◆ Wettbewerbserfolg

Anwendungsfall

Wettbewerbserfolg & Auftragsgewinn: Wie ein Architekturbüro den Wettbewerb für ein Besucherzentrum mit einem durchdachten Medienkonzept gewinnt

Architektin und Medientechnik-Planer besprechen Gebäudemodell und Pläne in einem hellen Architekturbüro im Alpenraum

Die Medientechnik-Fachplanung der MULTIMEDIAFABRIK aus Vorarlberg arbeitet Architekturbüros schon in der Wettbewerbsphase zu: Licht, Bild, Ton, Interaktion, Akustik und Barrierefreiheit werden als zusammenhängendes Konzept mit Flächen, Lasten, Schnittstellen und Kostenrahmen beschrieben. Der Beitrag zeigt damit nicht nur ein Gebäude, sondern die Nutzung, die darin stattfinden soll.

Ausgangssituation

Ein Architekturbüro bewarb sich um ein Besucherzentrum an einem touristisch stark frequentierten Ort im Alpenraum. Die Auslobung verlangte ausdrücklich eine Ausstellung mit digitalen Vermittlungsformaten und barrierefreie Nutzbarkeit für alle Besuchergruppen. In der Jury saßen neben Architekten auch Vertreter des Betreibers und der öffentlichen Hand.

Der erste Entwurfsstand des Büros war architektonisch stark, in der Medienfrage aber vage. In den Plänen standen Formulierungen wie Medienstation und Projektionsfläche, ohne Angaben zu Flächen, Wandaufbauten, Lichtverhältnissen oder Betriebskosten. Genau an dieser Stelle hatte das Büro in einem früheren Verfahren Punkte verloren. Die Rückmeldung damals lautete sinngemäß, der Beitrag beschreibe ein Gefäß ohne Inhalt. Diesmal sollte das Medienkonzept mit derselben Sorgfalt entwickelt werden wie der Grundriss.

Was sich das Büro wünschte

Wir wollen im Erläuterungsbericht nicht schreiben, dass hier eine Medienstation steht. Wir wollen zeigen, wie die Ausstellung funktioniert: welches Licht, welche Bildfläche, wie laut, wie bedienbar, wie barrierefrei, und was das ungefähr kostet. Und wir brauchen das in der Sprache eines Wettbewerbsbeitrags, nicht als Produktliste.
Nahtlos in die Wandebene integrierte LED-Wand neben Eichenpaneelen in einer hellen alpinen Hotellobby

Warum ein Medienkonzept im Beitrag die Lösung war

Vermittlung wird nachvollziehbar:
Statt einer Aufzählung von Geräten beschreibt das Konzept den Besucherweg: Was sieht, hört und berührt jemand an welcher Station, und wie viel Zeit verbringt er dort. Das ist eine Sprache, die auch Betreibervertreter in der Jury lesen können.
Licht als Vermittlungsmittel:
Ausstellungslicht, Objektlicht und Bildflächen konkurrieren um denselben Raum. Das Konzept legte Zonen und Helligkeitsniveaus fest, damit Projektion und Beleuchtung sich nicht gegenseitig entwerten.
Flächen und Lasten statt Platzhalter:
Für jede Bildfläche gab es Größe, Wandaufbau, Lastannahme und Servicezugang. Für Innenräume liegen sinnvolle Helligkeiten bei etwa 250 bis 350 Nits, in tageslichtstarken Zonen höher; solche Angaben machen einen Beitrag prüfbar.
Akustik als Ausstellungsthema:
Offene Grundrisse mit Beton, Glas und Naturstein erzeugen lange Nachhallzeiten. Das Konzept ordnete Absorberflächen und Zonierung dem Entwurf zu, statt sie später als Nachrüstung anzuhängen.
Barrierefreiheit als Qualitätsmerkmal:
Zwei-Sinne-Prinzip nach DIN 18040, induktive Höranlage im Vortragsraum und bedienbare Terminalhöhen waren Teil des Beitrags. Seit 28.06.2025 gelten BFSG und BaFG, bei öffentlichen Bauherren ist das ein Bewertungsthema und kein Bonus.
Betrieb mitgedacht:
Wer bedient die Anlage im Alltag, wie wird gewartet, was passiert bei Störung? Ein Betriebsszenario unterscheidet einen belastbaren Beitrag von einer Idee.

Umsetzung

Baustein im BeitragInhalt
BesucherwegStationen, Verweildauer, Reihenfolge der Vermittlungsformate
LichtZonierung, Objektlicht, Helligkeitsniveaus, Steuerungslogik
BildProjektion und LED-Flächen mit Größe, Wandaufbau und Lastannahme
InteraktionTouch- und Objektstationen mit Bedienhöhen und Wartungszugang
TonZonenbeschallung, Sprachverständlichkeit, Trennung der Bereiche
AkustikAbsorberflächen und Zonierung als Teil der Materialwahl
BarrierefreiheitZwei-Sinne-Prinzip, induktive Höranlage, Piktogramm und Einmessung
KostenRahmen je Ausbaustufe, zugeordnet zu Kostengruppe 400 ff.

Der Beitrag enthielt keine Produktnamen und keine Herstellerbindung, sondern prüfbare Anforderungen. Genau das war für die öffentliche Auslobung wichtig, weil eine spätere Ausschreibung offen bleiben muss. Das Medienkonzept blieb dabei bewusst kurz: zwei Seiten Text, ein Schnitt mit eingetragenen Flächen und eine Tabelle. Die Jury sollte es im Rundgang lesen können, nicht im Nachgang studieren müssen.

Durchgehende warme LED-Lichtlinien in Deckenvoute und unter einem schwebenden Eichenregal im Empfangsbereich

Ergebnis

Medienkonzept als Teil des Beitrags statt als Anhang · Flächen und Lasten belegt statt behauptet · Barrierefreiheit im Entwurf statt in der Abnahme

Der Beitrag beantwortete die Nutzungsfrage
der Auslobung, nicht nur die Gestaltungsfrage
Die Jury konnte die Ausstellung lesen
, weil Besucherweg und Wirkung beschrieben waren
Keine offenen Flanken
bei Lasten, Wandaufbauten, Akustik und Barrierefreiheit
Das Büro trat als Team auf
, mit einem Fachpartner für das Gewerk statt mit Absichtserklärungen
Die Fortführung war vorbereitet
, weil aus dem Konzept direkt eine Fachplanung wird

Was sich daraus ableiten lässt

Wettbewerbe für Besucherzentren, Museen, Rathäuser und Bildungsbauten werden zunehmend über die Nutzung entschieden, nicht über die Kubatur allein. Wer die Vermittlung mitplant, liefert der Jury Argumente statt Bilder. Der Aufwand dafür ist überschaubar, weil das Konzept auf einem Besucherweg aufsetzt, den der Entwurf ohnehin beschreibt.

Konkret schlägt schön.
Eine Zahl zu Fläche, Last oder Helligkeit wirkt in der Jury stärker als ein weiteres Rendering, weil sie zeigt, dass der Entwurf die Nutzung tatsächlich trägt.
Der Betrieb gehört in den Beitrag.
Wer beschreibt, wie das Haus im Alltag bedient und gewartet wird, nimmt dem Betreiber in der Jury seine größte Sorge.
Barrierefreiheit ist Bewertungskriterium.
Details dazu stehen auf Barrierefreiheit und BFSG.
Licht entscheidet über die Bildwirkung.
Wie Licht, Bild und Materialwahl im Entwurf zusammengehen, ohne sich gegenseitig zu entwerten, zeigt Licht im Entwurf.
Heller Besprechungsraum mit Akustik-Deckensegeln und Holzlamellen-Wand mit Blick auf die Berge

Hol dir das Medienkonzept in deinen nächsten Wettbewerbsbeitrag

Bereitest du gerade ein Verfahren vor, in dem Vermittlung, Ausstellung oder Veranstaltung eine Rolle spielt? Wir liefern dir das Medienkonzept zum Beitrag, prüfbar und herstellerneutral. Wie so ein Projekt danach weiterläuft, zeigt der Ablauf.

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Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten

  • Ab welcher Leistungsphase Medientechnik ins Projekt gehört
  • Licht, Bild, Ton und Akustik als vier Ebenen im Entwurf
  • Die LED-Wand als Bauteil: Statik, Brandschutz, Wartungszugang
  • Raumakustik nach DIN 18041 und die Schnittstelle zum Elektroplaner
  • Barrierefreiheit nach BFSG und BaFG, inklusive induktiver Höranlage
  • Kosten-Logik und Festpreis-Pakete der Fachplanung
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