◆ Budget-Sicherheit

Anwendungsfall

Kostenkontrolle & Budget-Sicherheit: Wie ein Architekturbüro das Medientechnik-Budget schon in der Entwurfsphase belastbar macht

Architektin und Medientechnik-Planer besprechen Gebäudemodell und Pläne in einem hellen Architekturbüro im Alpenraum

Die Medientechnik-Fachplanung der MULTIMEDIAFABRIK aus Vorarlberg liefert Architekturbüros einen belastbaren Kostenrahmen für Licht, Bild, Ton, Akustik und Steuerung, bevor die Ausführungsplanung startet. Die Positionen werden sauber in Kostengruppe 400 ff. nach DIN 276 eingeordnet, das Leistungsverzeichnis entsteht ausschreibungsreif, und die Planungsleistung selbst gibt es als Festpreis-Paket.

Ausgangssituation

Ein Architekturbüro plante ein Verwaltungsgebäude im Rheintal mit Foyer, drei Besprechungsräumen und einem teilbaren Veranstaltungsraum. Die Medientechnik tauchte in der Kostenberechnung als einzelne Sammelposition auf, geschätzt aus Erfahrung, ohne Systemgrenzen und ohne Mengengerüst.

In der Ausführungsphase kippte diese Schätzung. Der Bauherr wollte Videokonferenz in allen Besprechungsräumen, im Veranstaltungsraum eine mobile Trennung mit zwei getrennt bespielbaren Zonen und am Empfang eine Informationsfläche. Jede dieser Anforderungen zog Folgen in andere Gewerke nach: Netzwerkports, Stromkreise, Deckenöffnungen, Akustikmaßnahmen. Was als eine Zahl begonnen hatte, wurde zu einem Nachtragspaket, das das Büro dem Bauherrn erklären musste, obwohl es die Technik nie geplant hatte. Der Projektleiter formulierte es später so: Nicht die Technik war teuer, sondern der Zeitpunkt ihrer Entscheidung.

Was sich das Büro wünschte

Wir brauchen für die Kostenberechnung eine Zahl, die hält. Nicht eine Wunschzahl, sondern einen Rahmen, den wir dem Bauherrn in der Entwurfsphase zeigen können und der bis zur Abrechnung Bestand hat. Und wir wollen wissen, in welche Kostengruppe das gehört, damit die Position im Projekt sauber geführt wird.
Nahtlos in die Wandebene integrierte LED-Wand neben Eichenpaneelen in einer hellen alpinen Hotellobby

Warum eine frühe Fachplanung die Lösung war

Bedarf vor Budget:
Am Anfang stand kein Produktvorschlag, sondern ein Nutzerworkshop. Wer nutzt welchen Raum wofür, wie oft, mit welcher Bedienkompetenz? Erst danach entstand ein Systemkonzept, und erst aus dem Konzept ein Kostenrahmen.
Saubere Zuordnung:
Medientechnik läuft als Anlagengruppe der Technischen Ausrüstung und korrespondiert mit Kostengruppe 400 ff. nach DIN 276, die Mediensteuerung berührt zusätzlich die Gebäudeautomation. Diese Einordnung nimmt die Position aus der Grauzone zwischen Elektro, Ausbau und Möblierung.
Mengengerüst statt Pauschale:
Displayflächen, Lautsprecherzonen, Leitungslängen, Netzwerkports und Bedienstellen wurden gezählt, nicht geschätzt. Ein gezähltes Gerüst lässt sich fortschreiben, eine Pauschale nicht.
Festpreis ist zulässig:
Die HOAI ist seit 2021 kein Preisrecht mehr. Pauschalen und Festpreise für Fachplanungsleistungen sind zulässig und üblich, deshalb bekommt das Büro für die Planungsleistung selbst einen festen Betrag statt eines offenen Aufwands.
Ein Verhandlungspartner:
Statt vier Anbietern mit vier unterschiedlichen Systemgrenzen gab es einen Fachpartner, der das komplette Gewerk verantwortet und dessen Angebot mit dem Leistungsverzeichnis deckungsgleich ist.
Ausbaustufen statt Alles-oder-nichts:
Der Rahmen wurde in eine Grundstufe und zwei Erweiterungen gegliedert. So konnte der Bauherr bei knappem Budget eine Stufe zurückgehen, ohne dass die Infrastruktur im Rohbau geändert werden musste.

Umsetzung

PhaseLeistungErgebnis für die Kostenverfolgung
BedarfsklärungNutzerworkshop je Raumtyp, AnforderungslisteUmfang ist beschrieben, nicht geraten
Konzept (LPH 2)Systemskizze, Raumbuch MedientechnikKostenrahmen mit benannten Annahmen
Entwurf (LPH 3)Mengengerüst, Schnittstellen zu Elektro und AusbauKostenberechnung mit Zuordnung zu Kostengruppe 400 ff.
Ausschreibung (LPH 6/7)ausschreibungsreifes Leistungsverzeichnisvergleichbare Angebote statt Äpfel und Birnen
Ausführung (LPH 8)Fachbauüberwachung, Inbetriebnahme, EinweisungAbrechnung entlang der ausgeschriebenen Positionen

Entscheidend war die Nachvollziehbarkeit: Jede Zahl im Kostenrahmen hing an einer benannten Annahme. Änderte der Bauherr eine Anforderung, war sofort sichtbar, welche Position sich bewegt. Welche Faktoren den Rahmen überhaupt treiben, erklärt die Seite Kosten.

Durchgehende warme LED-Lichtlinien in Deckenvoute und unter einem schwebenden Eichenregal im Empfangsbereich

Ergebnis

Budget von der Entwurfsphase bis zur Abrechnung stabil · eine Kostengruppe statt verstreuter Positionen · Festpreis für die Planungsleistung

Kein Nachtragspaket
aus der Medientechnik, weil der Umfang vor der Ausführungsplanung feststand
Vergleichbare Angebote
in der Vergabe, weil alle Bieter das gleiche Leistungsverzeichnis bepreisten
Eine Position
in der Kostenverfolgung statt Restposten in Elektro, Ausbau und Möblierung
Der Bauherr entschied bewusst
, welche Ausbaustufe er will, statt sie in der Ausführung zu erleiden
Das Büro musste keine Zahl verteidigen
, die es nie selbst gerechnet hatte

Was sich daraus ableiten lässt

Kostensicherheit bei Medientechnik ist keine Frage der Genauigkeit, sondern der Reihenfolge. Wer zuerst den Bedarf klärt und dann rechnet, bekommt einen Rahmen, der trägt. Wer zuerst eine Zahl in die Kostenberechnung schreibt und den Bedarf später klärt, bekommt Nachträge.

Der zweite wiederkehrende Punkt ist die Sprache. Ein Kostenrahmen, der aus Produktnamen besteht, veraltet innerhalb eines Jahres und bindet den Bauherrn an einen Anbieter. Ein Rahmen, der aus Anforderungen besteht, also aus Flächen, Zonen, Bedienstellen und Leistungswerten, bleibt über die gesamte Projektlaufzeit gültig und lässt die Vergabe offen.

Früh ist billiger als genau.
Ein grober, aber begründeter Rahmen aus Leistungsphase 2 schlägt eine exakte Zahl aus Leistungsphase 5, weil in Phase 2 noch alles steuerbar ist.
Systemgrenzen sind Kostengrenzen.
Was keinem Gewerk zugeordnet ist, taucht in der Abrechnung doppelt oder gar nicht auf, und beides kostet.
Regionale Nähe hilft bei Rückfragen.
Wie die Zusammenarbeit im Alpenraum konkret läuft, zeigt Bodensee und Vorarlberg.
Heller Besprechungsraum mit Akustik-Deckensegeln und Holzlamellen-Wand mit Blick auf die Berge

Hol dir einen Kostenrahmen, den du dem Bauherrn zeigen kannst

Steht in deiner Kostenberechnung gerade eine Zahl für Medientechnik, die du selbst nicht belegen kannst? Wir rechnen dir den Rahmen nachvollziehbar durch, mit benannten Annahmen, sauberer Zuordnung und einem Festpreis für die Planungsleistung.

3D-Broschüren-Mockup des Leitfadens Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten
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Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten

  • Ab welcher Leistungsphase Medientechnik ins Projekt gehört
  • Licht, Bild, Ton und Akustik als vier Ebenen im Entwurf
  • Die LED-Wand als Bauteil: Statik, Brandschutz, Wartungszugang
  • Raumakustik nach DIN 18041 und die Schnittstelle zum Elektroplaner
  • Barrierefreiheit nach BFSG und BaFG, inklusive induktiver Höranlage
  • Kosten-Logik und Festpreis-Pakete der Fachplanung
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