofile, Raumbuch-Entwurf, Erwartung des Bauherrn | Bedarfsklärung, erste Machbarkeitsaussage, grobe Investitions-Indikation |
| 2 Vorplanung | Raumzuschnitte, Materialideen, Sichtbeziehungen, Deckenaufbau | medientechnisches Konzept je Raumtyp, Kostenrahmen, Flächen- und Lastenhinweise |
| 3 Entwurfsplanung | Wandaufbauten, Nischen, Decken, Bodenaufbau | Einbaudetails, Anschlusswerte, Wärmelasten, Akustik-Zielwerte |
| 4 Genehmigungsplanung | Brandschutzkonzept, Versammlungsstätten-Anforderungen | Nachweise zu Baustoffklassen, Abstimmung mit Brandschutz und Barrierefreiheit |
| 5 Ausführungsplanung | Elektro- und TGA-Planstand, Möbel- und Ausbaudetails | Ausführungspläne, Kabel- und Trassenlisten, Schnittstellenliste je Gewerk |
| 6 Vorbereitung der Vergabe | Vergabeform, Termingerüst | ausschreibungsreifes Leistungsverzeichnis mit prüfbaren Positionen |
| 7 Mitwirkung bei der Vergabe | Bieterliste, Submissionstermine | technische Angebotsprüfung, Bietergespräche, Vergabeempfehlung |
| 8 Objektüberwachung | Baustellenkoordination, Zugang, Termine | Fachbauüberwachung, Inbetriebnahme, Einmessung, Abnahme, Einweisung |
| 9 Objektbetreuung | Mängelfristen, Betreiberorganisation | Dokumentation, Wartung, Fernwartung, Nachschulung |
Zwei Phasen entscheiden überproportional. In Leistungsphase 2 fällt die Vorentscheidung darüber, ob eine Medienfläche flächenbündig verschwinden kann oder als Gerät vor der Wand hängt. In Leistungsphase 5 entsteht die Schnittstellenliste, die später darüber bestimmt, ob es Nachträge gibt oder nicht.
Wie sich das auf die Kosten auswirkt, rechnet die Story Mitplanen oder nachrüsten durch.
Österreich und Schweiz: dieselbe Logik, andere Bezeichnungen
Der Alpenraum arbeitet mit drei Systemen. Für die Praxis sind sie erstaunlich gut aufeinander abbildbar:
| Land | System | Struktur | Besonderheit für Medientechnik |
|---|---|---|---|
| Deutschland | HOAI, Leistungsphasen 1 bis 9 | neun Phasen von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung | Leistungsbild Technische Ausrüstung, Anlagengruppe 5 und 8 |
| Österreich | LM.VM.2014, Leistungsmodell Technische Ausrüstung | eigenes Leistungs- und Vergütungsmodell nach Aufhebung der Honorarleitlinien, Phasenstruktur analog zur HOAI | Barrierefreiheit über ÖNORM plus OIB-Richtlinie 4 |
| Schweiz | SIA 112 | sechs Phasen: Strategische Planung, Vorstudien, Projektierung, Ausschreibung, Realisierung, Bewirtschaftung | Bewirtschaftung ist eigene Phase, Betrieb ist von Anfang an mitgedacht |
Ein Unterschied lohnt trotzdem die Aufmerksamkeit: Die SIA 112 führt die Bewirtschaftung als eigene Phase. Betrieb, Wartung und Nachschulung sind dort von Beginn an Teil des Modells, während sie in der HOAI erst in Leistungsphase 9 auftauchen. Für Medientechnik ist das die realistischere Sicht, weil eine Anlage im Betrieb steht und nicht mit der Abnahme endet.
Praktisch heißt das: Ein Projekt in Vorarlberg, eines im Allgäu und eines im Rheintal auf Schweizer Seite laufen inhaltlich gleich. Die MULTIMEDIAFABRIK liefert die Fachplanung in allen drei Systemen und passt Bezeichnungen und Nachweise an die jeweilige Bauordnung an. Die regionale Einordnung findest du unter Bodensee und Vorarlberg.

Honorar: warum Festpreise zulässig und sinnvoll sind
Ein Punkt, der in Architekturbüros immer wieder für Unsicherheit sorgt: Die HOAI ist seit 2021 kein Preisrecht mehr. Die Honorartafeln sind seither Orientierung, nicht Vorschrift. Pauschalen und Festpreise sind zulässig und in der Fachplanung längst üblich.
Für dich als Planerin oder Planer hat das drei Konsequenzen:
- Du kannst die Medientechnik-Fachplanung als eigenständige Leistung mit klarem Festpreis beauftragen oder dem Bauherrn zur Direktbeauftragung empfehlen.
- Der Preis hängt am definierten Leistungsumfang, nicht an einer Tafel. Umfang und Phasen müssen deshalb sauber beschrieben sein.
- Der Bauherr bekommt früh Budgetsicherheit, weil der Planungsaufwand feststeht, bevor über Hardware gesprochen wird.
Genau so arbeitet die MULTIMEDIAFABRIK: Konzept-Check als Einstieg, danach Planung Kompakt oder Planung Komplett über die Leistungsphasen 2 bis 8. Welche Faktoren den Umfang treiben, erklärt die Seite Kosten.
Woran Projekte je Phase scheitern
Aus der Praxis im Alpenraum wiederholen sich fünf Muster, und alle fünf lassen sich mit einer frühen Beteiligung vermeiden:
| Phase | Typischer Fehler | Folge im Bau |
|---|---|---|
| 1 bis 2 | Medientechnik gilt als Ausstattung, nicht als Gewerk | kein Budgetansatz, Kostenüberraschung beim Bauherrn |
| 3 | Wandaufbau steht, Einbautiefe der Medienfläche ist unbekannt | Fläche hängt vor der Wand statt bündig darin |
| 5 | keine Schnittstellenliste zwischen Elektro, TGA und Medientechnik | Leerrohre fehlen, Nachträge und Zuständigkeitsstreit |
| 6 bis 7 | Leistungsverzeichnis beschreibt Geräte statt Funktionen | Angebote sind nicht vergleichbar, Vergabe zieht sich |
| 8 | Inbetriebnahme, Einmessung und Einweisung sind nicht terminiert | Abnahme verschiebt sich, Betreiber kann die Anlage nicht bedienen |
Der gemeinsame Nenner: Es sind fast nie technische Probleme, sondern Zeitpunkt-Probleme. Jeder dieser Fehler kostet in der richtigen Phase nichts und in der falschen Phase ein eigenes Gewerk.

Was du je Phase von uns bekommst
Quick-Reference
- Medientechnik läuft als Anlagengruppe 5, berührt Anlagengruppe 8 und liegt in Kostengruppe 400 ff. DIN 276
- Fachplaner-Einstieg gehört in Leistungsphase 1 bis 2, danach wird jede Änderung baulich teuer
- Leistungsphase 2 entscheidet die Integration, Leistungsphase 5 entscheidet die Nachtragsfreiheit
- HOAI, LM.VM.2014 und SIA 112 sind unterschiedlich benannt, aber inhaltlich abbildbar
- Die HOAI ist seit 2021 kein Preisrecht mehr, Festpreise sind zulässig und üblich
- Die MULTIMEDIAFABRIK begleitet von der Bedarfsanalyse bis zur Wartung mit einem Ansprechpartner


Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten
- Ab welcher Leistungsphase Medientechnik ins Projekt gehört
- Licht, Bild, Ton und Akustik als vier Ebenen im Entwurf
- Die LED-Wand als Bauteil: Statik, Brandschutz, Wartungszugang
- Raumakustik nach DIN 18041 und die Schnittstelle zum Elektroplaner
- Barrierefreiheit nach BFSG und BaFG, inklusive induktiver Höranlage
- Kosten-Logik und Festpreis-Pakete der Fachplanung
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Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Was kostet die Medientechnik-Fachplanung?
- Ab welcher Leistungsphase gehört Medientechnik ins Projekt?
- Übernimmt die MULTIMEDIAFABRIK auch Leistungsverzeichnis und Ausschreibung?
- Wie wird Medientechnik in DIN 276 und den Anlagengruppen eingeordnet?
- Wer plant die Raumakustik, und was sagt die DIN 18041?
- Welche Vorgaben braucht der Elektroplaner von der Medientechnik?
- Was fordern BFSG und BaFG für mein Gebäude?
- Wie läuft die Zusammenarbeit mit Architekturbüros?
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Wir hören zu, denken mit und zeigen dir, was für dein Vorhaben wirklich Sinn ergibt.
