? Welche Vorgaben braucht der Elektroplaner von der Medientechnik?
Welche Vorgaben braucht der Elektroplaner von der Medientechnik?
Fünf Angaben entscheiden über einen nachtragsfreien Bau: Leerrohre und Trassen, Lastreserven und Anschlusswerte, PoE-Budgets im Netzwerk, VLAN- und Netzstruktur sowie die Wärmelast der Medienflächen und Racks. Die MULTIMEDIAFABRIK liefert diese Vorgaben als Schnittstellenliste rechtzeitig zur Rohbau- und Ausführungsplanung.
Der kritische Punkt ist der Zeitpunkt. Alle fünf Angaben werden im Rohbau gebraucht, aber erst durch das medientechnische Konzept erzeugt. Fehlt das Konzept, plant der Elektroplaner Steckdosen ins Blaue, und die Lücke fällt erst beim Einbau auf.
| Vorgabe | Was der Elektroplaner konkret braucht |
|---|---|
| Leerrohre und Trassen | Verläufe, Durchmesser, Zugpunkte, Revisionsöffnungen, Brandschottungen, 100-m-Kupferlimit je Strecke |
| Lastreserven | Anschlusswerte je Medienfläche, Stromkreise auf Maximallast ausgelegt, Reserveplätze im Verteiler |
| PoE-Budgets | Leistungsklassen nach IEEE 802.3af mit 15,4 W, 802.3at mit 30 W und 802.3bt mit bis zu 90 W am Port, dazu das Gesamtbudget des Switches |
| Netzstruktur | eigene Medien-VLANs, Ports je Raum, Reserve-Ports, Anbindung an die Hausnetze |
| Wärmelast | Anteil der Medientechnik an der Kühllast, Rack-Standort und Lüftung |
Für LED-Wände gilt ein eigener Merksatz: Indoor-Flächen erreichen einen Maximalwert von rund 100 bis 300 W/m², im typischen Betrieb liegt der Verbrauch darunter. Die Stromkreise gehören auf die Maximallast ausgelegt, nicht auf den Mittelwert. Und weil die elektrische Leistung im Innenraum praktisch vollständig als Wärmelast anfällt, gehört derselbe Wert zusätzlich in die Kühllast-Berechnung.
Beim Netzwerk lohnt eine frühe Grundsatzentscheidung: Medientechnik bekommt eigene VLANs, damit Signalverkehr und Bürobetrieb sich nicht gegenseitig stören und die Verantwortung im Störfall eindeutig bleibt. Dazu gehören ausreichend Reserve-Ports je Raum, denn nachträgliche Ports sind wieder eine Trassenfrage.
Bus-Systeme sind der zweite Klassiker: KNX für das Gebäude, DALI für das Licht, DMX für Effekte. Eine Mediensteuerung koppelt alle drei, aber nur, wenn die Gateways im Elektro-Leistungsverzeichnis definiert sind. Fehlen sie, entstehen zwei getrennte Welten, die sich später nur mit Zusatzhardware verbinden lassen.
Wie diese Anforderungen im Entwurf entstehen, zeigt die Seite LED-Wand als Architekturelement.

Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten
- Ab welcher Leistungsphase Medientechnik ins Projekt gehört
- Licht, Bild, Ton und Akustik als vier Ebenen im Entwurf
- Die LED-Wand als Bauteil: Statik, Brandschutz, Wartungszugang
- Raumakustik nach DIN 18041 und die Schnittstelle zum Elektroplaner
- Barrierefreiheit nach BFSG und BaFG, inklusive induktiver Höranlage
- Kosten-Logik und Festpreis-Pakete der Fachplanung
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Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Was kostet die Medientechnik-Fachplanung?
- Ab welcher Leistungsphase gehört Medientechnik ins Projekt?
- Übernimmt die MULTIMEDIAFABRIK auch Leistungsverzeichnis und Ausschreibung?
- Wie wird Medientechnik in DIN 276 und den Anlagengruppen eingeordnet?
- Wer plant die Raumakustik, und was sagt die DIN 18041?
- Was fordern BFSG und BaFG für mein Gebäude?
- Wie läuft die Zusammenarbeit mit Architekturbüros?
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