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Licht im Entwurf: LED-Linien, Lichtszenen und Steuerung mitplanen

Die MULTIMEDIAFABRIK plant Licht als Teil der Architektur, nicht als Leuchtenliste am Ende der Ausführungsplanung: LED-Linien und Vouten, Akzentlicht, Lichtszenen und die passende Steuerung entstehen zusammen mit Grundriss, Materialwahl und Rohbau. Wer Lichtlinien erst nach dem Rohbau einplant, bekommt Aufputz-Profile statt schwebender Decken und eine Fernbedienungssammlung statt einer Szene.
Diese Seite zeigt dir, welche Entscheidungen im Entwurf fallen müssen, welche Qualitätswerte du im Leistungsverzeichnis brauchst und was der Rohbau vorhalten muss, damit Licht später wirklich unsichtbar eingebaut ist.
Design-Argument und Funktions-Argument gehören zusammen
Jeder Lichtbaustein hat zwei Begründungen. Die eine überzeugt den Bauherrn im Entwurf, die andere hält der Ausschreibung stand.
| Baustein | Design-Argument | Funktions-Argument |
|---|---|---|
| LED-Linien und Vouten | Raumgliederung, schwebende Decken und Möbel, indirekte Lichtebenen | Dimmbar, Tunable White, hohe Farbwiedergabe, wartungsarm |
| Akzent- und Strahlerlicht | Material, Kunst und Ware treten hervor | Gezielte Entblendung, definierte Ausstrahlwinkel, Szenenzuordnung |
| Lichtszenen | Ein Bedienpunkt statt zwölf Schaltern an der Wand | Zeitpläne, Präsenz- und Tageslichtsensorik, reproduzierbare Zustände |
| Human Centric Lighting | Licht folgt der Tageszeit und der Nutzung | Tunable White im Verlauf, Komfort in Hotel, Büro und Pflege |
| Fassaden- und Außenlicht | Das Gebäude bekommt ein Nachtbild | Blendungsarme Ausrichtung, Zeitsteuerung, Energiehaushalt |
Die Qualitätswerte, die in den Entwurf gehören
Zwei Kennwerte entscheiden darüber, ob Licht als hochwertig empfunden wird, und beide gehören früh in die Beschreibung, nicht in die Nachverhandlung.
Tunable White bedeutet, dass sich die Lichtfarbe stufenlos zwischen warm und kühl verschieben lässt. In der Hotellerie trägt das den Unterschied zwischen Frühstück und Abendstimmung, im Büro den Unterschied zwischen Konzentration und Besprechung. Wichtig ist die Festlegung im Entwurf, weil Leuchten, Treiber und Steuerprotokoll zusammenpassen müssen.
Der Farbwiedergabeindex CRI über 90 ist die zweite Pflichtangabe. Holz, Textil, Naturstein und Hauttöne wirken nur dann so, wie du sie bemustert hast. Bei Materialpräsentation, Handel, Gastronomie und Wellness ist ein niedrigerer Wert ein sichtbarer Qualitätsverlust, den nachträglich niemand mehr korrigiert.

Steuerung: DALI-2, Casambi, DMX und KNX
Die Protokollwahl ist eine Entwurfsentscheidung, keine Montagefrage. Sie bestimmt, wie viele Adern in die Wand gehen, wie viele Gruppen später frei bleiben und wer die Anlage im Betrieb umbauen kann.
| Protokoll | Stärke | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| DALI-2 | Adressierbare Leuchten, Rückmeldung, herstellerübergreifend | Büro, Hotel, öffentlicher Bau, große Gruppenzahl |
| Casambi | Funkbasiert, ohne Steuerleitung nachrüstbar | Bestand, Umbau, Möbel- und Sonderleuchten |
| DMX | Schnelle, farbdynamische Effekte, kanalgenau | Bühne, Erlebniswelt, Fassade, Show-Szenen |
| KNX | Gebäudeweite Logik über alle Gewerke | Kopplung von Licht, Beschattung, Klima, Präsenz |
In der Praxis kommen mehrere Welten zusammen. Genau dafür braucht es die Definition der Gateways im Leistungsverzeichnis: Wer koppelt DALI an KNX, wer bindet die Mediensteuerung an, wer liefert die Szenenliste. Fehlt diese Position, entstehen zwei getrennte Systeme mit zwei Bedienungen. Wie das Leistungsverzeichnis dafür aufgebaut wird, zeigt die Seite Ablauf der Medientechnik-Planung.
Vouten- und Profilplanung: was der Rohbau vorhalten muss
Eine saubere Lichtlinie ist zu achtzig Prozent Bauplanung. Diese Punkte gehören in die Ausführungsplanung, bevor die Decke geschlossen wird:
Ein Rohbau, der diese Punkte kennt, ergibt später eine Lichtlinie ohne sichtbaren Anschluss. Ein Rohbau ohne diese Punkte ergibt Aufputz-Profile, sichtbare Treiberkästen und Kompromisse an der Deckenkante. Warum sich dieser Zeitpunkt so stark auf das Budget auswirkt, erklärt die Seite Kosten der Fachplanung.

Licht, Bild und Akustik zusammen denken
Licht steht selten allein. Eine Medienfläche verlangt eine abgestimmte Umfeldhelligkeit, sonst wirkt sie flau oder blendet, siehe LED-Wand als Architekturelement. Akustikdecken und Absorberflächen konkurrieren mit Lichtlinien um dieselbe Deckenzone, siehe Raumakustik und Schallschutz. Wer beides gemeinsam plant, verhindert die typische Kollision aus Deckensegel gegen Lichtvoute kurz vor der Montage.
Quick-Reference
- Licht gehört in den Entwurf: Vouten, Profile, Treiber und Steuerleitungen sind Bauplanung
- Pflichtwerte im Leistungsverzeichnis: Tunable White und CRI über 90
- Protokollwahl früh treffen: DALI-2, Casambi, DMX oder KNX, plus definierte Gateways
- Human Centric Lighting braucht Verlauf, Sensorik und Zeitpläne, nicht nur dimmbare Leuchten
- Licht, Medienflächen und Akustik teilen sich die Deckenzone, deshalb gemeinsam planen

Inline-FAQ Licht
Warum reicht eine Leuchtenliste nicht? Weil die Wirkung aus Einbausituation, Steuerung und Materialumfeld entsteht. Ohne Voutendetail, Treiberstandort und Szenenlogik bleibt von der geplanten Lichtstimmung wenig übrig.
Was bringt Tunable White konkret? Ein Raum kann morgens neutral und abends warm wirken, ohne dass Leuchten getauscht werden. In Hotel, Büro und Pflege ist das ein spürbarer Komfortgewinn und ein starkes Verkaufsargument gegenüber dem Bauherrn.
Können wir Licht im Bestand nachrüsten? Ja, funkbasierte Systeme wie Casambi kommen ohne neue Steuerleitung aus. Im Neubau bleibt eine leitungsgebundene Lösung meist die robustere Wahl mit klarer Rückmeldung.
Wer koppelt Licht und Mediensteuerung? Das gehört als eigene Position ins Leistungsverzeichnis. Wir definieren Gateways, Szenenlisten und Bedienoberfläche, damit am Ende ein Panel den Raum startet und nicht drei Fernbedienungen.

Medientechnik im Bauprojekt: Leitfaden für Architekten
- Ab welcher Leistungsphase Medientechnik ins Projekt gehört
- Licht, Bild, Ton und Akustik als vier Ebenen im Entwurf
- Die LED-Wand als Bauteil: Statik, Brandschutz, Wartungszugang
- Raumakustik nach DIN 18041 und die Schnittstelle zum Elektroplaner
- Barrierefreiheit nach BFSG und BaFG, inklusive induktiver Höranlage
- Kosten-Logik und Festpreis-Pakete der Fachplanung
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Wissen & Hintergrund
Häufige Fragen
- Was kostet die Medientechnik-Fachplanung?
- Ab welcher Leistungsphase gehört Medientechnik ins Projekt?
- Übernimmt die MULTIMEDIAFABRIK auch Leistungsverzeichnis und Ausschreibung?
- Wie wird Medientechnik in DIN 276 und den Anlagengruppen eingeordnet?
- Wer plant die Raumakustik, und was sagt die DIN 18041?
- Welche Vorgaben braucht der Elektroplaner von der Medientechnik?
- Was fordern BFSG und BaFG für mein Gebäude?
- Wie läuft die Zusammenarbeit mit Architekturbüros?
