◆ Premium-Positionierung

Anwendungsfall

Premium-Positionierung: Wie ein Architekturbüro die LED-Wand in der Hotel-Lobby in der Wandebene verschwinden lässt

Nahtlos in die Wandebene integrierte LED-Wand neben Eichenpaneelen in einer hellen alpinen Hotellobby

Die Medientechnik-Fachplanung der MULTIMEDIAFABRIK aus Vorarlberg plant Licht, Bild, Ton und Akustik so früh in den Entwurf hinein, dass Technik zur Bauleistung wird statt zum aufgesetzten Gerät. Konzept, Fachplanung, Leistungsverzeichnis, Ausführung und Wartung kommen aus einem Haus. Für ein Architekturbüro heißt das, dass die Materialwirkung eines Raums erhalten bleibt, auch wenn eine bewegte Bildfläche darin arbeitet.

Ausgangssituation

Ein Architekturbüro plante die Neugestaltung der Lobby für ein 4-Sterne-Haus im Montafon. Der Entwurf lebte von wenigen, sehr ruhigen Flächen: geölte Eiche, Sichtbeton, ein durchlaufendes Wandband hinter der Rezeption. Der Bauherr wollte auf genau dieser Wand bewegte Bilder zeigen, Bergpanoramen am Morgen, Veranstaltungshinweise am Abend, im Winter die Anzeige der Liftstatus.

Die naheliegende Lösung wäre ein großformatiges Display auf Wandhalterung gewesen. Genau das hätte den Entwurf gekippt: ein schwarzer Rahmen mit Glanzkante vor der Eiche, sichtbare Kabelabgänge, ein Gerät, das nach Elektronik aussieht statt nach Architektur. Dazu kamen Fragen, die im Büro niemand beantworten konnte. Wie tief muss die Wand werden? Was trägt die Unterkonstruktion? Wo wird gewartet? Und wie hell darf eine solche Fläche in einer Lobby überhaupt leuchten, ohne die Abendstimmung zu zerstören?

Was sich das Büro wünschte

Wir wollen keine Bildschirmwand, wir wollen eine Wand, die auch Bild kann. Die Fläche soll in der Wandebene liegen, ohne Rahmen, ohne aufgesetzte Kante, und sie soll im ausgeschalteten Zustand nicht wie ein totes Gerät wirken. Und wir brauchen die Maße, bevor wir die Wandaufbauten zeichnen.
Architektin und Medientechnik-Planer besprechen Gebäudemodell und Pläne in einem hellen Architekturbüro im Alpenraum

Warum eine früh eingeplante LED-Fläche die Lösung war

Flächenbündig statt aufgesetzt:
Eine LED-Fläche wird nicht an die Wand gehängt, sondern in sie hineingebaut. Der Wandaufbau bekommt eine definierte Nische, die Cabinets liegen in der Fertigebene, die Oberfläche schließt bündig mit dem Holz ab. Das funktioniert nur, wenn die Nische vor der Ausführungsplanung im Plan steht.
Front-Service spart Raumtiefe:
Die Entscheidung für Front-Service statt Rear-Service fiel früh, weil hinter der Wand kein Revisionsraum von 60 bis 100 cm zur Verfügung stand. Module und Netzteile werden von vorn getauscht, die Wand bleibt flach.
Statik früh geklärt:
LED-Cabinets bringen typisch 8 bis 20 kg je Quadratmeter auf die Wand, dazu kommt die Unterkonstruktion. Diese Werte gingen in die Tragwerksplanung, statt später als Überraschung aufzutauchen.
Helligkeit als Gestaltungsparameter:
In Innenräumen liegt der sinnvolle Bereich bei etwa 250 bis 350 Nits, in hellen Zonen mit viel Tageslicht bei 500 bis 700. Die Fläche wurde auf die Lichtstimmung der Lobby eingemessen, nicht auf Maximalhelligkeit gestellt.
Wärme gehört ins Konzept:
Die elektrische Leistung einer Indoor-Fläche fällt praktisch vollständig als Wärmelast an. Die Werte wanderten in die Kühllast-Berechnung, bevor die Lüftung ausgelegt war.

Umsetzung

SchrittInhalt
Leistungsphase 2Bedarfsklärung mit Bauherr und Büro, medientechnisches Konzept, Kostenrahmen für Kostengruppe 400 ff.
BemusterungLED-Fläche, Pixelabstand und Oberflächenwirkung in den Studios in Koblach real angesehen statt nach Datenblatt entschieden
WandaufbauNischentiefe, Unterkonstruktion, Lastannahmen und Servicekonzept als Planeintrag für Tragwerk und Ausbau
Elektro-SchnittstelleStromkreise auf Maximallast, Leerrohre, Netzwerkanbindung und Reserve-Ports als Vorgabe an den Elektroplaner
BrandschutzNachweis der Baustoffklasse der verbauten Fläche als Teil der Dokumentation
Inhalt und SteuerungTagesabhängige Bildprogramme, Bedienung über ein Panel, das auch die Rezeption sicher bedienen kann

Der eigentliche Hebel lag nicht im Produkt, sondern im Zeitpunkt. Weil die Fläche schon im Entwurf als Bauteil geführt wurde, entstand keine einzige Sonderlösung auf der Baustelle. Wie diese Phasenlogik im Projekt abläuft, zeigt die Seite Ablauf.

Durchgehende warme LED-Lichtlinien in Deckenvoute und unter einem schwebenden Eichenregal im Empfangsbereich

Ergebnis

Technik als Bauteil statt als Gerät · ein Ansprechpartner für Bild, Licht und Steuerung · Abnahme ohne Sonderlösung auf der Baustelle

AspektOhne frühe FachplanungMit früher Fachplanung
ErscheinungsbildRahmen auf der Wand, sichtbare TechnikFläche in der Wandebene, Materialbild bleibt
Wandaufbauimprovisierte Vorsatzschalegeplante Nische mit Lastnachweis
WartungZugang ungeklärtFront-Service mit definiertem Ablauf
LichtwirkungGerät auf Maximalhelligkeiteingemessen auf die Lichtstimmung des Raums
VerantwortungDisplay, Elektro und Ausbau getrennt vergebenein Fachpartner für das komplette Gewerk

Der Bauherr hat später die zweite Fläche im Tagungsbereich beim gleichen Team beauftragt, weil die erste kein Fremdkörper geworden war. Für das Architekturbüro war das der eigentliche Gewinn: Es musste im Betrieb nichts nachbessern und keine Entscheidung verteidigen, die auf der Baustelle unter Zeitdruck gefallen wäre.

Was sich daraus ableiten lässt

Premium-Wirkung entsteht selten durch mehr Technik, sondern durch Technik, die man nicht sieht. Drei Punkte wiederholen sich in vergleichbaren Projekten:

Die Wandebene entscheidet früh.
Ist der Wandaufbau gezeichnet, ist die Chance auf eine bündige Fläche vertan.
Bemusterung schlägt Datenblatt.
Pixelabstand, Oberfläche und Helligkeit lassen sich nicht aus dem Katalog beurteilen.
Ein Gewerk, ein Verantwortlicher.
Sobald Bild, Licht und Steuerung getrennt vergeben werden, verschiebt sich das Risiko zurück auf das Architekturbüro.

Wie eine LED-Fläche konstruktiv als Architekturelement funktioniert, steht auf LED-Wand als Architekturelement. Welche Rolle Licht im gleichen Entwurf spielt, zeigt Licht im Entwurf.

Heller Besprechungsraum mit Akustik-Deckensegeln und Holzlamellen-Wand mit Blick auf die Berge

Hol dir die Technik in den Entwurf, bevor sie zum Gerät wird

Du planst ein Projekt, in dem eine Bildfläche Teil der Architektur werden soll? Wir liefern dir Maße, Lasten und Schnittstellen so früh, dass dein Entwurf sie tragen kann.

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Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten

  • Ab welcher Leistungsphase Medientechnik ins Projekt gehört
  • Licht, Bild, Ton und Akustik als vier Ebenen im Entwurf
  • Die LED-Wand als Bauteil: Statik, Brandschutz, Wartungszugang
  • Raumakustik nach DIN 18041 und die Schnittstelle zum Elektroplaner
  • Barrierefreiheit nach BFSG und BaFG, inklusive induktiver Höranlage
  • Kosten-Logik und Festpreis-Pakete der Fachplanung
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