› Inhalte für den Bildschirm

Vertiefung

Was auf dem Bildschirm laufen soll: Inhalts-Strategie, Rhythmus und die häufigsten Fehler

Großes Display an einem modernen Messestand in heller Ausstellungshalle

Bei Digital Signage von der MULTIMEDIAFABRIK (Vorarlberg) ist der Bildschirm der einfachste Teil des Projekts. Im monatlichen All-in-Abo sind deshalb nicht nur Display, Player, die MULTIMEDIAFABRIK Signage Software, Montage und Betreuung enthalten, sondern auch Inhalte in deinem Design, produziert von einem Team im Bodensee- und Alpenraum, das Bewegtbild, Animation und Grafik im eigenen Haus macht.

Diese Seite behandelt den Teil, den fast alle unterschätzen: was auf der Fläche eigentlich laufen soll. Sie zeigt, wie man eine gute Mischung baut, wie lange ein Motiv stehen darf, welche Inhaltsarten es gibt und welche drei Fehler jede Fläche wirkungslos machen.

Warum Inhalte über Erfolg entscheiden und nicht die Technik

Eine Fläche kann technisch perfekt laufen und trotzdem nichts bringen. Umgekehrt bringt eine einfache Fläche mit guten Inhalten sofort etwas. Der Grund ist banal: Menschen schauen nicht auf Bildschirme, sie schauen auf Dinge, die sie interessieren, und das nur für wenige Sekunden.

Was der Betrachter mitbringtWas daraus für den Inhalt folgt
wenige Sekunden Aufmerksamkeit im Vorbeigeheneine Aussage pro Motiv, nicht drei
Blick aus Entfernung, oft in Bewegunggroße Schrift, hoher Kontrast, viel Weißraum
keine Absicht, etwas zu lesenBild oder Bewegung holt den Blick, Text hält ihn
Wiedererkennung des Hausesdein Design, deine Farben, deine Bildsprache
Erwartung von Aktualitätein sichtbar veraltetes Motiv beschädigt das Vertrauen

Die einfachste Prüffrage für jedes Motiv lautet: Verstehe ich es in drei Sekunden aus fünf Metern? Wenn nein, ist es zu voll.

Die fünf Inhaltsarten

Fast alles, was sinnvoll auf einer Fläche läuft, gehört zu einer von fünf Kategorien. Eine gute Playlist mischt mehrere davon.

InhaltsartWas sie leistetTypische BeispieleStandzeit
Informationbeantwortet wiederkehrende FragenÖffnungszeiten, Wegweiser, Zuständigkeiten, Amtlicheslange, wechselt selten
Angebotverkauft aktivAktion, Tagesempfehlung, Preis, Paketmittel, wechselt regelmäßig
Bewegtbilderzeugt Aufmerksamkeit und StimmungImagefilm, Produktionsaufnahmen, Region, Teamkurze Ausschnitte, hoher Blickfang
Live-Datenzeigt Dinge, die sich von selbst ändernWetter, Belegung, Wartezeit, Termine, Kennzahlendauerhaft, immer aktuell
Stimmungträgt die Marke, ohne etwas zu verlangenBildwelten, Jahreszeit, Regionalmotive, Team-Fotosals Ruhepunkt zwischen den anderen

Der Fehler, den fast alle am Anfang machen, ist eine Playlist, die nur aus Angebot besteht. Das wirkt wie ein Verkaufsautomat und wird schnell ignoriert. Eine gute Mischung hat einen Rhythmus.

Moderner heller Empfangsbereich mit großem Digital-Signage-Display an einer Holzwand

Rhythmus und Mischung: wie eine gute Schleife aufgebaut ist

Eine Schleife ist die komplette Abspielliste, bevor sie von vorne beginnt. Sie sollte kurz genug sein, dass jemand im Wartebereich sie einmal ganz sieht, und abwechslungsreich genug, dass es nicht auffällt, wenn sie sich wiederholt.

PositionRolle im AblaufBeispiel
Einstiegholt den BlickBewegtbild oder starkes Bild
Kernaussagedas Wichtigste des TagesTagesangebot, Aktion, Ankündigung
Informationdauerhafter NutzenÖffnungszeiten, Wegweiser, Kontakt
Abwechslungverhindert MonotonieLive-Daten wie Wetter oder Termine
Ruhepunktlässt das Auge landenStimmungsbild, Marke, Region

Als Orientierung für Standzeiten hat sich das hier bewährt:

MotivtypSinnvolle Standzeit
reines Bild mit kurzer Aussagewenige Sekunden, so lange man zum Lesen braucht
Motiv mit mehreren Zeilenetwas länger, aber nie so lang, dass es steht wie ein Plakat
Bewegtbild-Ausschnittkurz geschnitten, ohne Ton verständlich
Live-Datendauerhaft eingeblendet oder als eigener Platz in der Schleife
Speisekarte oder Listelänger, weil sie tatsächlich gelesen wird

Zwei Faustregeln aus der Praxis. Erstens: je kürzer die Verweildauer am Standort, desto kürzer die Schleife. Im Vorbeigehen sieht niemand mehr als zwei bis drei Motive. Zweitens: Bewegtbild ohne Ton denken. Auf fast keiner Fläche läuft Ton, deshalb muss das Bild alleine funktionieren.

Was wo läuft: Inhalte nach Standort

Derselbe Inhalt wirkt an zwei Standorten völlig unterschiedlich. Diese Zuordnung hat sich in vielen Projekten bewährt.

StandortVerweildauerPassende Inhalte
Eingang und EmpfangSekundenBegrüßung, Orientierung, ein starkes Bild, Wegweiser
WartebereichMinutenBewegtbild, mehrere Themen, Live-Daten, Unterhaltendes
Über der Theke oder Kassekurz, aber wiederholtAngebot, Empfehlung, Zusatzverkauf, Karte
Verkaufsflächeim GehenAktionen, Sortiment, Orientierung im Haus
SchaufensterSekunden, oft von außengroßes Bild, sehr wenig Text, klare Aussage
Mitarbeiterbereichtäglich, wiederholtInterne Themen, Kennzahlen, Termine, Sicherheit, Anerkennung
Außenfläche und Ortszentrumim VorbeigehenVeranstaltungen, Amtliches, Wetter, Wegweiser
Beraterin und Unternehmer besprechen vor einem Wandbildschirm die Planung der Bildschirmflächen

Die häufigsten Fehler

Drei Fehler kommen in fast jedem Projekt vor, das ohne Begleitung startet. Alle drei sind leicht zu vermeiden, wenn man sie kennt.

FehlerWie er sich zeigtWas stattdessen hilft
Zu viel TextMotiv wie ein DIN-A4-Aushang, kleine Schrift, drei Absätzeeine Aussage pro Motiv, große Schrift, der Rest gehört auf die Webseite
Zu lange Schleifezwanzig Motive, niemand sieht sie je ganzwenige starke Motive, lieber öfter wechseln als mehr zeigen
Nie aktualisiertWeihnachtsmotiv im März, abgelaufene Aktionfester Rhythmus, Enddatum bei jeder Aktion hinterlegen

Dazu kommen vier kleinere, die genauso ärgerlich sind:

Falsches Format.
Ein Querformat-Motiv auf einer Hochformat-Fläche mit schwarzen Balken sieht aus wie ein Versehen. Vorlagen immer für das tatsächliche Format anlegen.
Fremdes Design.
Vorlagen von der Stange passen zu keinem Haus. Die Fläche soll aussehen wie deine Marke, nicht wie ein Baukasten.
Kleine Schrift.
Was am Rechner gut lesbar ist, ist aus fünf Metern nicht mehr lesbar. Immer aus Betrachtungsentfernung prüfen.
Kein Enddatum.
Jede Aktion braucht ein hinterlegtes Ende, sonst läuft sie weiter, wenn sie längst vorbei ist. Wie das eingestellt wird, steht auf der Seite MULTIMEDIAFABRIK Signage, die Software.

Vorlagen im eigenen Design

Damit Pflege im Alltag wirklich passiert, muss sie schnell gehen. Deshalb bekommst du keine leere Oberfläche, sondern fertige Vorlagen in deinem Design: deine Farben, deine Schrift, dein Logo, deine Bildsprache.

VorlagentypWas du änderstWas schon feststeht
AngebotText und Preisangabe, BildLayout, Farben, Schrift, Logo-Position
AnkündigungTitel, Datum, kurzer TextAufbau und Gestaltung
ÖffnungszeitenZeiten, AusnahmenStruktur und Lesbarkeit
WegweiserZiele und RichtungenSymbolik und Typografie
Bild-MotivFoto und eine ZeileBildausschnitt, Textposition, Kontrast
StellenanzeigePosition und KontaktAufbau, Bildwelt, Wiedererkennung

So dauert eine Änderung Minuten statt eines halben Tages. Und, mindestens genauso wichtig: Die Fläche bleibt auch dann gestalterisch sauber, wenn jemand ohne Design-Erfahrung sie pflegt.

Servicetechniker montiert ein großes Profi-Display an einer Wandhalterung

Bewegtbild aus dem eigenen Haus

An diesem Punkt steigen reine Technik-Anbieter aus. Bei uns liegen Videoproduktion, Animation, Foto und Grafik im selben Haus wie die Medientechnik, mit 48 Mitarbeitenden und eigenen Studios.

Was du brauchen könntestWas wir dafür machen
kurze Filmschnipsel für die FlächeSchnittfassungen ohne Ton, auf Standzeit gebaut
Imagefilm, der auch auf der Fläche läufteine Produktion, mehrere Verwertungen
animierte Motive statt Standbilderdezente Bewegung, die Blicke holt, ohne zu nerven
Fotos vom eigenen BetriebProduktions-, Team- und Objektfotografie
Motive für Hoch- und Querformatjede Fassung passend angelegt, keine schwarzen Balken
saisonale Aktualisierungneue Motive im festen Rhythmus über das Jahr

Der praktische Vorteil ist nicht nur die Qualität, sondern die Wege. Ein neues Motiv braucht keine dritte Firma, keinen zusätzlichen Angebotsprozess und keine Erklärung, wie die Fläche aussieht. Wer die Pflege ganz abgeben will, findet die Stufen auf der Seite Betreuung, Wartung und Inhalts-Service.

Ein Redaktionsplan in fünf Zeilen

Es braucht kein aufwendiges Konzept. Es braucht einen Rhythmus, den du wirklich einhältst.

Wie oftWas passiert
täglich oder wöchentlichAngebot, Empfehlung oder Tagesthema tauschen
monatlichein Blick auf alle Motive: läuft irgendwo etwas Abgelaufenes
je SaisonBildwelt und Themen an die Jahreszeit anpassen
bei AnlassVeranstaltung, Aktion, Ausnahme, Betriebsurlaub
einmal im JahrAufbau der Schleife prüfen und aufräumen
Wandmontiertes Landscape-Display und freistehende digitale Stele nebeneinander in einem hellen Showroom

Kurz zusammengefasst

  • Der Inhalt entscheidet über die Wirkung, nicht die Technik.
  • Es gibt fünf Inhaltsarten: Information, Angebot, Bewegtbild, Live-Daten, Stimmung, gute Flächen mischen sie.
  • Prüffrage für jedes Motiv: in drei Sekunden aus fünf Metern verständlich.
  • Die drei häufigsten Fehler sind zu viel Text, zu lange Schleife, nie aktualisiert.
  • Vorlagen im eigenen Design machen Pflege schnell und halten das Erscheinungsbild sauber.
  • Bewegtbild, Animation und Foto kommen aus dem eigenen Haus, ohne dritte Firma.
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